Eiken

Nach Abgang der Gemeindeschreiberin: Ex-Ammann kritisiert Personalentscheid

Renate Bitter richtet Vorwürfe an ihre ehemaligen Ratskollegen.

Renate Bitter richtet Vorwürfe an ihre ehemaligen Ratskollegen.

Nachdem bekannt wurde, dass Gemeindeschreiberin Margitta Zumbach die Gemeinde verlässt, richtet Ex-Ammann Renate Bitter Vorwürfe an ihre ehemaligen Ratskollegen.

«Was ist nur passiert? Schon wieder muss eine wichtige Position in der Gemeinde Eiken neu besetzt werden. Jeder weiss, personelle Veränderungen sind immer sehr einschneidend, bringen Unruhe und Unsicherheiten mit sich», heisst es in einem Leserbrief, der die AZ gestern erreichte.

Und weiter: «Neue Stellenbesetzungen sind mit viel zeitlichem und auch grossem finanziellem Aufwand verbunden. Eine Situation, die weder Ruhe noch Vertrauen in die Gemeinde Eiken bringt.»

Der Leserbrief bezieht sich auf die Tatsache, dass Gemeindeschreiberin Margitta Zumbach die Gemeinde nach nur sieben Monaten wieder verlässt. Man habe sich im gegenseitigen Einvernehmen getrennt, schrieb die Gemeinde diese Woche in einer Mitteilung (AZ von gestern).

«Situation macht mich betroffen»

Pikant am Leserbrief: Die Verfasserin der Zeilen ist Renate Bitter, die im vergangenen Mai nach nur gerade sieben Monaten von ihrem Amt als Gemeindeammann zurückgetreten war. Damals begründete sie ihren Entscheid mit fehlendem Rückhalt im Gemeinderat.

Nun bemängelt sie, dass wohl auch Margitta Zumbach der Rückhalt gefehlt habe. «Ich bin Personalfachfrau, Personal ist mein Metier», begründet sie auf Anfrage der AZ, weshalb sie sich nur wenige Monate nach ihrem Rücktritt wieder zur Gemeindepolitik äussert. «Als Arbeitgeber hat man eine Verantwortung gegenüber den Leuten, die man anstellt. Ein Abgang nach nur sieben Monaten macht mich deshalb betroffen.»

Ihre Betroffenheit und ihr Verantwortungsgefühl gewichtet sie höher als die Frage nach dem politischen Stil. Dass ihre Wortmeldung wohl auch nicht zur Ruhe in der Gemeinde beiträgt, nimmt sie dabei in Kauf. «Möglicherweise gibt es Leute, die sagen, ich hätte mich nicht äussern sollen», sagt sie. «Aber eine Trennung nach so kurzer Zeit ist auch schlechter Stil.»

Die Anstellung von Margitta Zumbach erfolgte in der kurzen Ammann-Amtszeit von Renate Bitter. Sei sei enttäuscht darüber, dass man eine so fähige und kompetente Person einfach ziehen lasse, schreibt Bitter in ihrem Leserbrief und richtet weitere Vorwürfe an die Adresse ihrer ehemaligen Ratskollegen.

Unter anderem greift sie Aussagen von Gemeinderat und Ammann-Kandidat Stefan Grunder aus einem AZ-Interview auf. Grunder hatte Ende August gesagt, in der Vergangenheit hätten die Köpfe im Rat nicht zusammengepasst und einzelne Ratsmitglieder hätten zu viel auf einmal gewollt.

Diese Aussage sei «zu lapidar», schreibt Bitter und lasse sie zweifeln, «ob sich der Gemeinderat über seine Aufgaben und seine Verantwortung im Klaren ist». Man könne nicht immer «den Weg des geringsten Widerstands» wählen und einfach die Köpfe auswechseln.

«Mit dieser Haltung kann man sich nicht weiterentwickeln und auch keine nachhaltigen Lösungen erzielen.» Die Gemeinde brauche künftig «starke Persönlichkeiten» und der Gemeinderat «kritikfähige Personen, die sich mit verschiedenen Meinungen sachlich und fachlich auseinandersetzen können».

Kein Kommentar des Gremiums

Christoph Aebi, der die Geschicke von Eiken ad interim leitet, verzichtet nach Absprache mit dem Gremium darauf, die neuen Vorwürfe von Renate Bitter zu kommentieren. Bei Bitters Rücktritt im Mai hatte sich Aebi noch gegen die Vorwürfe gewehrt.

«Der Gemeinderat versteht sich als kollektives Gremium. Renate Bitter hat in diesem jedoch als Einzelkämpferin fungiert», sagte Aebi damals. Auch Stefan Grunder, dessen Interview-Aussagen Bitter im Leserbrief kritisiert, verzichtet auf eine Stellungnahme.

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