Laufenburg
Nach Passarellen-Crash: Gibts jetzt eine Unterführung?

Nachdem die Passerelle abgerissen werden musste, erhält eine alte Idee neue Unterstützung: eine Fussgängerunterführung von der Burgmatt bis zur Einmündung Wasenhaldenstrasse. Aber so ein Bauwerk wäre nicht billig.

Marc Fischer
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Fussgänger könnten die Winterthurerstrasse und die Bahnlinie unterqueren, diese Idee bekommt in Laufenburg Aufwind. Der Eingang zur Unterführung wäre in den Gedankenspielen dort, wo auf dem Bild der Car steht.

Fussgänger könnten die Winterthurerstrasse und die Bahnlinie unterqueren, diese Idee bekommt in Laufenburg Aufwind. Der Eingang zur Unterführung wäre in den Gedankenspielen dort, wo auf dem Bild der Car steht.

Marc Fischer

Seit zehn Tagen gibt es die Passerelle, die Fussgängerbrücke über die Winterthurerstrasse in Laufenburg, nicht mehr. Ein zu hoch beladener Sattelschlepper blieb an der Überführung, die seit 1983 den Schülern als sichere Strassenquerung diente, hängen und zerstörte sie.

Nun gewinnt eine alte Idee in Laufenburger neue Unterstützer: die Idee einer Fussgängerunterführung. Von der Burgmatt könnte diese unter der Kantonsstrasse und den Bahngeleisen durch bis zur Einmündung Wasenhaldenstrasse führen – mit Aufgängen zwischen Café Maier und der Filiale der Neuen Aargauer Bank und beim Bahnhof. Eine solche Unterführung stand bereits in den 1960er- und 1980er-Jahren zur Debatte, wurde damals aber verworfen. Auch jetzt sieht der Stadtrat von der Idee ab.

Kopie von Unfall Laufenburg
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Eine auf einem Anhänger verladene Arbeitsmaschine blieb bei der Durchfahrt an einer Fussgängerbrücke in Laufenburg hängen.
Eine auf einem Anhänger verladene Arbeitsmaschine blieb bei der Durchfahrt an einer Fussgängerbrücke in Laufenburg hängen.

Kopie von Unfall Laufenburg

Kapo AG

Wie Stadtammann Herbert Weiss vor Wochenfrist gegenüber der az sagte, hat man nach dem Unfall im Stadtrat das Thema Unterführung kurz angesprochen, verfolgt es aber derzeit nicht weiter. «Kostenmässig liegt eine Unterführung kaum drin», so der Ammann.

Gut für den Verkehrsfluss

Ausserhalb des Stadtrats aber findet die Unterführung Unterstützung. Toni Obrist aus dem Ortsteil Sulz hat sie in einem Leserbrief öffentlich wieder ins Spiel gebracht. «Ich finde, diese Variante muss mindestens ernsthaft geprüft werden», so Obrist auf Nachfrage, «nicht dass man in zehn oder zwanzig Jahren einer verpassten Chance nachtrauert.»

Er ist überzeugt, dass mit einer Fussgänger-Unterführung auch der Verkehrsfluss verbessert werden könnte. «Man könnte Fussgängerstreifen eliminieren», sagt er. Den Leserbrief habe er ohne Rücksprache mit anderen geschrieben, so Obrist weiter – aber übers Wochenende «am Stammtisch und in der Kirche» viele zustimmende Reaktionen erhalten.

Auch Orts-SVP-Präsident Wendelin Stäuble gewinnt der Idee viel Positives ab. Für ihn ist klar: «Aufgerissen wird die Strasse sowieso, also wäre jetzt der Zeitpunkt, die Idee zu prüfen.» Er spricht damit die Sanierung der Winterthurerstrasse (K130) an, für die der Kredit seit 2009 gesprochen ist.

René Leuenberger jun. (FDP) weist ebenfalls auf die geplanten Sanierungsarbeiten hin und führt weiter ins Feld, dass im Bereich der Wasenhalde weiter gebaut werde. «Deshalb wäre eine Unterführung sinnvoll und am richtigen Ort», so Leuenberger. Und: «Früher fürchtete man, eine schlecht beleuchtete Unterführung werde nicht genutzt, heute kann man sie jedoch gut beleuchten.» Einig sind sich alle drei: «Man muss die Variante Unterführung mindestens seriös prüfen.»

Dass dabei die Finanzierung schwierig werden könnte, sind sich alle bewusst. Obrist hofft aber, dass Kanton und Bahn Beiträge beisteuern könnten und Leuenberger führt die günstigen Konditionen zur Aufnahme von Geld an. Wendelin Stäuble sagt: «Auch andere Lösungen kosten Geld.» Er sei der Meinung, die angedachte Lösung, einfach wieder eine Brücke zu errichten, sei die schlechteste Variante.

Sowohl Leuenberger als auch Stäuble betonen, dass «ihre» Ortsparteien noch keinen definitiven Beschluss gefasst hätten. «Im kleinen Kreis» habe man in der FDP bisher erst darüber gesprochen, sagt Leuenberger. Man warte nun einmal ab, welche Lösung der Stadtrat letztlich präsentiere. In der SVP war die Unterführung laut Stäuble immer wieder Thema. «Auch ohne Beschluss wissen unsere beiden Stadträte also in etwa, was wir denken.» In der CVP hat man sich laut Christian Winter noch nicht mit dem Thema befasst. Aber: «Es wäre nach diesem Unfall ein guter Zeitpunkt, Varianten zu prüfen.»