Ueken
Nach neuem Fund: Ist nun wirklich der ganze Münzschatz geborgen?

Einige Wochen nach dem Bekanntwerden des Sensationsfunds von Ueken ist Landwirt Daniel Loosli in seiner Kirschbaumplantage ein weiteres Mal fündig geworden. Für Kantonsarchäologen Georg Matter ist das keine Überraschung.

Yvonne Zollinger
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Sie sind wieder fündig geworden: Alfred und Daniel Loosli in der Kirschbaumplantage des Zassehaldehofes. (Archiv)

Sie sind wieder fündig geworden: Alfred und Daniel Loosli in der Kirschbaumplantage des Zassehaldehofes. (Archiv)

Yvonne Zollinger

Die Münzfunde in der Kirschbaumplantage finden eine Fortsetzung. Beim Ausheben eines Wurzelstocks ist Landwirt Daniel Loosli auf weitere 52 Münzen gestossen. Sie lagen in unmittelbarer Nähe des Hauptfundes. Erst vor einem Monat ging die Nachricht vom sagenhaften Münzfund in Ueken durch die Weltpresse. 4100 römische Bronzemünzen hatte die Familie Looslie vom Zassehaldehof auf dem Chornberg entdeckt. Ein Fund, wie er in dieser Grösse nur ganz selten gemacht wird. Für Kantonsarchäologe Georg Matter ist es keine Überraschung, dass nun noch weitere Münzen zum Vorschein gekommen sind.

«Es war zu erwarten, dass sich ein Teil der Münzen im Erdreich verteilt hat. Das Land wird seit langem bewirtschaftet.» Auch der Umstand, dass nie jemand auf die Münzen aufmerksam wurde, ist für ihn nachvollziehbar. «Sie sind klein, voller Erde und daher kaum sichtbar», sagt Matter. Vor allem aber erwartete man an einem solchen Ort keine Münzen. «Wenn man nicht weiss, dass es sie gibt, sind sie daher leicht zu übersehen.»

Auch in Zukunft könnten in der Kirschbaumplantage noch einzelne Münzen gefunden werden. Zum Beispiel dann, wenn die Kirschbäume gerodet werden. Der Hauptfund sei aber sicher geborgen, sagt Georg Matter. Dass es einen zweiten solchen Schatz an diesem Ort gibt, ist für ihn unwahrscheinlich. «Wir haben mit den Metalldetektoren das Gelände abgesucht und keine Anzeichen für weitere Münzen gefunden.» Der Chornberg dürfte daher für Hobbyarchäologen nicht mehr von Interesse sein. Ganz abgesehen davon, sei der Einsatz von Metalldetektoren bewilligungspflichtig, was viele bei der Anschaffung solcher Geräte nicht wüssten, sagt Matter.

Die gut erhaltenen Münzen werden vom Münzexperten Hugo Doppler ausgewertet. Eine erste Bestimmung wurde bereits durchgeführt. «Aus dieser Zeit gibt es sehr wenige so gut erhaltene Münzen», sagt Doppler. Er nimmt an, dass sie kaum im Umlauf waren sondern wegen ihres Silbergehalts gehortet wurden. Werden unter den den mehr als 4000 Exemplaren auch Raritäten sein? «Damit rechnet man eigentlich immer», sagt der Münzexperte.

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