Bereits in den 1950er- und 1960er-Jahren war die Migration in Laufenburg ein Thema. Aus Leonforte in Sizilien wanderten zahlreiche Italiener ein. In der zweisprachigen Ausstellung «Leonforte/Laufenburg: Geteilte Erinnerungen» im Museum Schiff erzählen Migrantinnen und Migranten ihre Geschichten und geben Einblicke in ihre privaten Fotoalben.

Kurzum: Sie teilen ihre Erinnerungen an die Anfänge und erzählen von der Entwicklung bis heute. Die Besucher der Ausstellung können an den Hörstationen in diese Erfahrungsberichte eintauchen.

2000 bis 3000 Besucher

Konzipiert haben die Ausstellung Vera Ryser und Patrizia Lo Stanco, die beide in Laufenburg aufgewachsen sind. Lo Stancos Grosseltern sind selber von Leonforte nach Laufenburg gezogen. Begleitet wurden sie von der Historikerin Flavia Grossmann. Nach 13 Monaten geht nun am Sonntag, 30. September, die Ausstellung zu Ende. Bis dahin ist sie jeweils mittwochs (14 bis 16 Uhr) sowie samstags und sonntags (14 bis 17 Uhr) geöffnet.

Zwischen 2000 und 3000 Besucher haben die Ausstellung bereits gesehen, wie Hannes Burger, Präsident des Museumsvereins, sagt. «Viele der Besucher hatten selber italienische Wurzeln», so Burger, «das war sehr erfreulich.» Die Besucherzahlen entsprechen gemäss Burger etwa jenen der vorangegangenen Ausstellungen. «Wir sind zufrieden», so der Präsident. Allerdings habe er gehofft, dass das Thema Migration bei Schulen auf mehr Resonanz stosse. «Erst gegen Schluss der Ausstellung kamen einige Klassen.»

Zufrieden ist Hannes Burger auch mit den inhaltlichen Rückmeldungen. «Der Kanton Aargau hat das Thema begrüsst und mit Geldern aus dem Swisslos-Fonds gefördert», sagt er. Man werde dem Kanton nun auch eine Dokumentation zur Ausstellung zur Verfügung stellen.

Interesse aus Leonforte

Und auch von italienischer Seite war das Echo positiv. Konsul Michele Camerota war bei der Vernissage zugegen und würdigte die Ausstellung mit einer Spende. «Überhaupt war das Spendenkässeli im Museum nach den Öffnungszeiten jeweils überdurchschnittlich gut gefüllt», so Burger. Das sei wichtig, «da wir keinen Eintritt verlangen». Und es war doppelt wichtig, weil es sich bei der von Grund auf neu recherchierten Ausstellung um eine der teureren handelt, die bislang im Museum Schiff gezeigt wurden.

Andernorts im Kanton oder in der Schweiz wird die Ausstellung trotz der aktuellen Thematik voraussichtlich nicht gezeigt. «Sie hat einen individuellen Charakter und ist mit den Fotos und den Audio-Zeugnissen auf Laufenburg ausgerichtet», so Burger. Es bestehe aber dennoch die Möglichkeit, dass die Ausstellung ein weiteres Mal aufgebaut wird. «Allenfalls hat Leonforte Interesse, die Ausstellung in Italien ebenfalls zu zeigen», sagt Burger.

Nach dem Abschluss von «Geteilte Erinnerungen» wird im Museum Schiff die neue Wechselausstellung «Historische Karten der Region Hochrhein» eingerichtet. Die Vernissage findet am 21. Oktober statt. «Damit rückt das Grenzüberschreitende und Regionale wieder etwas mehr in den Fokus», so Hannes Burger. In den Wochen zwischen den beiden Ausstellungen ist die Dauerausstellung des Museums geöffnet.