Zuzgen
Musical-Ensemble holt sich den letzten Schliff

Der Turnverein feiert an Silvester mit «Mein Freund Bunbury» Premiere – Gesang, Text und Schauspiel müssen in Einklang gebracht werden.

Dennis Kalt
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Musical-Ensemble Zuzgen

Musical-Ensemble Zuzgen

DKA
Das Musical-Ensemble probt seit Monaten zwei Mal pro Woche.

Das Musical-Ensemble probt seit Monaten zwei Mal pro Woche.

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Mit Argusaugen verfolgt Martin Hürbin die Bewegungen der Schauspieler auf der Bühne. Lange lässt der Regisseur, der viele Jahre selbst für den Turnverein auf der Theaterbühne stand, die Szene laufen. Dann unterbricht er den Monolog von Stefan Gysin, der den Trunkenbold Frederic Chasuble spielt: «Du musst noch näher an den Bühnenrand herantorkeln.» Immer wieder nimmt Hürbin kleine Korrekturen vor, ändert einzelne Sätze leicht ab, um die Sprecherwechsel in den Dialogen flüssiger zu gestalten.

«Wir sind im Zeitplan. Jetzt geht es vor allem um den Feinschliff», sagt Hürbin. Gut zwei Wochen vor der Premiere des Musicals «Mein Freund Bunbury» bricht die Zeit der grössten Herausforderung an, in der die einzelnen Komponenten – Gesang, Schauspiel, Text und Orchestermusik – in einen Guss gebracht werden müssen. «Kurz vor der Premiere reagieren die Darsteller auf Kritik und Anweisungen tendenziell sensibler, sind schneller reizbar und es kann mitunter auch zu Verstimmungen kommen», erzählt Hürbin, der jedoch genauso gut wie jeder Darsteller weiss, dass diese der Anspannung und dem Anspruch geschuldet sind, am Tag, an dem der Vorhang fällt, nahtlos in der Rolle aufzugehen.

Das Wochenende durchgeprobt

Damit dies gelingt, hat man einiges investiert. Seit Monaten probt das Ensemble zwei Mal die Woche zwischen zwei und zweieinhalb Stunden. Auch ein ganzes Wochenende musste bereits herhalten. An diesem hat das Musical-Ensemble zwei Mal für sieben Stunden geprobt. «Alle waren voll konzentriert. Das hat uns weitergebracht», sagt Hürbin. Allerdings musste die folgende Probe nach 15 Minuten abgebrochen werden, weil die Darsteller noch vom Wochenende geschlaucht gewesen seien.

Jeder einzelne Stimmeinsatz, der im Musical zu hören sein wird, wurde von Tanja Sacher, gesangliche Leitung, gesungen, aufgenommen und auf Dropbox gestellt. Rund 20 Stunden hat Sacher gebraucht, um alle Stimmeinsätze aller Lieder des Musicals zu vertonen. «Damit haben die Darsteller auch die Möglichkeit, zu Hause ihre Einsätze zu üben», erklärt Hürbin.

Doch worum dreht es sich eigentlich in diesem Musical? Kurz gesagt, um den imaginären Freund Bunbury, der erdacht wird, um lästigen Verpflichtungen zu entgehen. Letztendlich führt die Erfindung von Bunbury zu einem turbulenten Chaos, das mit viel Witz und Charme für alle zu einem glücklichen Ende führt.

«Mein Freund Bunbury», basiert auf einer Komödie von Oscar Wilde und ist das meistaufgeführte Musical in Deutschland. «Ich habe es ausgesucht, weil man schnell in die Handlung hineingezogen wird und die Lieder leicht mitzusingen sind», erklärt Hürbin. Für ihn ging es bei der Auswahl des Musicals auch darum, ein Stück zu finden, dessen Erzählung nicht zu tiefgründig und zu schwer ist. «‹Mein Freund Bunbury› ist ein humorvolles Stück, dass bei den Zuschauern für einige Lacher und eine kurzweilige Unterhaltung sorgen wird»,ist er sich sicher.

Premiere «Mein Freund Bunbury»:

Samstag, 31, Dezember, 18 Uhr, weitere acht Aufführungen bis Samstag, 20. Januar, 20 Uhr, Turnhalle Zuzgen.

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