Fricktal
Nach 200 Jahren ist die Gemeinnützigen Gesellschaft am Ende

Die Gemeinnützige Gesellschaft des Bezirks Laufenburg beantragt an ihrer Versammlung vom 22. Oktober die Auflösung. Das Vermögen soll auf drei Fricktaler Institutionen verteilt werden.

Susanne Hörth
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Die Gemeinnützige Gesellschaft hat auch die Mütter- und Väterberatung im Bezirk Laufenburg gegründet.

Die Gemeinnützige Gesellschaft hat auch die Mütter- und Väterberatung im Bezirk Laufenburg gegründet.

Aargauer Zeitung

1815 wurde die Gemeinnützige Gesellschaft des Bezirks Laufenburg (GGL) gegründet. Und nun, 200 Jahre später, steht sie vor ihrer Auflösung. Die GGL hat im Fricktal bedeutende Spuren hinterlassen. So bereitete sie unter anderem die Gründung der landwirtschaftlichen Schule in Frick vor.

In Betrieb genommen wurde die Schule 1956. Ein wichtiger Meilenstein war zudem die Gründung des Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF). 1979 konnten die ersten Bewohner im Altersheim Bruggbach in Frick, 1988 ins Altersheim Klostermatte in Laufenburg einziehen.

Auf Initiative des GGL entstand weiter auch die Mütter- und Väterberatungsstelle, die dann 1976 an den Gemeindeverband des Bezirks Laufenburg übertragen wurde. In den 1968 und 1976 angepassten Statuten lautete die Zweckbestimmung der Gesellschaft:

«Förderung der Gemeinnützigkeit durch finanzielle Unterstützung und durch eigene Unternehmen, insbesondere fördert die Gesellschaft kulturelle Bestrebungen.» In diesem Sinne gab die GGL als eines dieser kulturellen Projekte 1991 den Bildband «Das Obere Fricktal 1850 bis 1950» heraus.

Auf Gesuch unterstützte die Gesellschaft kulturelle und gemeinnützige Projekte. In den Genuss kamen beispielsweise die Regionale Leichtathletikanlage in Stein, die Schul- und Volksbibliothek in Laufenburg, der Kapellenverein Münchwilen.

Nein aus dem Bezirk Rheinfelden

Bereits seit einigen Jahren steht die Weiterführung des Vereins zur Diskussion. Die Idee eines Zusammenschlusses mit der GG Rheinfelden wurde aufgenommen. Rheinfelden sagte jedoch ab.

Der Vorstand ist sich bewusst, dass viele kulturelle und gemeinnützige Aufgaben heute durch die öffentliche Hand abgedeckt werden. «Ein Weiterführen der GGL in der heutigen Zeit erachten wir nicht mehr notwendig.

Die Auflösung des Vereins wird deshalb beantragt», schreibt der Vorstand in seiner Versammlungsbroschüre. Das verbleibende Vereinsvermögen von 60 000 Franken soll zu je einem Drittel an drei Fricktaler Institutionen verteilt werden, die sich seit Jahrzehnten kulturell und gemeinnützig engagieren.

Es sind dies die Fricktalisch-Badische Vereinigung, die Stiftung Menschen mit einer Behinderung im Fricktal (MBF) sowie der Verein zur Altersbetreuung Oberes Fricktal (VAOF).

Die Versammlung findet am 22. Oktober, 19.30 Uhr in der Kulturwerk-Stadt in Sulz statt.