«Das ist ein anspruchsvolles Projekt», kommentierte Kassier Joe Schnetzler das Vorhaben an der Generalversammlung am Freitag im Schulhaus Blauen, «aber die Finanzierung ist noch anspruchsvoller».

Alleine die Baukosten am Museum Schiff werden voraussichtlich drei Millionen Franken schlucken. Hinzu kommen Kosten für das Ausstellungskonzept von 735 000 Franken und 350 000 Franken für Betriebseinrichtungen wie Sicherheit, Lüftung, Lift, Honorare und Gebühren.

Eine mögliche Finanzierung sieht Beiträge durch die öffentliche Hand vor. Etwa durch die Ortsbürger- und Einwohnergemeinde mit gesamthaft 1,45 Millionen Franken. Badisch Laufenburg soll 110 000 Franken beisteuern. Auch EU-Fördergelder in Höhe von 30 000 Franken sind vorgesehen.

Den Grossteil der Finanzierung könnten der Lotteriefonds Swisslos mit insgesamt 1,6 Millionen Franken sowie die Kantonale und Eidgenössische Denkmalpflege mit 200 000 Franken erbringen. Spenden sind in Höhe von 430 000 Franken vorgesehen, wodurch der Eigenanteil des Museumsvereins 240 000 Franken betragen würde.

Die Fremdfinanzierungen würden sich auf vier Jahre verteilen. Bis zu deren Abschluss, also im Jahr 2023, könnte das Museum wieder öffnen – sofern der Umbau planmässig vonstattengeht und der Verein mit der Finanzierung klar kommt, denn diese, so Joe Schnetzler, «ist das A und O». Schnetzler weiter: «Im Sommer muss Farbe bekannt werden.» Und: «Auf der Einwohnerversammlung im Winter wollen wir die entsprechenden Anträge formulieren.»

Mehr Geld von badischer Seite

Allerdings gibt es noch etliche Unsicherheiten. Vorbehalte des Laufenburger Stadtrates etwa. Dazu erklärte Stadtammann Herbert Weiss: «Es ist keine ablehnende Haltung dahinter, sondern eine kritische Betrachtung des Projekts.»

Dem Wunsch von Vereinsmitglied Franz Koch, die badische Seite möge einen «höheren Beitrag leisten», entgegnete Weiss: «Ich habe gute Gespräche mit Bürgermeister Krieger geführt, es soll ein gemeinsames Projekt sein». Aber, so Weiss: «Wir brauchen Zeit, um das herzubringen.» Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins, verwies auf den grenzüberschreitenden Charakter des Museums.

«Es ist wichtig, dass das Projekt auch von deutscher Seite mitgetragen wird», sagte er. Ausserdem handle es sich nicht «um ein reines Laufenburger, sondern um ein regionales Museum», so Burger.

Einig war sich die Versammlung, dass das von Fabian Furter, Firma «Imraum, Baden, vorgestellte Grobkonzept den Nagel auf den Kopf trifft. Die Kommentare reichten von «extrem gelungen» bis zu «zukunftsweisend». Furter stellte klar: «Wir wollen den Besuch des Museums so gestalten, dass er ein Erlebnis wird.»

Dafür soll das Museum mit Multifunktionsräumen und Visualisierungsstationen und zu einem «ausserschulischen Lernort» gemacht werden – eine Art «Geschichtslabor», so Furter. «Wir möchten die Ausstellungsfläche vergrössern und gleichzeitig das Dasein von Laufenburg als Grenzstadt hervorheben», sagte er.

Daran könnte auch die Bevölkerung teilhaben, indem sie zum Beispiel Beiträge für eine Hörstation mit eigenen Erinnerungen liefern würde. Im Erdgeschoss soll der Empfang so umgestaltet werden, dass in ihm nicht nur ein Shop, sondern auch das Tourismusbüro integriert werden könnte – wovon sich Joe Schnetzler «riesige Synergien» versprach.

Unverändert würde die Zunftstube der Narro-Altfischerzunft bleiben. Allerdings soll sie öffentlich gemacht und als «besonderes Themenkabinett» Teil der Dauerausstellung sein. Letztere würde gemäss Grobkonzept unter anderem die Stadtgeschichte, die Antike, die Fasnacht, die Flösserzeit, das Habsburger Reich, Rhein und Wasserkraftwerk, Laufenburg während der beiden Weltkriege und natürlich die Biografie des Museums beleuchten.

Der Ausstellungsbereich soll sich auf drei Stockwerken bewegen. Das Dachgeschoss soll ausgebaut, alle Ausstellungsräume mit einem Aufzug untereinander verbunden werden – wodurch das Museum behindertengerecht wäre.