Es war ein Paukenschlag: Anfang Woche erklärten vier der fünf Schulpflege-Mitglieder ihren Rücktritt. Oder treffender: ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur im Herbst. Und dies, nachdem sie bereits zugesagt hatten, für eine zweite Amtszeit zur Verfügung zu stehen (die az berichtete).

Der Grund für den Meinungsumschwung: die Oberstufe. Gemeinderat und Schulpflege hatten dem Souverän beantragt, diese mit jener von Frick zusammenzulegen. Davon wollten die Stimmberechtigten jedoch nichts wissen – und schmetterten den Antrag an der letzten Gemeindeversammlung wuchtig ab.

«Unser Amt an der Schule ist eng verbunden mit Vertrauen», hielten Monica Consoni, Nadine Brauchli Weiss, Sara Ferrara und Adrienne Frei-Suter in einer Erklärung fest. «Es ist naheliegend, dass dieses aufgrund der Haltung der Schulpflege in der Oberstufen-Frage nicht mehr vorhanden ist.»

Ignaz Heim von der IG «Pro Oberstufe Gipf-Oberfrick» haben die Rücktritte überrascht, wie er auf Anfrage sagt. Die IG kämpfte in den letzten Monaten an vorderster Front und offensiv gegen die Zusammenlegung der beiden Oberstufen – mit Erfolg. Für die Erreichung der Ziele der IG wären die Rücktritte nicht nötig gewesen, sagt Heim. «Auch die aktuellen Mitglieder könnten sich für die eigenständige Oberstufe einsetzen.»

Eine Frage des Vertrauens

Allerdings räumt Heim ein, dass die Schulpflege mit ihrem Verhalten in Sachen Oberstufe das Vertrauen «nicht durchwegs gefördert» habe. Er sagt aber auch: «Vertrauen kann auch wiederhergestellt werden, wenn es mal Schaden genommen hat.»

Dazu wird es nicht kommen; die vier Schulpflegemitglieder treten ab. Wer seit Bekanntwerden der Rücktritte mit Gipf-Oberfrickern spricht, bekommt immer wieder einen Satz zu hören: «Nun ist die IG in der Pflicht.» Ein alteingesessener Gipf-Oberfricker, der namentlich nicht erwähnt werden will, formuliert es pointierter: «Nun müssen die IG-Mitglieder in die Hosen. Wer lafert, muss auch liefern.»

Gemeindeammann Regine Leutwyler erwartet ebenfalls, dass die IG nun Kandidaten für die Schulpflege stellt. «Sie ist in der Pflicht», findet sie und hofft, dass es gelingt, die vier freiwerdenden Sitze wieder zu besetzen. «Das wird nicht einfach», weiss sie. «Wir hatten vor vier Jahren grosse Mühe, genügend Kandidaten zu finden.» Es gelang – doch nach den vier Rücktritten fängt die Suche von Neuem an.

Eine Nachfrage bei Heim zeigt: Die IG will in besagte Hosen steigen. «Das Kernteam ist seit Bekanntwerden der Rücktritte längst daran, Einwohner und Einwohnerinnen für die Schulpflege zu motivieren.» Mehr will er aus «taktischen Gründen» nicht sagen.

Weiterer Gemeinderatskandidat?

Und noch auf einem zweiten politischen Feld ist die IG aktiv geworden: Sie sucht einen Kandidaten für den Gemeinderat. Auf Ende der Legislatur tritt Schulgemeinderätin Daniela Slania zurück; die anderen vier Ratsmitglieder treten nochmals an.

Bekannt ist: Für den freiwerdenden Sitz kandidiert Verena Buol Lüscher, die von der SP portiert wird. Die IG will nun aber noch eine weitere Kandidatur auf die Beine stellen. «Wie für die Schulpflege sprechen wir auch für den Gemeinderat Frauen und Männer mit starkem Profil an», sagt Heim. Und weiter: «Das Ergebnis der Gespräche ist vielversprechend und verspricht spannende Erneuerungswahlen.»

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