Als die Lehrerinnen und Lehrer der Musikschule Möhlin 2005 beschlossen, einmal im Jahr öffentlich zu konzertieren, ahnten sie nicht, dass daraus eine kleine Erfolgsgeschichte wird. Ihre stets gut besuchten Konzerte sind seitdem eine feste Grösse im Kulturkalender der Gemeinde. Ideengeber und Initiator war der Klavierlehrer Romeo Knöbel. «Dank der hervorragenden Unterstützung der Gemeinde und vieler anderer konnten das Lehrerkonzert installiert werden», erklärte er.

Und weiter: «Unser Ziel mit diesem Angebot ist es, neben guter Musik auch das Profil der Musikschule einem breiten Publikum zu präsentieren sowie unseren Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit zu bieten, ‹ihre› Lehrer auch einmal selbst mit einem kritischen Ohr zu beurteilen.»

Musikalische Reise durch Europa

Das diesjährige Jubiläumskonzert in der römisch-katholischen Kirche bot ganz besondere musikalische Leckerbissen, verbunden mit einer Reise durch viele Länder Europas. Die Interpreten des Abends waren: Ilianna Meier-Garnier (Altblockflöte), Bernadette Schmidlin (Truhenorgel, Klavier), Romeo Knöbel, Anita Ramade (beide Klavier), Claudia Götting (Sopran), Melinda Maul (Klarinette), Sonja Frischknecht (Cello), Matthias Müller (Violine).

Die Reise begann in Deutschland mit dem Barockkomponisten Georg Philipp Telemann und seiner Sonate C-Dur für Altblockflöte und Truhenorgel. Zärtlich selbstvergessen jubilierte die Flöte, romantisch warm dazu die Orgel. Fröhlich hingebungsvoll tanzten danach die übermütigen Melodien der Klarinette zum wundervollen Gesang des Liedes «Der Hirt auf dem Felsen» von Franz Schubert, behutsam zurückhaltend die Begleitung am Klavier.

Dem spanischen Komponisten Manuel de Falla gelang mit dem lyrischen Drama «La vida breve» 1913 sein ganz persönlicher Durchbruch. Das Werk spielt im Zigeunerviertel von Grenada und handelt von einer unglücklichen Liebe. Entsprechend südländisch emotional die Musik, energiegeladen und tänzerisch dargeboten von Violine und Klavier. Innig sehnsuchtsvoll, fast melancholisch der ausdrucksstarke Wohlklang von Piano und Cello zu den sieben «Canciones populares Espanolas» vom gleichen Komponisten.

Für die Musik zum Film «Cinema Paradiso» erhielt der Italiener Ennio Morricone zahlreiche Auszeichnungen. Erzählt wird von der Kindheit des Regisseurs Salvatore Di Vita, der in Sizilien aufwuchs und zum Kino seines Dorfes eine innige Beziehung hatte. «The legend of 1900» war ein ganz besonderer Ohrenschmaus, da war einfach nur noch geniessen angesagt.

Wild modern die Bilder, die der armenische Komponist Alexander Arutjunjan mit seinem «Impromptu» malte, vehement das Klavier, zupfend, klopfend und akzentuiert streichend das Cello. Der Spanier Pablo de Sarasate war selbst ein genialer Geigenvirtuose, umso eindrücklicher deshalb die «Zigeunerweisen», die zu seinen berühmtesten Werken gehören. Sehnsuchtsvoll schwermütig seufzte die Violine , ging über in ein ausgelassenes, folkloristisches Notenfeuerwerk, wurde wieder ruhig und poetisch, zurückhaltend umrahmt vom Klavier.

Der «Liebestraum Nr.3» gehört zu den populärsten romantischen Stücken von Franz Liszt. Virtuos gespielt die Kadenzen am Piano, mal ruhig und zärtlich, dann aber auch dynamisch oder nachdenklich klagend. Bravourös danach die Paganini-Etüden vom gleichen Komponisten – ein furios explodierender Melodienreigen. Die Zuhörer waren restlos begeistert, dankten mit herzlichem Applaus.