Zuzgen
Nach fünf Jahren ist Schluss: Noch einmal gibt es Kunst auf hohem Niveau zu bewundern

Die Schlussausstellung in der Galerie Looberg vereint Kunstschaffende aus der Region, erinnert an Bildhauer Paul Agustoni und verabschiedet seine Lebensgefährtin Uschi Roth.

Peter Rombach
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Uschi Roth und Toto Mazzara kreierten die Schlussausstellung in der renommierten Galerie Looberg. Auf für alle gleich grossen Platten erhalten die Kunstschaffenden ihre Chance, Kleinobjekte zu präsentieren. Peter Rombach

Uschi Roth und Toto Mazzara kreierten die Schlussausstellung in der renommierten Galerie Looberg. Auf für alle gleich grossen Platten erhalten die Kunstschaffenden ihre Chance, Kleinobjekte zu präsentieren. Peter Rombach

Imposantes Treffen von Kunstschaffenden und Kulturfans aus der Nordwestschweiz auf dem Berg drei Kilometer oberhalb des Dorfzentrums von Zuzgen: Die vom nicht nur im Fricktal bekannten Bildhauer Paul Agustoni (78-jährig verstorben im April 2012) im Jahr 1997 gegründete Galerie Looberg präsentiert nun eine Schlussausstellung, die noch bis 11.September bewundert werden darf.

Schluss deshalb, weil Agustonis langjährige Lebensgefährtin Uschi Roth jener gemeinsam getroffenen Vereinbarung nachkommt, «fünf Jahre nach Pauls Ableben die eigenen Galerie-Aktivitäten zu beenden».

Der Zeitpunkt naht, im April nächsten Jahres möchte sich Uschi Roth vom Looberg verabschieden. Wie es dann mit der Galerie in idyllischer Lage weitergeht, müssen Agustonis Kinder Ueli und Rahel entscheiden, wie am Rande der Vernissage zu erfahren war.

Dass nochmals künstlerisches Schaffen auf hohem Niveau zu bewundern ist, basiert auf dem Engagement von Uschi Roth und Salvatore «Toto» Mazzara, die die Ausstellung nach klarem Konzept vorbereitet haben.

Interessant an den Präsentationen: Alle Ausstellenden waren schon mal auf dem Looberg und haben nun je eine gleich kleine Fläche zur Verfügung, dürfen sich folglich nur mit Kleinobjekten präsentieren. Somit erhalten sie die Chance, ihre Vielfalt des künstlerischen Schaffens zu beweisen.

19 Künstler, 200 Werke

«So kommen rund 200 kleinformatige Exponate zusammen», freut sich Uschi Roth. Dass sich im Eingangsbereich wuchtige wie sensible Meisterwerke von Paul Agustoni bewundern lassen, gilt als selbstverständlich.

Dass der Bildhauer von «verbindenden Seiltechniken» später seine meistens aus Kalkstein kreierten Werke mit Chromstahl bestückte, sticht beim Rundgang durch die mehrstöckige Galerie besonders ins Auge. Und Zeit braucht es natürlich auch, um die auf weissen Platten montierten Werke der 19 Kunstschaffenden zu studieren, zu bewundern und zu analysieren.

Eine Fülle an Möglichkeiten, Kunst zu interpretieren, bietet also nochmals die Galerie Looberg. «Der freie Geist des Bildhauers Paul Agustoni» schwebte über den Vernissage-Gästen, als der Künstler Martin Cleis aus Arlesheim dafür plädierte, auch dem regionalen Kunstschaffen mehr öffentliche Bedeutung einzuräumen. Dass auch Musik eine wichtige Rolle spielen muss, bewies der Rheinfelder Musikschullehrer René Rothacher mit seiner Gitarre.

Die Ausstellung ist samstags und sonntags jeweils zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet, oder nach Vereinbarung.