Im Gesangswettbewerb «The Voice Kids» erreichte Maira Zaugg unter anfänglich 40 000 Sängerinnen und Sängern die Fernsehshow und sang sich dort bis ins Halbfinale. «The Voice Kids» war eine unglaubliche Erfahrung, die mich gesanglich und persönlich sehr viel weitergebracht hat», sagt Maira. «Ich finde es aber wichtig, dass man trotz Erfolg nicht abhebt. Kurz nach dem Wettbewerb habe ich nur noch von «The Voice Kids» geredet. Viele haben mich wohl für eingebildet gehalten, dabei wollte ich nur von meinen Erfahrungen erzählen. Heute weiss ich besser, wann es angebracht ist, über mich zu sprechen, und wann ich besser die Klappe halten sollte», erklärt das Mädchen schmunzelnd und fährt fort: «Ich habe aber auch eine Menge Schwächen.»

Unterstützung von vielen Seiten

Verschmitzt schaut sie zu ihrer Mutter. «Ich bin total unpünktlich. Ausserdem bin ich in allen Ballsportarten absolut unbegabt.» Im Gegensatz zu ihrem 10-jährigen Bruder Manuel, der bei Concordia Basel kickt. Maira Zaugg kann gut über sich selber lachen. Es ist ihr schon bewusst, dass sie ein Ausnahmetalent ist, und sie weiss ihre Stärken zu nutzen. Es fällt ihr leicht, von sich zu erzählen, und auch zu ihrer Zukunft hat sie klare Vorstellungen. «Nach dem Gymnasium möchte ich zuerst eine Zeit lang ins Ausland gehen und dort versuchen ins Musikbusiness einzusteigen.

Abhängig vom Erfolg, könnte ich mir auch vorstellen, Medizin zu studieren, um danach Psychiaterin zu werden. Die Musik wird ganz sicher immer einen grossen Stellenwert in meinem Leben einnehmen, egal wie sich meine musikalische Karriere entwickelt.» Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft im Musikbusiness sind vorhanden. Ausbildung in klassischer Klaviermusik seit ihrem fünften Altersjahr und fünf Jahre Gesangsunterricht an der Musikschule Rheinfelden, wo sie von vielen Seiten unterstützt wird.

Auch Mairas Sommerferien sind ihrer Musikkarriere gewidmet. Erst reiste sie mit ihrer Familie für zwei Wochen zu einem Sommerkurs des Berklee College über Bühnenperformance nach Valencia. Gleich danach ging es weiter nach London, wo während vierzehn Tagen an ihrem Gesang und am Keyboardspielen gefeilt wurde. Nach den Sommerferien wechselt Maira an die Jazzschule Basel. All das zeigt deutlich, dass ihre Eltern ihren musikalischen Werdegang unterstützen, den Blick für die Realität aber nicht verloren haben.

«Die Musikbranche ist unglaublich hart, und man braucht gute Beziehungen», sind sich Mutter und Tochter einig. Vielleicht hilft ihr da ein Song-Contest von «20 Minuten», den sie kürzlich gewinnen konnte. Juroren waren die gleichen wie bei «The Voice of Switzerland». «Die Walliser Sängerin Stefanie Heinzmann fand ich total nett», erinnert sich Maira. Auch mit Mark Sway habe sie sich gut verstanden. Er habe ja einen ähnlichen Background wie sie.

Mairas Mutter Vania ist Brasilianerin, ihr Vater Christian Schweizer. Auf die Frage, ob Mutter und Tochter ab und zu zusammen musizieren, müssen beide lachen: «Ich bin leider noch nicht gut genug, um Maira auf meiner Gitarre zu begleiten», erklärt die Mutter. «Ausserdem singt sie vor allem englische Songs. Zur brasilianischen Musik hat sie bis jetzt noch keine starke Beziehung entwickelt.»

Einmal pro Monat auf der Bühne

Vor rund zwei Jahren stellte Maira ihr erstes Musikvideo auf Youtube. So wurde später auch ein Scout von «The Voice Kids» auf sie aufmerksam, und sogar von Menschen aus anderen Kontinenten kamen Rückmeldungen. Mittlerweile steht sie durchschnittlich einmal pro Monat auf der Bühne. Ihr Repertoire reicht von Bastian Baker über P!nk bis zu eigenen Kompositionen. Michael Jackson ist ihr Lieblingsinterpret.

Ihr nächstes Projekt zeigt eine neue Seite der jungen Musikerin. Mit einem Chor bereitet sie ein Konzert mit Songs aus Walt-Disney-Filmen vor. Auf die Frage, welche Figur ihr am besten gefällt, nennt Maira nach kurzem Nachdenken die schöne, sagenumwobene Indianerprinzessin Pocahontas — das passt doch!