Kaiseraugst

Nach Dachstockbrand: Metzger verliert seinen Laden – will aber in einem Provisorium weitermachen

Roland Rickenbacher muss den Betrieb seines Dorfladdens wegen eines Brandes einstellen.

Roland Rickenbacher muss den Betrieb seines Dorfladdens wegen eines Brandes einstellen.

Nach dem Brand in Kaiseraugst muss der Dorfladen-Betreiber schliessen und Unmengen an Lebensmitteln wegwerfen. Dennoch sucht er nach einer schnellen Lösung und einem Standort für ein Provisorium.

Ein beissender Geruch liegt über der Dorfstrasse. Die Front des dreistöckigen Gebäudes mit der Nummer 39 wird von einer Plane bedeckt. Die Feuerwehr hat die Liegenschaft, in deren Dachstock am Freitagnachmittag aus noch ungeklärten Gründen ein Feuer ausbrach, zur Sperrzone erklärt.

Roland Rickenbacher, 60, der im Erdgeschoss des Gebäudes einen Dorfladen mit Metzgerei und Party-Service betreibt, hat der Brand übel mitgespielt. Die Hitze des Feuers und das durch das Gebäude sickernde Löschwasser haben Lebensmittel im Wert von mehreren Zehntausend Franken innert weniger Minuten verderben lassen – auch rund eine halbe Tonne Fleisch, weil die Kühlkette unterbrochen wurde.

Existenz vorübergehend zerstört

«Es schmerzt sehr, so viele Lebensmittel wegwerfen zu müssen», sagt Roland Rickenbacher. Bereits seit über 26 Jahren führt er den kleinen Laden im Dorfzentrum. Frau und Tochter sowie eine weitere Angestellte helfen ihm dabei. «Wir waren schockiert. Unsere Existenz ist vorübergehend zerstört», sagt er. Gespräche mit der Versicherung haben ergeben, dass der Schaden in den Räumlichkeiten, in den Rickenbacher zur Miete ist, so gross sei, dass dort vorerst kein Laden mehr geführt werden könne.

«Wir haben viel Trost und aufmunternde Worte von Stammkunden, Lieferanten und der Gemeinde erhalten», sagt Roland Rickenbacher. «Das gibt uns Kraft, nach vorne zu schauen.»

Brand in Kaiseraugst

Brand in Kaiseraugst

Zwar hat Rickenbacher eine Betriebsausfallversicherung abgeschlossen, dennoch will er rasch eine Lösung finden, um seinen Laden, den Catering-Betrieb und seine Grill-Events weiterzuführen. Denkbar sei etwa ein Provisorium in einem Container-Bau auf dem Schulplatz, so Rickenbacher.

Wichtig sei, dass das Provisorium wieder im Dorfzentrum zu stehen kommt. «Viele unserer Kunden wohnen im Dorfzentrum und schätzen die geringe Distanz zum Laden», so Rickenbacher. Auch, dass das Provisorium eine gewisse Grösse und damit ein nicht zu kleines Sortiment habe, sei wichtig. «Wenn ich einfach nur einen Kiosk aufmache, kommt ja kaum einer.»

Bevor es mit einem allfälligen Provisorium zur Wiedereröffnung kommt, müsse jedoch einiges an Inventar neu angeschafft werden. Etwa ein neues elektronisches Kassensystem, da in das alte Löschwasser reingelaufen ist. Auch Geschirr, Besteck und Servierplatten für das Catering sind durch den Brand unbrauchbar. Immerhin blieben das Büro und die Holzkohle-­Grills verschont. «Ziel ist es, dass diese sobald wie möglich zum Einsatz kommen», so ­Rickenbacher. Schliesslich sei der Sommer angebrochen.

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