Rheinfelden

Nach jahrelangem Tauziehen herrscht heute quirliges Leben im Augarten

Hochhäuser und niedere Wohneinheiten prägen den Augarten. ach

Hochhäuser und niedere Wohneinheiten prägen den Augarten. ach

Die Expansion der chemischen Industrie von Basel ins Fricktal verlangte Wohnraum für die Mitarbeitenden. Als Standort einer grossen Siedlung wurde die Zähringerstadt favorisiert.

Auf politischer Ebene gab es ein jahrelanges Tauziehen. Das Engerfeld war den Investoren nicht gross genug, bis schliesslich das Weiherfeld ins Auge stach; allerdings lag es ausserhalb der Bauzone und gehörte der Ortsbürgergemeinde. Weil keine Erschliessungsanlagen existierten, die von der Einwohnergemeinde finanziert werden müssten, kam auch diese mit ins Boot. Schliesslich war man sich handelseinig, das Land im Baurecht abzugeben. Der erste Spatenstich erfolgte am 22. April 1971, vollzogen von Vertretern der Ciba-Geigy AG sowie der Unternehmenstochter und Erbauerin des Augartens, der AG für Wohnungsbau der Industrie. Mit dabei auch der damalige Stadtammann Richard Molinari. Die Bauarbeiten dauerten schliesslich bis 1976.

Es entstanden 1072 Wohnobjekte, von Hochhäusern über Mehrfamilien- bis Einfamilienhäuser. Ein Zentrum bildeten das ökumenische Haus Pelikan, Restaurant, Kiosk, Lebensmittelladen, Poststelle sowie mehrere kleinere Geschäfte, Schulhaus und Feuerwehrmagazin. Im Westen der Stadt war eine Satellitensiedlung entstanden, in der rund 3000 Menschen unterschiedlichster Nationalitäten leben. Und das ist heute noch so.

Bewohnerverein gegründet

Das Konzept für den Augarten bestand darin, nicht reine Wohn- und Schlafstatt zu sein, sondern auch ein gesellschaftliches Eigenleben zu entwickeln. So entwickelte sich nicht nur ein Bewohnerverein als Art Selbsthilfeeinrichtung, sondern auch ein breites Spektrum mit Interessengemeinschaften (IG) für diverse Sportarten, künstlerische Aktivitäten wie Töpfern oder Weben, Kleingärten, Kinderbetreuung. Schon früh existierten ein Jugendclub und der Robinsonspielplatz.

Ende August 1998 feierte der Bewohnerverein sein 25-jähriges Bestehen. Der damalige Präsident Robert Wüthrich und OK-Präsident Alois Deuber hatten in ihrer Festschrift hervorgehoben: «Der Bewohnerverein und seine Ressorts können nur so lange bestehen, wie sich Leute finden, die als Idealisten ihre Freizeit zur Verfügung stellen.»

Dies gilt selbstverständlich auch im 40. Jahr des Augarten-Bestehens, das im vergangenen Sommer zünftig gefeiert wurde. (ach)

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