Fricktal
Nach 14 Jahren verlässt Urs Bisang die Jugendseelsorge Fricktal

Die Anliegen der Jugendlichen liegen im am Herzen. Nach 14 Jahren verlässt Urs Bisang Ende Juni die Fachstelle für Jugendarbeit Fricktal. Neu wird er als Bundespräses bei der Bundesleitung Jungwacht Blauring in Luzern arbeiten.

Sandra Bös
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Urs Bisang hat sich in seinem Büro der Juseso Rheinfelden immer wohlgefühlt. sbö

Urs Bisang hat sich in seinem Büro der Juseso Rheinfelden immer wohlgefühlt. sbö

Sandra Bös

Wie oft kriegt man von Jugendlichen oder Kindern zu hören die Kirche sei «uncool» oder «langweilig». Viel zu oft, finden viele. Gegen diese Einstellung versucht die Juseso Fricktal (Fachstelle für Jugendarbeit) stets anzukämpfen.

Bereits seit 41 Jahren bleibt die Juseso ihrem Konzept treu und gestaltet in Zusammenarbeit mit Pfarreien Jahr für Jahr die Firmvorbereitung für Jugendliche, ebenso den ausserschulischen Religionsunterricht und viele andere Projekte.

Auch Urs Bisang war 14 Jahre lang Teil der Juseso. Für die Zukunft der Jugendseelsorge wünscht er sich vom neuen Team viele neue Ideen und vor allem stets ein offenes Ohr für die Jugendlichen.

Urs Bisang hatte schon früh mit der katholischen Kirche zu tun. Als Jugendlicher besuchte er regelmässig den Kinder- und Jugendverband Jungwacht Blauring (Jubla), der ebenfalls in Verbindung mit der katholischen Kirche steht.

Später studierte Theologie und bewarb sich erfolgreich bei der Juseso, die die «Tochter» aller 25 römisch-katholischen Kirchgemeinden ist, als Jugendseelsorger.

Eine seiner Aufgaben war es, die Jugendlichen auf ihre Firmung vorzubereiten. «Ich habe stets versucht die Jugendlichen zu animieren, sich mit sich selbst und ihrem Glauben auseinanderzusetzen.

Sie sind in einer der wichtigsten Lebensphasen, in der sie sich selbst finden müssen. Man muss die Jugendlichen dort abholen, wo sie stehen, beispielsweise auch bei der Musik. Deshalb habe ich oft Band- oder Gesangseinlagen von Jugendlichen gefördert», erzählt Urs Bisang.

Was ihm am besten an der Juseso gefiel, waren die jährlichen Ostertreffen: «Vor allem die nächtlichen Gottesdienste der Ostertreffen, bei denen die Jugendlichen ihre eigenen Gedanken einbringen und kreativ sein durften waren oft sehr berührend».

Doch nicht alles gefiel Urs Bisang während seiner Tätigkeit bei der Juseso. Vor allem der immer wiederkehrende Kampf um die Finanzierung der Juseso machten ihm manchmal zu schaffen.

«Vor ein paar Jahren gab es eine Zeit, in der die Pfarreien sich nicht mehr sicher waren, ob sich die Finanzierung der Juseso noch lohnt. Es stimmt, dass im Gegensatz zur Anfangszeit der Juseso das Interesse der Jugendlichen klar abgenommen hat. Dennoch gelingt es ihr auch heute noch, Jugendliche für ihre Anlässe und für ein Engagement zu gewinnen», erklärt er.

Auch andere Veränderungen bemerkte Bisang in den vielen Jahren bei der Juseso. «Ich habe das Gefühl, dass die Jugendlichen heute mehr Interesse an Religion und dem Glauben haben als noch vor 15 Jahren.

Die Religion ist wieder öffentlicher präsent, so reagiert zum Beispiel ein Junge darauf , wenn er seinen Lieblingsfussballspieler auf dem Feld sieht, wie er in den Himmel schaut und ein Kreuz küsst. Dafür haben die Jugendlichen heute aber deutlich weniger Wissen über den Glauben und die Religion. Umso wichtiger werden Orientierungshilfen.»

Nun möchte Urs Bisang aber etwas Neues sehen. «Ich habe die Zeit hier sehr genossen, will mich jetzt aber voll auf meine neue Stelle konzentrieren.» Mit dem Zug wird er täglich nach Luzern pendeln, denn dort arbeitet er ab August bei der Bundesleitung Jungwacht Blauring als Bundespräses. Auch hier wird er versuchen, den Glauben bei den regelmässig Treffen mehr zum Thema zu machen.