In vielen Aargauer Gewässern werden in Zukunft keine Forellen mehr ausgesetzt. Das hat der Kanton beschlossen. «Erfolgskontrollen von solchen Besatzungsmassnahmen zeigen, dass der erhoffte Erfolg in vielen Fällen ausbleibt», erklärt Christian Tesini, Fachspezialist bei der Abteilung Jagd und Fischerei des Kantons. Stattdessen soll der Lebensraum der Fische aufgewertet werden, um so deren Verbreitung zu fördern.

Im Aargau schlägt diese Ankündigung teils hohe Wellen, wie diese Woche die SRF-Sendung «Schweiz aktuell» berichtete. Auch in Laufenburg sind die Fischer nicht eben begeistert. Das gibt Alfred Künzli, Zunftmeister der Fischerzunft, offen zu. Rund 4000 Fische wurden im von der Zunft gepachteten Revier 6 – dem Rheinabschnitt von Laufenburg bis Leibstadt – in den letzten Jahren ausgesetzt. Die Laufenburger waren von allen Fricktaler Pächtern die einzigen, die auf eine Besatzung setzten. «Wir wollten so lange weiterhin Forellen aussetzen, bis die Ergebnisse der Untersuchungen des Kantons vorliegen», sagt Künzli. Nun ist klar: Die Besatzung wie bisher wird nicht weitergeführt, zu wenig hat sie gebracht.

«Das ist eine Chance»

«Es bringt aber nichts, deswegen nun die Faust im Sack zu machen», sagt Künzli. Stattdessen mache sich die Fischerzunft nun beim Kanton für andere Massnahmen stark: «Es ist wichtig, dass wir die Initiative ergreifen und selber Projekte angehen.» Der Kanton hat zudem versprochen, die Gelder, die bis anhin in die Besatzung flossen, neu in die Aufwertungsmassnahmen zu stecken. «Das ist für uns auch eine Chance», ist Künzli überzeugt.

Ein Projekt ist bereits umgesetzt: Im Januar wurde am Rhein in Laufenburg Kies aufgeschüttet, damit die Fische besser laichen können. Im Juli wird nun das Delta des Sulzerbachs aufgewertet, um auch hier bessere Laichplätze zu schaffen. Daneben soll die Rheinforelle speziell gefördert werden. «Wir hoffen, dass wir eine Zucht mit rund 400 Muttertieren aus dem Rhein aufbauen können», sagt Künzli. Die Jungtiere aus deren Laich wären – anders als die bisher ausgesetzten Fische – an die Bedingungen im Rhein gewöhnt. «Die Erfolgschancen wären somit deutlich höher.» Der Kanton habe für diese Projekte grünes Licht gegeben, so Künzli.