Wallbach
Nach Beschwerden über Alunova herrscht auch zwischen den Räten dicke Luft

Das freundschaftliche Verhältnis zwischen den beiden Schwestergemeinden Wallbach habe sich deutlich abgekühlt, beklagt der deutsche Ortsvorsteher. Der Schweizer Ammann sieht die Lage weniger kritisch.

Marc Fischer
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Vielen Wallbachern ist die Alunova auf deutscher Seite ein Dorn im Auge. Und auch zwischen den Behörden hat sich das Verhältnis in den letzten Jahren abgekühlt.

Vielen Wallbachern ist die Alunova auf deutscher Seite ein Dorn im Auge. Und auch zwischen den Behörden hat sich das Verhältnis in den letzten Jahren abgekühlt.

archiv/nbo

Mit den Beziehungen zwischen den beiden Wallbach steht es nicht zum Besten. Bereits vor drei Wochen beklagte der deutsche Ortsvorsteher Fred Thelen in der Aargauer Zeitung, dass das «bis vor drei Jahren freundschaftliche Verhältnis mit unserer Schwestergemeinde sich heute auf Beschwerden über die Alunova reduziert». An der letzten Sitzung des Ortschaftsrats von Badisch-Wallbach waren die Beziehungen über den Rhein gemäss dem «Südkurier» erneut ein Thema.

Es habe keinen Stil, wenn man Anfragen nicht beantworte, sagte Fred Thelen da.
Gegenüber der az präzisiert Thelen seine Vorwürfe: «Tradition war es bereits seit vielen Jahren, dass sich die Gemeinderäte beider Wallbach jeweils am Pfingstsonntag einmal hüben und einmal drüben trafen, um sich bei einem gemeinsamen Hock auszutauschen.» Diese «gute Tradition» sei nach einem Jahr unter dem aktuellen Gemeindeammann aufgegeben worden.

«Einladungen unsererseits zu Anlässen werden offiziell nicht mehr wahrgenommen. Wir werden aber weiterhin solche Einladungen senden.» Fred Thelen, Ortsvorsteher Wallbach DE

«Einladungen unsererseits zu Anlässen werden offiziell nicht mehr wahrgenommen. Wir werden aber weiterhin solche Einladungen senden.» Fred Thelen, Ortsvorsteher Wallbach DE

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Und weiter: «Bis vor drei Jahren waren Kontakte beider Schulen mit gegenseitigen Besuchen ein aufflammender neuer Versuch. Ein Schreiben unserer Schule mit einer entsprechenden Anfrage, diese Beziehung fortzusetzen, wurde im vergangenen Jahr nicht mehr beantwortet.» Auch Einladungen zu gemeindlichen Anlässen auf Schweizer Seite erfolgen laut Thelen, der die Entwicklung «ausdrücklich bedauert», keine mehr. «Einladungen unsererseits zu Anlässen werden offiziell nicht mehr wahrgenommen. Wir werden aber weiterhin solche Einladungen senden.»

«Es gibt weniger Kontakt»

Für die Zukunft wünsche er sich wieder bessere Kontakte, wie sie unter Nachbarn üblich sein sollten, so Thelen weiter. Und er betont, dass im Bereich der Feuerwehr oder der Pontoniere auch aktuell gute Kontakte über die Grenze hinweg bestehen. «Gegenseitige Besuche, zum Beispiel auf Pfingsten und zu unserem Dorffest, aber auch gegenseitige Hilfen bei drohendem Hochwasser auf Schweizer Seite sind ein erfreulicher Beweis gut gelebter Nachbarschaft.»

Auf Schweizer Seite sieht Gemeindeammann Paul Herzog das Problem deutlich weniger gravierend. «Es herrscht keineswegs Funkstille zwischen den beiden Gemeinden», sagt er. Allerdings räumt auch er ein: «Es gibt weniger Kontakte zwischen den Räten als früher.» Und auch das offizielle Treffen an Pfingsten finde nicht mehr statt. Den Grund sieht Herzog in der zeitlichen Belastung der Ratsmitglieder. «Wir versuchten, unsere Verpflichtungen etwas zu reduzieren.» Die Beziehungen zur Schwestergemeinde seien deswegen aber nicht schlecht. «Wir haben den Kontakt nicht verloren», betont Herzog. «Ich werde etwa an Pfingsten als Privatperson Badisch-Wallbach besuchen.» Von unbeantworteten Anfragen will der Ammann nichts wissen. «Dass es in Sachen Schule eine Anfrage gab, ist mir nicht bekannt.»

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