Selbstüberschätzung
Nach Horrorunfall: «Die Leute können den Schlitten meistens nicht so steuern, wie sie wollen»

Der Schlittelunfall von Zeiningen ist kein Einzelfall: Jedes Jahr kommt es in der Schweiz zu rund 7000 solchen Unfällen. Im Ratgeber der Beratungsstelle für Unfallverhütung finden sich einige Tipps, damit es nicht so weit kommt.

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So schwere Schlittelunfälle wie am Samstag in Zeiningen gibt es im Aargau zum Glück selten. Trotzdem wird die Gefahr einer Schlittenfahrt oft unterschätzt. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) gibt es in der Schweiz jedes Jahr rund 7000 Unfälle.

Schlittelunfall in Zeiningen
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In der Fricktaler Gemeinde Zeiningen erfasste ein Autofahrer am Samstagnachmittag drei auf sogenannten «Füdlibobs» schlittelnde Kinder.
Beweisaufnahme am Unfallort.
Gemäss ersten Erkenntnissen soll sich der schwere Unfall am Samstagnachmittag gegen 15.00 Uhr auf einem Waldweg ereignet haben.
Beweisaufnahme am Unfallort.
Ein Lenker eines Pickup Trucks ist bergaufwärts fahrend aus noch ungeklärten Gründen in die drei schlittelnden Kinder – ein Knabe und zwei Mädchen – geprallt und hat diese dabei verletzt.
Beweisaufnahme am Unfallort.
Beweisaufnahme am Unfallort.
Beweisaufnahme am Unfallort.
Die beiden Mädchen wurden mit der Ambulanz ins Spital gefahren.

Schlittelunfall in Zeiningen

Newspictures/Simon Ertler

Die häufigste Unfallursache: Schlitteler sind zu schnell unterwegs und überschätzen die eigenen Fähigkeiten.

"Die Leute können den Schlitten meistens nicht so steuern, wie sie das wünschen", sagt Benedikt Heer, Schlittel-Experte von der bfu zu TeleM1. Die Folge: Ein Sturz oder gar eine Kollision mit einem anderen Schlitten oder einem festen Hindernis.

Die bfu gibt deshalb einen Ratgeber für sicheres Schlitteln heraus. Das Wichtigste dabei: «Wählen Sie Hänge und Wege, bei denen Sie auf keine Hindernisse wie Mauern, Zäune, Fussgänger, Skifahrer oder Motorfahrzeuge treffen.»

Kleinere Kinder sollten nicht unbeaufsichtigt schlitteln, alle anderen sollten Folgendes beachten: «Beim Schlitteln sollte man sich an Verhaltensregeln halten, wie beispielsweise Rücksicht auf andere und das Anpassen der Geschwindigkeit und der Fahrweise an das Können», sagt Marc Bächler von der bfu.

Von sogenannten «Füdlibobs» rät die Beratungsstelle ab: «Die bfu empfiehlt den Rodel, da dieser gut lenkbar ist und auf Eis und in Kurven nicht wegrutscht.»

«Kluge Köpfe schützen sich»

Bächler rät weiter: «Tragen Sie einen Schneesporthelm und Schuhe mit Bremshilfe. Schlitteln Sie zudem auf markierten, hindernisfreien Wegen.» Das Motto «Kluge Köpfe schützen sich» gelte auch beim Schlitteln. Die fünf wichtigsten Tipps der bfu, um sicher im Tal anzukommen:

  • Verwenden Sie auf Schlittelwegen einen Rodel. Er ist besser steuer- und bremsbar als ein Holzschlitten.
  • Lassen Sie Kinder bis ca. 8 Jahre nicht unbeaufsichtigt schlitteln.
  • Machen Sie sich mit der Brems- und Lenktechnik Ihres Schlittens vertraut.
  • Verzichten Sie vor und während des Schlittelns auf Alkohol.
  • Nehmen Sie auf Schlittelwege keine Hunde mit. (af/pz)

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