Hellikon/Herznach

Nach dem besinnlichen Fest die Party – die Fricktaler Stephansbälle feiern dieses Jahr Jubiläum

Vergangene Woche begannen in Herznach die Aufbauarbeiten für den Stephansball.

Vergangene Woche begannen in Herznach die Aufbauarbeiten für den Stephansball.

Die beliebten Anlässe in Hellikon und Herznach finden auch dieses Jahr wieder statt.

Die Geschichte geht so: An einem verschneiten und kalten Dezemberabend Ende der 1980er-Jahre machen sich ein paar Jungs und Mädchen aus Herznach auf ihren Töffli auf den Weg nach Hellikon. Sie wollen dort den Stephansball besuchen.

Als sie halb erfroren in Hellikon ankommen, wird ihnen allerdings kein Einlass gewährt  – also fahren die Jungs und Mädchen wieder zurück und beschliessen: So ein Fest, das können wir auch selber organisieren. Es ist die Legende, die in Herznach gern erzählt wird, wenn es darum geht, wie der Stephansball im Dorf entstanden ist. Wobei: «Es ist unklar, wie viel davon wirklich wahr und wie viel gut erfunden ist», sagt David Wernli, Präsident des heutigen OKs, mit einem Lachen.

Klar ist hingegen: Der Stephansball in Herznach findet in diesem Jahr zum 30. Mal statt. Und: Auch das «Vorbild» in Hellikon feiert einen runden Geburtstag – den dortigen Stephansball gibt es sogar schon seit 50 Jahren.

«Angefangen hat das damals im eher kleinen Rahmen, organisiert von einer kleinen Gruppe als privates Fest», sagt Fabian Schlienger, Präsident des Helliker Organisationskomitees. Später, als der Ball immer grösser wurde, übernahm die Musikgesellschaft die Organisation.

Der Stephansball hat einen fixen Platz im Kalender

In Herznach wie in Hellikon gilt: «Wer an den Ball kommt, hat genug von stillen Nächten, Weihnachtsbaum und Kerzenschein», wie Schlienger es ausdrückt. Am Stephansball geht es nämlich ziemlich laut zu und her.

In Herznach feiern am Stephanstag jeweils über 2000 Menschen, in Hellikon ebenfalls ein paar Hundert. «Der Ball ist ein Fixpunkt im gesellschaftlichen Leben des Dorfes», sagt David Wernli. Ähnlich in Hellikon: «Wir sagen immer, dass der Ball im Dorf zur Kultur gehört», sagt Fabian Schlienger.

Neben jungen Partygästen treffen sich an den beiden Anlässen immer auch ältere Einwohner oder Heimweh-Fricktaler sowie ehemalige Helfer und Organisatoren. Viele von ihnen seien gar Stammgäste, sagen beide OK-Präsidenten. «Der Stephansball hat einen fixen Platz im Kalender», so Schlienger. Quasi als Party nach dem Fest.

Für die anstehenden Jubiläumsausgaben haben sich beide OKs besondere Highlights einfallen lassen. In Herznach haben Personen mit Jahrgang 1989, also die Jahrgänger des Balls, gratis Eintritt. Und natürlich darf eine grosse Geburtstagstorte nicht fehlen.

«Sie wird um Mitternacht serviert und die Gäste können ein Stück davon gewinnen», sagt Wernli. In Hellikon sind alle ehemaligen Helfer und Organisatoren eingeladen. Stargast ist ausserdem Achim Petry, Sohn des bekannten deutschen Schlagerstars Wolfgang Petry. Er hat eigene Songs dabei, singt aber auch die grossen Hits seines Vaters, wie etwa «Wahnsinn».

Die Entstehungsgeschichte von Herznach mit der langen Töfflifahrt ist übrigens auch in Hellikon bekannt. «Sie ist uns schon zu Ohren gekommen», sagt Fabian Schlienger mit einem Lachen, fügt dann an: «Wir sind den Herznachern aber natürlich nicht böse, dass sie das bei uns abgeschaut haben. Die beiden Anlässe funktionieren ja gut nebeneinander.»

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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