Stein

Nach dramatischer Rheinrettung: Kommt bald ein Rettungsring für die Brücke?

Die Idylle um die alte Holzbrücke trügt: Das Schwimmen im Rhein kann derzeit schnell gefährlich werden. Nadine Böni

Die Idylle um die alte Holzbrücke trügt: Das Schwimmen im Rhein kann derzeit schnell gefährlich werden. Nadine Böni

Ein Jugendlicher klammert sich verzweifelt an einem Pfeiler der Holzbrücke, Passanten suchen vergebens nach einem Rettungsring: Die Gemeinde möchte nach den Ereignissen vom Wochenende Massnahmen prüfen.

Dramatische Szenen spielten sich am Wochenende auf dem Rhein zwischen Stein und Bad Säckingen ab: Ein junger Schwimmer klammerte sich verzweifelt an einem Pfeiler der Holzbrücke fest, um nicht abgetrieben zu werden (die AZ berichtete).

Es war dies bereits der zweite Vorfall am Rheinabschnitt zwischen Stein und Bad Säckingen innerhalb weniger Tage. Mitte Juni wurde eine Frau unterhalb des Rheinkraftwerks von Strudeln und Strömungen erfasst.

Passanten warfen ihr einen Rettungsring des Rheinkraftwerks zu, worauf die Frau sich selbstständig ans Ufer retten konnte.

Im Unterschied dazu suchten Passanten am Wochenende vergeblich nach einem Rettungsring. Der Jugendliche wurde schliesslich von der Bad Säckinger Feuerwehr gerettet.

Kraftwerke haben Rettungsringe

Tatsächlich: Die Kraftwerke am Hochrhein sind allesamt mit Rettungsringen ausgestattet, sagt Energiedienst-Sprecher Alexander Lennemann. Auf der Holzbrücke allerdings gibt es zwar einen Feuerlöscher, aber keinen Rettungsring – und auch an den Brückenköpfen in Bad Säckingen und Stein sind keine Rettungsringe zu finden.

«Wir waren noch nie mit dieser Problematik konfrontiert. Die Gemeinde hat deshalb derzeit keine Rettungsringe am Ufer des Rheins», sagt Gemeindeschreiber Sascha Roth. Nach dem Vorfall vom Wochenende könnte sich das nun aber ändern. «Wir werden intern und auch in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr prüfen, ob und welcher Handlungsbedarf diesbezüglich besteht», sagt Roth.

Ein Boot der Feuerwehr.

Ein Boot der Feuerwehr.

Andere Gemeinden entlang des Rheins sind Stein da schon einen Schritt voraus. Unter anderem in Laufenburg, Rheinfelden und Wallbach haben die Kommunen das Rheinufer mit Rettungsringen ausgestattet. «Seit einigen Jahren werden das Rheinufer und der Rhein immer stärker für verschiedene Aktivitäten wie Schwimmen, Rudern oder Spazieren als Naherholungsgebiet genutzt», sagt der Wallbacher Gemeindeschreiber Thomas Zimmermann. «Deshalb ist es wichtig, dass im Notfall schnell geholfen werden kann.» Nach einer Überprüfung durch die Beratungsstelle für Unfallverhütung habe die Gemeinde mehrere Rettungsringe angeschafft. Sie stehen unter anderem beim Pontonierdepot und bei der Bootsanlegestelle.

Auch in Laufenburg sind «in regelmässigen Abständen» Rettungsringe installiert, sagt Stadtschreiber Marco Waser. Die Stadt Rheinfelden weist seit einiger Zeit zudem mit Hinweistafeln an verschiedenen Standorten auf die empfohlenen Schwimmstrecken sowie die Gefahrenstellen im Rhein hin. Auf der Karte sind zudem die Standorte der Rettungskästen eingezeichnet. «Es sind mehrere im gesamten Abschnitt von der ‹Rheinlust› bis zum Schwimmbad», sagt Stadtschreiber Roger Erdin.

Einfach weggeworfen

Ein Wermutstropfen ist, dass Vandalen selbst vor Rettungseinrichtungen nicht Halt zu machen scheinen. Erst im Frühjahr wurde etwa in Rheinfelden einer der Kästen geöffnet und die Schwimmkörper wurden entfernt. Deshalb werden die Anlagen regelmässig auf ihre Einsatzfähigkeit kontrolliert. Und auch in Laufenburg kommen «ab und zu Rettungsringe weg, was natürlich schade ist», sagt Marco Waser. Die Rettungsringe werden von der Stadt ersetzt. Es gibt aber auch andere Beispiele – wie Wallbach: «Unsere anfänglichen Befürchtungen diesbezüglich haben sich nicht bestätigt. Die Rettungsringe wurden noch nie beschädigt oder missbräuchlich verwendet», sagt Thomas Zimmermann.

Die Polizeibilder vom Juni 2019

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Nadine Böni

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