Laufenburg

Nach angekündigtem Rückzug: Gönner macht dem Museum Schiff ein Abschiedsgeschenk

Nach dem Nein zum Erweiterungsprojekt steht beim Museum Schiff eine Sanierung im Vordergrund.

Nach dem Nein zum Erweiterungsprojekt steht beim Museum Schiff eine Sanierung im Vordergrund.

Ein gebürtiger Laufenburger spentete 100'000 Franken für das Museumsprojekt. Der Verein kann das Geld nun für die Archivierung nutzen.

Gute Nachricht für den Museumsverein Schiff und die Stadt Laufenburg: Der Gönner, der 100'000 Franken in die Erweiterung des Museums Schiff investieren wollte, wird zumindest einen Teil dieses Betrages in das von Hannes Burger initiierte Archivierungsprojekt investieren.

Hannes Burger, der den Museumsverein präsidiert, will in den nächsten Monaten in einer Zivilschutzanlage das Aussenmagazin des Museums einrichten und hier einen Grossteil der bedeutenden Sammlung an Bildern und Fotografien unterbringen. Die Anlage wird dem Verein von der Stadt Laufenburg und der kantonalen Zivilschutzorganisation zur Verfügung gestellt.

«Das ist ein wichtiges Projekt zur Erhaltung von altem Laufenburger Kulturgut», sagt der Gönner, ein gebürtiger Laufenburger. «Daran beteilige ich mich gerne, denn dies entspricht meiner Intention.»

Höhe des Beitrages hängt von den Projektkosten ab

Wie hoch der Projektbeitrag sein wird, lässt der Gönner offen. Das hänge von den Kosten des Projekts ab, sagt der Laufenburger. Maximal seien es aber die für das Erweiterungsprojekt zugesicherten und dem Verein auch bereits ausbezahlten 100'000 Franken.

Der Museumsverein wollte das Museum Schiff für 4,1 Millionen Franken erneuern und erweitern. An den Kosten sollten sich die Einwohner mit 500'000 Frankenbeteiligen, die Ortsbürger mit 850'000 Franken. Gegen die entsprechenden Entscheide der beiden Gemeindeversammlungen ergriff die «IG 5080/5085» erfolgreich das Referendum.

In der Abstimmung sagten die Einwohner am Sonntag zwar mit 483 zu 451 Stimmen Ja zum Kredit, die Ortsbürger lehnten ihren jedoch mit 174 gegen 156 Stimmen ab. Ohne das Geld der Ortsbürger kann das vorliegende Projekt jedoch nicht realisiert werden. Wie es mit dem Museum Schiff nun weitergeht, ist derzeit denn auch offen. Klar ist: Das Museum muss dringend saniert werden; insbesondere der Dachstuhl befindet sich in einem desolaten Zustand.

Auch andere Beiträge kommen auf den Prüfstand

Der Gönner, den der Entscheid der Ortsbürger vom Sonntag «sehr enttäuscht» hat, unterstützt auch andere Laufenburger Vereine. Er macht gegenüber der AZ klar: «Auch die Beiträge an andere Vereine werden auf den Prüfstand gestellt.» Über projektspezifisches Sponsoring könne man aber auch in Zukunft mit ihm reden. Zudem: «Bereits getätigte Zusagen bleiben auf jeden Fall bestehen.» Hier gelte für ihn die Devise: «ein Mann, ein Wort».

Das Archivierungsprojekt passe gut zur Situation nach dem Nein zum Museumsprojekt, sagt der Gönner, ein Kreis schliesse sich damit. «Eine Archivierung stellt immer auch einen Abschluss dar – genau wie mein Abschiedsgeschenk.»

Hannes Burger freut sich riesig über den Entscheid des Gönners. «Das ist der Aufsteller des Tages. Sein Beitrag ermöglicht es uns, das wichtige Laufenburger Kulturgut professionell einzulagern.» Bislang hatte Burger, die treibende Kraft hinter dem Archivierungsprojekt, angedacht, aus Kostengründen mit einfachen, selbst geschreinerten Gestellen sowie mit Provisorien zu arbeiten. «Das wäre zwar auch gegangen», so Burger, «aber für die Kulturgüter wäre das sicher nicht optimal».

Als erster Schritt wird Burger nun zusammen mit weiteren Vorstandskollegen des Museumsvereins ein Konzept ausarbeiten. «Wir wollen dabei keine Luxuslösung», betont Burger. «Aber wir können so eine Lösung ausarbeiten, mit der die Bilder und Dokumente für viele Jahre sicher eingelagert werden können.»

Bilder können professionell gelagert werden

Als Beispiel nennt Hannes Burger einen professionellen Umgang mit den Bildern, der so möglich werde. Ohne den Sponsorbeitrag hätte man die Bilder wohl einfach in die Gestelle legen und so einlagern müssen. «Nun können wir sie so lagern, wie es andere Museen auch tun – hängend.»

Hannes Burger, der sich am Dienstag Inspirationen in anderen Museen holte, will das Archivierungsprojekt «in den nächsten Monaten» realisieren. Bis dahin dürfte auch klar sein, wie es mit dem Museum Schiff weitergeht.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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