Laufenburg

Museum Schiff macht sich flott für Zukunft — Eine Task Force kommt zum Einsatz

Die Visualisierung zeigt, wie das Museum Schiff in Laufenburg nach der Erweiterung aussehen könnte.

Die Visualisierung zeigt, wie das Museum Schiff in Laufenburg nach der Erweiterung aussehen könnte.

Das Erweiterungsprojekt soll an den nächsten Gemeindeversammlungen vorgelegt werden. Bis dahin gilt es, offene Fragen zu klären.

Die geplante Erweiterung des Museums Schiff nimmt weiter Fahrt auf: Die Ortsbürgerkommission hat sich in dieser Woche ein weiteres Mal mit dem Projekt befasst. Die Ortsbürger sollen 850'000 Franken der Investitionskosten von 4,1 Millionen Franken übernehmen, die Einwohnergemeinde weitere 500'000 Franken.

Es sei ein aufschlussreiches und engagiertes Gespräch gewesen, sagen Vizeammann Meinrad Schraner und Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins, unisono. Was Burger besonders freut: Die Kommission, die beratende Funktion hat, sagt «Ja, aber» zum Projekt.

Task Force wird offene Fragen klären

«Die Ortsbürger stehen zum Museum», sagt Schraner. Allerdings seien noch einige Fragen offen, welche die Kommission geklärt haben will. «Es ist ein Generationen-Projekt, auch finanziell, und die Kommissionsmitglieder wollen sicher sein, dass das Projekt zukunftsweisend und für Laufenburg nicht zu gross ist.» Deshalb beschlossen Kommission und Vereinsleitung, dass eine Task Force eingesetzt wird, die innert den nächsten drei bis vier Wochen die offenen Fragen klärt.

Dass die Ergebnisse innert so kurzer Zeit vorliegen sollen, liegt daran, dass die Kredite an den nächsten Gemeindeversammlungen den Einwohnern und Ortsbürgern vorgelegt werden sollen. Es gehe auch darum, noch mehr Klarheit zum zukünftigen Betrieb zu erhalten, sagt Schraner. Denn an diesen bezahlen Ortsbürger und Einwohner je 50 Prozent, für den Rest muss der Museumsverein aufkommen. Die Task Force besteht aus mindestens vier Mitgliedern. Sie wird einen externen Berater hinzuziehen, der das Projekt ebenfalls nochmals durchleuchtet.

Geklärt werden in den nächsten Wochen Fragen wie: Was ist bei der Finanzierung der Best Case, was der Worst Case? Oder: Wie wird der Betrieb künftig strukturiert? «Denn mit der Erweiterung spielt das Museum in einer anderen Liga», sagt Schraner. Das müsse sich auch bei der Betriebsführung spiegeln. Sollten die Antworten nicht genügen, soll die Vorlage vertagt werden.

Das Museum wird um 300 Quadratmeter erweitert

Für Burger steht ausser Frage, dass die Task Force auf alle Fragen zufriedenstellende Antworten finden wird. «Das Projekt ist wichtig für Laufenburg», ist er überzeugt. «Es gibt der Stadt einen kulturellen Impuls und hilft, Laufenburg als Tourismusort weiterzuentwickeln.»

Angedacht ist auch, dass im Erdgeschoss des erweiterten Museums das Tourismusbüro untergebracht wird. «Das gäbe uns ganz neue Möglichkeiten bei den Öffnungszeiten», sagt Burger und spricht von einer Win-win-Situation für Museum und Stadt.

Insgesamt soll das Museum um 300 Quadratmeter erweitert und barrierefrei gestaltet werden. Die Um- und Ausbaukosten für das dreistöckige Museum belaufen sich nach derzeitigen Schätzungen auf 3,3 Millionen Franken. Knapp 800'000 Franken kommen für die Konzeptionierung einer neuen Dauerausstellung hinzu.

Der Eingangsbereich soll multifunktional eingerichtet werden, sodass er von Schulklassen beidseits des Rheins als Unterrichtsraum, aber auch vom Stadtrat für Empfänge sowie Vereinen und Privaten für Vernissagen oder andere Anlässe genutzt werden kann.

Auf Spendenaufruf gingen schon erste Zusagen ein

Neben den beiden Gemeinden beteiligt sich an die Gesamtkosten von 4,1 Millionen Franken auch der Kanton über den Swisslos-Fonds. Burger rechnet mit einem Beitrag von 1,6 Millionen Franken. Den Rest will der Museumsverein über Eigenmittel, Spenden und Darlehen finanzieren. «Es sind auf unser Spendengesuch schon namhafte Spendenzusagen von Einzelpersonen und Unternehmen eingegangen», sagt Burger.

Für Hannes Burger, der den Museumsverein seit 12 Jahren präsidiert, ist das Projekt eine Herzensangelegenheit. Das merkt man deutlich, wenn man mit ihm spricht. Von einer regionalen Ausrichtung spricht er, von der Einbindung der Schule, von den Römern, die in Laufenburg künftig ihr Lager aufschlagen sollen.

Sein Ziel: «Ich möchte meinem Nachfolger oder meiner Nachfolgerin ein schönes, neu bestelltes Haus übergeben, das sie sicher in eine gute Zukunft führen können.»

Bis dahin müssen noch einige Hürden genommen werden. Eine erste ist die Task Force, gefolgt von den Gemeindeversammlungen. Läuft danach alles rund, soll der Erweiterungsbau bis 2023 realisiert sein. Für die Einweihung hat Burger auch bereits einen Wunschtermin: die Hela.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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