Kaisten/Ittenthal
«Müssen nicht zu Fuss gehen»: Erstklässler fahren im «Poschti» zur Schule

Durch die Fusion von Kaisten und Ittenthal wird ein Schülertransport durch den Busbetrieb zwingend. Die Kinder stört das nicht im Geringsten: Sie fahren gerne im Bus. Auch der Chauffeur findet lobende Worte für seine jungen Fahrgäste.

Lucas Zeugin
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Die zugestiegenen Kindergärtler freuen sich auf die Heimreise im Postauto.

Die zugestiegenen Kindergärtler freuen sich auf die Heimreise im Postauto.

Lucas Zeugin

Noch herrscht kein Hochbetrieb auf der Linie 144 zwischen Ittenthal und Laufenburg. Normalerweise ist um die Mittagszeit der Schulbus mit einem Fassungsvermögen von 20 Personen bis auf den letzten Platz gefüllt. Die neuen Erstklässler fahren heute noch nicht mit und werden erst ab morgen von Hugo Grenacher in die Schule beziehungsweise wieder nach Hause chauffiert.

So viel Platz hat der «Schulbus»

20 Plätze fasst der Linienbus 144 zwischen Ittenthal und Laufenburg, der täglich Schüler, Kindergärtler und Kinder aus der Spielgruppe transportiert. An normalen Tagen ist das Postauto bis auf den letzten Platz gefüllt.

Trotzdem kommt bald Leben in den Bus. An der Haltestelle bei der Schulstrasse in Kaisten steigen rund 6 Kindergärtler zu. Ein Junge klatscht mit dem Chauffeur ab und gibt fröhlich seine Meinung zu einem Fussballclub kund. Die anderen treffen gestaffelt beim Postauto ein und nehmen brav geordnet auf den Sitzen platz.

Sicherheit im Fahrdienst

«Mit den Kindern hat man praktisch keine Probleme», lobt Hugo Grenacher das Verhalten seiner Passagiere. Durch die Anstellung auf der Post und die Überschaubarkeit von Ittenthal kennt er seine jungen Mitreisenden. Durch die Fusion von Ittenthal und Kaisten wurde der Schulbetrieb der Partnergemeinden zusammengelegt und der Transportdienst für Schüler zwingend.

«Rutsch noch eins nach rechts. Wenn du in der Mitte sitzt, fliegst du nach vorne, falls ich bremsen muss», erklärt er geduldig einem Mädchen, das den Sicherheitsanweisungen ohne Wenn und Aber Folge leistet. Auf die Frage, ob es ihnen gefällt, täglich vom Postauto gefahren zu werden, stimmen alle Kinder ein langgezogenes Ja an.

«So müssen wir wenigstens nicht zu Fuss gehen», gibt ein Junge zu bedenken und fügt an, «ich habe nämlich einen weiten Weg.» Tatsächlich geht die Strecke eingutes Stück den leicht ansteigenden Hang Richtung Ittenthal hinauf. Das soeben ausgestiegene Kind bleibt kurz stehen und geht nach kurzer Zeit über die Strasse.

Hugo Grenacher kontrolliert mit einem Blick in den Rückspiegel das Verhalten der Kindergärtnerin und erklärt die Sicherheitsmassnahme: «Die Kinder müssen hier zuerst warten und dürfen erst über die Strasse, wenn das Postauto schon weggefahren ist.» So gibt man dem Gegenverkehr die Chance, allfällige Gefahren rechtzeitig einschätzen zu können.

Eingespielter Ablauf

Bei jedem Halt vergewissert sich der Chauffeur sicherheitshalber, ob alle am richtigen Ort aussteigen. Sofort sagt ein Kind selbstbewusst: «Wir wissen ja, wie es geht.» Für viele Kinder ist der Ablauf nicht ganz fremd.

Schon die Jüngsten aus der Spielgruppe pendeln in Begleitung mit einer Aufsichtsperson auf der Strecke zwischen Kaisten und Ittenthal und lernen bald die ganze Prozedur kennen. Für den Fall der Fälle hat Hugo Grenacher aber eine Liste mit den Namen aller Kinder, ihren Stundenplänen und Kontaktnummern.

Vor allem in den ersten Wochen nach Schulstart ist es wichtig, den Überblick zu behalten und zu kontrollieren, dass die Abläufe mit dem Ein- und Aussteigen einwandfrei funktionieren. «Manchmal fahren in den ersten Tagen noch Mütter mit, bis die Kinder dann alleine in die Schule gehen», erklärt Hugo Grenacher die kurzweilige Angewöhnungsphase und erinnert praktisch im gleichen Atemzug seine jungen Fahrgäste daran, dass sie die Klingel bedienen müssen, wenn sie aussteigen wollen.

Trotz der wachenden Augen des Chauffeurs kann keine absolute Kontrolle gewährleistet werden und so kann es in äusserst seltenen Fällen zu Missverständnissen kommen. «Einmal stieg ein Kind in Laufenburg in den grossen Bus und fuhr fälschlicherweise nach Frick», schildert Hugo Grenacher eine ungewollte Odyssee eines Schülers vor Jahren. Der Bussfahrer ist aber flexibel und kann gegebenenfalls vergessene Kinder abholen.

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