Das samstägliche Konzert gehörte zu jenen Musikevents, bei denen praktisch jeder Fuss mitwippte, die grossen und kleinen Hände mitklatschten und auch der letzte der zahlreichen Gäste mitsummte. Einige der Melodien blieben vielen bestimmt bis in den Sonntag im Ohr und noch etwas länger im Herzen.

Klein, aber fein

Der in Brass-Band-Formation spielende Verein ist in Bezug auf die Mitgliederzahl zwar nur klein. «Manchmal ist es gar nicht so leicht, Stücke zu finden, die wir in solch einer kleinen Anordnung präsentieren können», bedauert Präsident Hubert Schwarb. Aber sein Können ist umso grösser, und das Konzertprogramm beachtlich lang. Zusätzlich verlängert wurde es durch die zahlreichen Zugabe-Wünsche, die gern und geduldig von Dirigent Markus Würsch und den Bläserinnen und Bläsern erfüllt wurden.

Von Russland bis Südamerika

Erstes Ziel der musikalischen Welt- und Zeitreise war Ed Roethlisbergers «For ever». Die Gruppe «Dschingis Khan», die im Jahre 1979 mit «Moskau» am Eurovision Song Contest den vierten Platz errang, stand Pate für den nächsten Programmpunkt. Die mitreissende Interpretation des bekannten Songs sorgte auch in Eiken für tosenden Beifall.

Es folgten zwei Stücke aus Schweizer Komponisten-Federn: zum einen der «early morning blues» von Thomas Buss und das immer wieder gern genossene «Träumli» von Christian Boss, bei welchem Hubert Schwarb das Solo spielte. Spätestens beim nächsten Stück wurde auch dem letzten Konzertbesucher eingeheizt: Bei den heissen südamerikanischen Klängen von Klaus Buttersteins Rhumba Tromba sprangen die Funken, und das Cornet-Trio wurde vom Publikum zur ersten Zugabe gebeten.

Eine Schlittenfahrt im winterlichen Russland war das Thema von Adrian Falks «Dorogoi Dlinnoyou», bevor die rund 20 Musiker Bert Kaempferts «L.O.V.E.» zum Besten gaben und prompt wieder zu einer Zugabe aufgefordert wurden.

Auch am Grill virtuos

Nach der Pause eröffnete die Tritsch-Tratsch-Polka von Altmeister Johann Strauss den Musikreigen. Wie der Name schon sagt, geht es in diesem Stück ums Klatschen, Gerüchte verbreiten oder auf gut Deutsch Tratschen. Auf Jerry Bocks «if I were a rich man» folgte als Hommage an den unvergesslichen King of Pop Michael Jackson ein Medley seiner beliebtesten Lieder wie zum Beispiel «Billy Jean», «Thriller» und der Gänsehaut verursachende «Earth Song».

Überflüssig zu erwähnen, dass auch da eine lautstark geforderte Zugabe fällig war. Ums Flirten gings beim flotten «Music to watch girls by», nach dessen letzten Tönen Hubert Schwarb zum Mikrofon griff. In einer launigen Laudatio ehrte er Hans Ries und Paul Näf. Beide waren im zarten Alter von 15 Jahren zum Musikverein gestossen. Jubilar Ries machte vor allem wegen seiner Vielseitigkeit von sich reden. So hüpfte er quasi als Springer von Instrument zu Instrument, je nachdem wo gerade Not am Mann war.

«In Freud und Leid zum Spiel bereit»

Geschick bewies er auch als Aktuar und Präsident. Und seit seinem legendären Einsatz als Küchenchef stellte der gelernte Metzger unter Beweis, dass auch einhändig gegrillte S*teaks – mit der anderen musste er den Schirm halten – vorzüglich schmecken. Paul Näf, der nach einem Abstecher ausserhalb von Eiken wieder zum Musikverein mit dem Fahnenleitspruch «in Freud und Leid zum Spiel bereit» zurückkehrte und gern und oft bei anderen Musikvereinen aushilft, durfte wie Ries ein Jubiläums-Präsent entgegennehmen.

Den Abschluss, oder anders ausgedrückt, das Dessert bildete der von Udo Jürgens komponierte und von William Brighton arrangierte Ohrwurm «aber bitte mit Sahne». Es wurde zweimal gespielt, da auch hier eine Zugabe, oder wohl besser: ein Nachschlag verlangt wurde.