Laufenburg

Nach dem Nein zum Museumsprojekt: Gönner stellt Zahlungen ein

Hannes Burger – hier in der Sophie-Rüscher-Stube des Museums – bedauert den Rückzug des Gönners sehr.

Hannes Burger – hier in der Sophie-Rüscher-Stube des Museums – bedauert den Rückzug des Gönners sehr.

Nach der Abstimmung vom Sonntag zieht sich ein grosszügiger Gönner zurück. Was mit den bereits gespendeten 100'000 Franken passiert, ist offen.

Das Nein der Ortsbürger zum Sanierungsprojekt des Museums Schiff hat auch finanzielle Folgen: Ein Gönner, der das Museum und weitere Vereine bislang grosszügig unterstützt hat, zieht sich zurück.
Er sei vom Entscheid sehr enttäuscht, sagt der gebürtige Laufenburger, der namentlich nicht erwähnt werden will.

Vor allem stört ihn, dass die Ortsbürger mit ihrem Nein die Mehrheitsmeinung der Einwohner kippen konnten. Er hält den Entscheid für «nicht loyal». Er befürchtet zudem einen Reputationsschaden für Laufenburg.

Der Gönner sprang ein, als die Stadt den vorgesehenen Beitrag von Einwohner- und Ortsbürgergemeinde aus finanziellen Überlegungen um 100'000 Franken auf 1,35 Millionen Franken gesenkt hatte und schoss die 100'000 Franken ein – weil ihn das Projekt «voll und ganz» überzeugt hatte und er das Museum als Leuchtturm mit Ausstrahlung in die weitere Zukunft von Laufenburg sieht, wie er der AZ in einem langen Telefongespräch sagt. Er hat das Projekt selber gründlich geprüft und kam dabei zum gleichen Ergebnis wie Architekt Walter Tschudin, der ein unabhängiges Gutachten zum Projekt erstellt hat.

Der Laufenburger wäre nach eigenen Aussagen auch bereit gewesen, das Museum künftig grosszügig mit jährlichen Beiträgen zu unterstützen. Diese Zusage hat er nun zurückgezogen. Er werde aber noch mindestens so lange Vereinsmitglied bleiben, wie Hannes Burger den Museumsverein führe. «Hannes Burger führt den Verein mit grossem Engagement und Herzblut und wusste mit mir als Sponsor mit grossem Fingerspitzengefühl umzugehen», sagt der Gönner.

Was mit den 100'000 Franken passiert, die er dem Museumsverein für das nun nicht realisierbare Projekt bereits zugesagt und auch schon überwiesen hat, lässt der Laufenburger offen. Es sei gut möglich, dass er die Summe oder einen Teil davon dem Museumsverein überlasse – «als endgültiges Abschiedsgeschenk».

Hannes Burger bedauert den Entscheid des Gönners «natürlich ausserordentlich», wie er auf Anfrage sagt. «Die Familie hat sehr viel für die Stadt, die Kultur und das Museum getan und sich finanziell stark engagiert.» Dass sich der Gönner nun zurückziehe, «ist ein herber Verlust».

Archiv kommt in eine Zivilschutzanlage

Burger selber, der am Sonntag einen Rücktritt als Vereinspräsident zumindest mittelfristig nicht ausschloss, gibt sich am Montag bereits wieder kämpferischer. «Ich gebe nicht so schnell auf», sagt er und will mindestens noch so lange im Amt bleiben, bis eines seiner «Kinder», die seriöse Neuarchivierung, erwachsen geworden ist – sprich: abgeschlossen ist.

Die Gemeinde und die kantonale Zivilschutzorganisation haben dem Museumsverein in Rheinsulz eine Zivilschutzanlage zur Verfügung gestellt, die das Museum als Aussenlager für die umfangreiche und wertvolle Sammlung nutzen kann. «Die Bedingungen in der Anlage sind optimal», sagt Burger, der bereits mit dem Archivieren begonnen hat. Bis in einigen Monaten, wenn die Archivierung abgeschlossen ist, wird in Rheinsulz ein Grossteil der Fotos und Bilder, die im Besitz des Museums sind, eingelagert sein.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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