Zeiningen

Nach Schlittel-Drama: Unfall-Fahrer besucht Familie – verletztem Bub geht es besser

Nach dem Schlittelunfall spricht der nun Fahrer des Wagens – der Gemeinderat diskutiert indes Massnahmen.

Es war ein Schock für das ganze Dorf. Am Samstagnachmittag krachten in Zeiningen drei Kinder auf Schneeflitzern – sogenannten «Füdlibobs» – in einen fahrenden Geländewagen. Zwei Mädchen wurden dabei leicht verletzt, ein Junge musste mit schweren Verletzungen von der Rettungsflugwacht ins Basler Kinderspital geflogen werden.

Lenker besuchte Familie

«Ich konnte nichts machen», beteuert der Lenker des Geländewagens, ein Landwirt aus dem Dorf, am Montag gegenüber der az. Er war am Samstag dabei, mit seinem Pick-up eine Fuhre Holz zu transportieren. Die Kinder waren mit ihren Schlitten auf einem schmalen, steilen Pfad zwischen Leimgasse und Bachtalenweg unterwegs. Dieser mündet hinter einem grossen Gebüsch in den Bachtalenweg.

Schlittelunfall in Zeiningen: Drei Kinder bei Kollision mit Auto verletzt (21. Januar 2017)

Horrorunfall beim Schlitteln

Gestern Nachmittag kam es in Zeiningen zu einem schweren Schlittelunfall. Drei Kinder wurden bei einer Kollision mit einem Auto verletzt, eins davon schwer. Was der Autofahrer zum Unfallhergang sagt.

Sie schossen ausgerechnet dann auf die Fahrbahn, als der Landwirt mit seinem Pick-up vorbei fuhr. «Die Strasse war teilweise schneebedeckt. Ich war daher sehr langsam unterwegs», so der Lenker. Der Junge und die beiden Mädchen seien von der Seite in seinen Wagen gerasselt, etwa auf Höhe der hinteren Achse. «Ich hatte keine Chance. Ich konnte sie auf ihren Schlitten hinter dem grossen Gebüsch nicht sehen», betont der Zeininger.

Der 51-Jährige hat wenige Stunden nach dem Unfall Kontakt mit den Familien der Kinder aufgenommen. Am Sonntag konnte er sie besuchen. «Es tut mir unendlich leid, was passiert ist», sagt er.

Mädchen wieder zu Hause

Die beiden Mädchen (7 und 11) konnten das Spital bereits wieder verlassen. Und auch vom Jungen (14) gäbe es Entwarnung, sagt der Landwirt. Er sei noch immer im Spital, aber: «Es hat sich als nicht ganz so schlimm herausgestellt, wie es zunächst ausgesehen hat. Das ist für alle eine grosse Erleichterung.»

Die Nachricht vom Unfall hat sich im 2300-Seelen-Dorf schnell herumgesprochen. Auf einer Facebook-Seite wünschen viele Einwohner den Kindern gute Besserung. «Es ist ein tragischer Unfall», sagt Gemeindepräsidentin Sabin Nussbaum.

Sie selber hat den Rega-Helikopter am Samstagnachmittag beim Sportplatz Bachtalen landen sehen und dann über die Medien vom genauen Unfallhergang erfahren. «Ich hoffe, den beiden Mädchen und dem Jungen geht es so rasch wie möglich wieder gut», sagt Nussbaum.

Gemeinderat wartet ab

Der Zeininger Gemeinderat hat den Unfall an seiner ordentlichen Sitzung von gestern Abend zum Thema gemacht. «Wir werden anschauen, ob allenfalls Massnahmen nötig sind und ob es überhaupt geeignete Massnahmen gibt, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern», sagt Nussbaum.

Allerdings, so betont die Gemeindepräsidentin auch, wolle man zunächst «auf die Fakten warten». Sie verweist auf die Untersuchung, die die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg zur Klärung des Unfallhergangs eröffnet hat. «Wir wollen die Resultate dieser Untersuchung und den Bericht der Polizei abwarten und in Ruhe entscheiden», sagt Nussbaum. «Übereilt gefällte Entschlüsse und Handlungen bringen niemandem etwas.»

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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