Fricktal
Nach dem Schweizermeister-Titel: Jetzt wollen die jungen Lego-Helden in die Top 5 Europas

Noël Erdin und Benedikt Amsler haben mit ihrem Team die Robotik-Schweizer-Meisterschaft gewonnen. Doch ihr Ziel ist die WM in den USA.

Thomas Wehrli
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Sind der «Faszination Lego» erlegen: Benedikt Amsler aus Zeihen (l.) und Noël Erdin aus Gansingen. twe

Sind der «Faszination Lego» erlegen: Benedikt Amsler aus Zeihen (l.) und Noël Erdin aus Gansingen. twe

Thomas Wehrli

Sie sind mächtig stolz. Die beiden Fricktaler Benedikt Amsler, 12, und Noël Erdin, 13, haben am Samstag zusammen mit drei Kollegen die Robotik-Schweizer-Meisterschaft gewonnen (die az berichtete). «Ein Super-Gefühl», sagt Noël – und mit diesem im Gepäck werden sie in vier Wochen auch an die Europameisterschaften nach Debrezin in Ungarn reisen, denn: Das Team «mindfactory», dem die beiden angehören, erzielte am Samstag in Lausanne 961 Punkte – und gehört damit zu den besten Teams der Welt. Bei rund 17 000 Teams aus über 80 Ländern, die sich in diesem Jahr an der First-Lego-League beteiligen, ein sensationelles Resultat.

Entsprechend hoch sind auch die Erwartungen, mit denen das Team nach Ungarn fliegt. «Wir wollen einen Platz unter den ersten fünf», sagt Benedikt und Noël ergänzt: «Das könnte drinliegen.» Ein Platz in der Top 5 muss es sein, da die besten fünf Teams im Frühling an der offiziellen Weltmeisterschaft in St. Louis (USA) teilnehmen dürfen. Zwei «kleine Weltmeisterschaften» finden ausserdem in Teneriffa und Sydney statt. Wohin wollen die beiden am liebsten? «Ganz egal», sagt Benedikt. «Es sind alles coole Destinationen.»

«Cool» wird es auch in Debrezin zu- und hergehen: Die Jungforscher müssen ihre Forschungsarbeit – sie bildet neben dem Roboter den zweiten Schwerpunkt – in Englisch präsentieren und auch die Fragen stellt die Jury auf Englisch. «Ach», winkt Noël ab. «Das passt schon. Wir können alle etwas Englisch, werden uns speziell vorbereiten und haben auch die Möglichkeit, einen Übersetzer beizuziehen.»

200 Stunden trainiert

Zum Team gestossen sind Benedikt Amsler aus Zeihen und Noël Erdin aus Gansingen über das Begabtenförderungs-Programm des Kantons. Hier werden Schüler gefördert, die in den Bereichen mathematisch-logisches Problemlösen und technisch-funktionelles Konstruieren begabt sind. «Wir haben uns beworben – und wurden genommen», erzählt Benedikt. Als sie der Sohn des Kursleiters fragte, ob sie im «mindfactory»-Team mitmachen wollen, war beiden sofort klar: «Aber sicher doch.»

Rund 200 Stunden hat sich das Team in acht Wochen auf das diesjährige Wettbewerbsthema, «Trash Trek», vorbereitet. Es galt, einen Roboter samt verschiedenen Werkzeugen zu bauen und so zu programmieren, dass er verschiedene Aufgaben im Bereich Abfallentsorgung und Recycling lösen kann. Zudem musste eine Forschungsarbeit zum Thema geschrieben werden. «Wir teilten die Arbeit auf», sagt Noël. Er, Benedikt und Pascal Sommerhalder bauten den Roboter, die anderen beiden erstellten die Forschungsarbeit. «Wir sind ein gutes Team», bilanziert Benedikt.

Gemeinsam ist den fünf Jungs die «Faszination Lego». «Sie fing bei mir mit etwa zwei Jahren an», erinnert sich Noël. Auf die grossen Duplo-Steine folgten bald die normalen Lego- und dann die Lego-Technics-Teile. «Das Tolle ist, dass man damit so vieles machen kann», sagt Benedikt. Er selber baut am liebsten Fahrzeuge und programmiert sie mit dem EV3-Computer. Noël liebt es, Getriebe zu konstruieren. Er lädt sich bisweilen auch Pläne von Fahrzeugen aus dem Internet herunter und versucht, diese massstabsgetreu nachzubilden. «Das macht riesig Spass.» Und klappt. Meist. Ein Fahrzeug besteht dabei schnell einmal aus 300 bis 400 Teilen. In einer bis zwei Wochen ist das gute Stück jeweils gebaut. «Je nach Freizeit eben.»

Wie sie ihre Zukunft bauen wollen, wissen die beiden zwar noch nicht genau. «Maschinenbauer oder -ingenieur würden mich aber schon reizen», sagt Benedikt. Wen wunderts.

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