Das Feuer vom Montag, das vermutlich ein 24-jähriger Schweizer vorsätzlich gelegt hat, hat seine Spuren am ehemaligen Hotel Schützen hinterlassen. Fensterscheiben sind geborsten, Teile der Fassade schwarz und die Wohnungen unbewohnbar (die AZ berichtete).

Was passiert nun eigentlich mit der Liegenschaft, die um 1670 entstand und im Inventar der kantonalen Denkmalpflege aufgelistet ist? «Wir werden uns wohl mit der Denkmalpflege zusammensetzen und eine Auslegeordnung für das weitere Vorgehen machen müssen», sagt Stadtammann Herbert Weiss. Dem ehemaligen Schützenhaus kommt eine grosse siedlungsgeschichtliche Bedeutung zu. Es war das erste Gebäude ausserhalb der Stadtmauern.

Bei einigen Einwohnern der Stadt ist der Eindruck entstanden, dass der aktuelle Besitzer das ehemalige Hotel gekauft hat, um die Zimmer als Wohnungen zu vermieten – und zwar ohne viel in diese zu investieren und daraus Profit zu schlagen.

Verdacht auf Brandstiftung

Verdacht auf Brandstiftung

15.1.2017: Sieben Verletzte forderte ein Brand in Laufenburg am Montagabend. Ein 24-Jähriger, der im Gebäude wohnhaft war, wurde festgenommen.

Besitzer ist die Nahro AG

Doch wem gehört eigentlich das ehemalige Schützenhaus an der Winterthurerstrasse, in dem bis zum Montag noch elf Personen wohnten? Besitzer ist die 2007 gegründete Nahro AG mit Sitz im Thurgauischen Sirnach. Die Gesellschafter des Unternehmens sind die Verwaltungsratsmitglieder Favlos Dahno und Denho Touma sowie der Verwaltungsratspräsident Yasar Ravi.

Alle drei Gesellschafter waren auch nach mehreren Anrufen nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Damit bleiben auch die Fragen unbeantwortet, wie die Gesellschaft das Gebäude weiter nutzen möchte und wieso sich in der Liegenschaft drei Feuerlöscher befanden, die allesamt leer waren – dies berichtete zumindest ein Helfer, der am Tag des Brandes die Bewohner aus dem oberen Stock befreien wollte.

Bilder des Brands im «Schützen» Laufenburg:

Feuerlöscher sind keine Pflicht

Zwar besteht für Mehrfamilienhäuser keine Pflicht, Handfeuerlöscher bereitzuhalten, «dennoch empfehlen wir grundsätzlich präventive Massnahmen wie Feuerlöscher und Rauchmelder», sagt Christina Troglia, Generalsekretärin der Aargauischen Gebäudeversicherung.

Die Brandschutzrichtlinien verlangen lediglich für bestimmte Nutzungen wie zum Beispiel Altersheime, Gewerbe und Lagerbauten das Vorhandensein von Handfeuerlöschern. «Grundsätzlich dienen Handfeuerlöscher dazu, Entstehungsbrände einzudämmen. Wichtig ist, dass sich Personen hierbei nicht unnötig in Gefahr bringen», sagt Troglia.