Kiosk
Nach Ärger um Fricker Badi-Kiosk: «Ein offenes Restaurant gehört zur Dienstleistung»

Der Kiosk im Fricker Schwimmbad bleibt zu, wenn nicht viel los ist. In anderen Aargauer Badis sind die Restaurants auch dann offen.

Nadine Böni
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Die Diskussion um den Kiosk in der Fricker Badi hat sich beruhigt. az Archiv

Die Diskussion um den Kiosk in der Fricker Badi hat sich beruhigt. az Archiv

Nadine Böni

Der Kiosk im Schwimmbad in Frick sorgt mit seinen unregelmässigen Betriebszeiten für Diskussionen. An weniger schönen Tagen, wenn in der Badi nicht viel los ist, bleibt er zu. Daran stören sich einige Badi-Gäste und machen ihrem Unmut auf Facebook Luft. Wie gehen Wirte in anderen Schwimmbädern mit weniger schönen Tagen um? Die az hat nachgefragt.

Für viele Kioske und Restaurants gilt: Hat die Badi offen, sind auch sie offen. Etwa in der Badi in Döttingen bei Isabella Weiss. «Ich halte mich an diesen Grundsatz», sagt sie. «Ich bin der Meinung, dass ein Kiosk im Schwimmbad eine Dienstleistung für die Gäste ist», sagt Weiss. Statt zu schliessen, reduziert sie deshalb an weniger schönen Tagen einfach das Angebot. So müsse sie weniger Ware fortwerfen. «Dafür haben die Leute Verständnis», sagt Weiss.

Information auf Facebook

Auch im Strandbad Beinwil am See hat das Restaurant offen, wenn die Badi offen ist. «Das ist eine vertraglich festgehaltene Pflicht des Pächters», sagt Silvan Suter. Er ist Leiter des Strandbads, seine Eltern helfen im Restaurant mit. Gerade an Wochenenden komme es sogar vor, dass das Restaurant offen hat, obwohl die Badi wegen schlechtem Wetter zu ist. Das Gelände des Seebads ist auch dann zugänglich. «Daher gibt es viele Wanderer und Spaziergänger, die einkehren», sagt Suter.

Über die Öffnungszeiten des Restaurants und des Seebads informiert der Badi-Leiter immer aktuell auf der Facebook-Seite des Betriebs. «Es ist wichtig, dass die Leute wissen, was sie erwartet», sagt er. Suter kann daher den Unmut der Fricker Badi-Gäste teilweise nachvollziehen: «Ist das Restaurant zu, bedeutet das für den Gast eine Einbusse bei der Dienstleistung, für die er mit dem Eintritt bezahlt hat», sagt Suter.

Das sieht Günther Simon, Teamleiter im Restaurant der Badi Wohlen, ähnlich. Nur wenn der Badmeister das Schwimmbad schliesst, bleibt auch das Restaurant zu. Bei schlechtem Wetter gibt es reduzierte Öffnungszeiten – damit sich Stammgäste verpflegen können. «Wir sind ein Dienstleistungsbetrieb, der zur Badi dazu gehört», sagt Simon. Wer ein Badi-Restaurant übernehme, wisse, auf was er sich einlasse – «dazu gehört auch schlechtes Wetter».

Verständnis für Wirt

Aber auch Verständnis für das Vorgehen des Fricker Pächters ist in den Aargauer Badis zu vernehmen. «Wir müssen wirtschaftlich denken», sagt eine Pächterin, die anonym bleiben will. Sie schliesst den Kiosk in ihrem Schwimmbad bei schlechtem Wetter. «Die Gäste sehen oft nicht, was für einen Aufwand wir betreiben. Das ist schade», sagt sie.

Solche Minustage zählen für die anderen Pächter aber nicht als Argument: «Es bringt nichts, einzelne Tage wirtschaftlich anzuschauen. Am Ende steht eine Mischrechnung – und diese muss stimmen», sagt etwa Isabella Weiss.