Laufenburg

Nach dem Crash mit der Passerelle kommt ein provisorischer Steg

Bis die provisorische Fussgängerüberführung steht, sorgt ein Lotsendienst dafür, dass die Kindergärtner und Primarschüler sicher über die Strasse kommen. dka

Bis die provisorische Fussgängerüberführung steht, sorgt ein Lotsendienst dafür, dass die Kindergärtner und Primarschüler sicher über die Strasse kommen. dka

Ein Lotsendienst sichert den Schulweg, bis ein provisorischer Fussgängerübergang erstellt ist.

Die «Notmassnahmen» in Laufenburg greifen: Ein Lotsendienst sorgt seit Montag am Morgen und Mittag dafür, dass die Kindergärtler und Primarschüler die stark befahrene Winterthurerstrasse auf ihrem Schulweg sicher überqueren können. In den nächsten Tagen soll in dem Bereich, in dem bis zum letzten Freitag der «Schülersteg» stand, eine provisorische Überführung eingerichtet werden. «Spätestens in zwei Wochen» soll das Provisorium laut Stadtammann Herbert Weiss stehen.

Nötig wurden die Massnahmen, da ein zu hoch beladener Sattelschlepper am Freitagabend an der Brücke hängen blieb und diese zerstörte. Die Überführung, die 1983 errichtet wurde, diente den Schülern in den letzten 33 Jahren als Übergang und sicherte so ihren Schulweg ab. Für Weiss ist deshalb klar: Auch bei der «Notbrücke» muss die Sicherheit oberste Priorität haben. «Die Not-Passerelle muss so gebaut sein, dass sie kleine Kinder alleine benutzen können.»

Gleichzeitig macht sich die Stadt nun daran, eine dauerhafte Lösung für eine neue Passerelle zu planen. «Wir werden in den nächsten Tagen Offerten einholen», sagt Weiss. Dies, die Planungsarbeiten und der Bau benötigten «schon etwas Zeit», so Weiss. Der Stadtammann rechnet denn auch nicht damit, dass die neue Fussgängerüberführung bereits in wenigen Wochen steht. Zumal: «Das Ganze ist ein Versicherungsfall.» Man vergebe keinen Auftrag, bevor man von der Versicherung des Unfallverursachers nicht grünes Licht habe. Dass diese zahlen muss, steht für Weiss indes ausser Frage. «Die Stadt trifft keine Schuld, wir können nichts für den Unfall.» Die Brücke habe die Normen erfüllt. Notfalls, so Weiss, «werden wir darum kämpfen, dass die Versicherung die Kosten übernehmen muss.»

Kosten um die 100 000 Franken

Für Weiss muss die Versicherung des Unfallverursachers nicht nur die Kosten für die neue Überführung übernehmen, sondern auch jene für den Lotsendienst und das Provisorium. Kurz: «Alle Kosten, die uns aufgrund des Unfalls entstehen.»

Wie viel eine neue Überführung kosten wird, kann Weiss nicht abschätzen. Vor etwa einem Jahr liess die Stadt eine Grobofferte erstellen, da die nun zerstörte Passerelle in absehbarer Zeit hätte saniert werden müssen. «Die Grobofferte bezifferte die Kosten auf 100 000 bis 150 000 Franken.»

Kurz diskutiert hat der Gemeinderat an seiner Sitzung vom Montag auch über eine andere Variante: eine Unterführung. Diese stand bereits in den 1960er-Jahren ein erstes Mal zur Diskussion und wurde in den 1980er-Jahren, als über die Passerelle debattiert wurde, erneut ins Spiel gebracht. Die Idee war, eine Unterführung vom Hotel Bahnhof bis hinter den Bahnhof zu bauen und auf Höhe der Bäckerei Maier einen Auf- und Abgang einzurichten. Ein Promotor der Variante «unten durch» war René Leuenberger senior.

Die Idee wurde verworfen – auch aus Kostengründen. Auch jetzt meint Weiss mit Blick auf die Finanzlage der Stadt: «Kostenmässig liegt eine Unterführung kaum drin.» Man verfolgt die damalige Idee derzeit denn auch nicht weiter, sondern will sich darauf konzentrieren, die Passerelle wieder aufzubauen.

Zwei Vorkämpferinnen

Vorkämpferinnen für den «Schülersteg» waren in den 1980er-Jahren Elsbeth Huggenberger und Therese Unternährer, die damals beide in der Schulpflege sassen. Sie wohnten «ennet» der Bahnlinie und ihre Kinder mussten die Strasse tagtäglich queren. Die Überführung «war eigentlich ein ‹Mütterprojekt›», schreibt Huggenberger in einem Mail an die az, «da auch Unfälle vorn beim Fussgängerstreifen beim Café Maier uns aufgeschreckt hatten». Die beiden setzten sich durch, was Huggenberger noch heute freut. «Wenn ich zurückschaue auf meine Schulpflegezeit, sage ich jeweils, dass ich darauf wirklich stolz bin.»

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