Gemeindeammann George Winet musste an den Gesamterneuerungswahlen am 21. Mai eine Wahlschlappe einstecken: Obwohl er der einzige Kandidat für das Amt des Ammans war, verpasste er das absolute Mehr. Er zog daraus seine Konsequenzen und trat nicht mehr für den zweiten Wahlgang an.

Nun sucht die Gemeinde weiter nach ihrer exekutiven Spitze. Wählbar sind nur noch die Mitglieder, die am 21. Mai in den Gemeinderat gewählt wurden. Noch bis zum 6. Juni können Wahlvorschläge für das Amman-Amt abgegeben werden. Hierfür sind zehn Unterschriften von Stimmberechtigten aus der Gemeinde notwendig. Wird genau ein Kandidat nominiert, gilt dieser in stiller Wahl als gewählt. «Das wird nicht passieren. Niemand aus dem Gemeinderat will für dieses Amt kandidieren», sagt Winet. Grund hierfür ist die zeitliche Belastung, die mit einem Pensum von «50 bis 60 Prozent an das Amt geknüpft ist, wenn man es gut ausüben will».

Denkbar wäre es dennoch, dass die Stimmbürger durch zehn Unterschriften einen der fünf Gemeinderatsmitglieder für die Ammann-Wahl nominieren. Dies macht jedoch im Fall von Hornussen keinen Sinn, denn: «Ein nominierter Kandidat kann seine Wahlannahme verweigern», sagt Martin Süess, stellvertretender Leiter der Gemeindeabteilung des Kantons.

Winet braucht ein Zeichen

Damit stellt sich die Frage, wie es mit der Ammann-Suche weitergeht. «Kann ein Sitz im zweiten Wahlgang nicht besetzt werden, ist innert sechs Monaten eine Ergänzungswahl durchzuführen», sagt Süess. Im Fall von Hornussen findet diese am 24. September statt. Auf die Frage, ob Winet sich an dieser noch einmal für eine Wiederwahl stellen wird, sagt er: «Ja, weil dies wieder eine erste Wahl ist.» Im Falle einer Kandidatur ist für Winet jedoch klar, dass seine Wiederwahl auch diesmal nur möglich ist, wenn er im ersten Wahlgang das absolute Mehr erhält: «Dies würde ich als Zeichen verstehen, dass mich das Dorf will. Alles andere macht für mich keinen Sinn», sagt er.

Im Hinblick auf seine mögliche Kandidatur reicht Winet allen Hornussern die Hand. «Es schadet der Gemeinde, wenn man seinen Unmut an der Wahlurne rauslässt. Über allfällige Probleme kann man mit mir im monatlich stattfindenden Einwohnerforum reden. Zudem steht meine Tür jederzeit offen», sagt er.

Und was passiert, wenn Winet nicht gewählt wird und die Gemeinde ab 2018 keinen Ammann mehr hat? «Dann wird das Ammann-Amt durch den Vizeammann ausgeübt», sagt Süess und schiebt nach: «Findet sich jedoch nach einer gewissen Zeit niemand, dann schaltet sich der Kanton ein.» Eine naheliegende Option wäre dann, dass der Vizeammann, der faktisch schon die Aufgaben des Ammanns wahrnimmt, sich als Gemeindeammann zur Verfügung stellt. Aber auch konstruktive Lösungen sind möglich: «Denkbar wäre auch, dass sich die Gemeinderatsmitglieder in der Ausübung des Amman-Amtes im jährlichen Turnus abwechseln», sagt Süess.