Laufenburg

Museum Schiff: Für die Ortsbürger ist das Projekt «eine riesige Herausforderung»

Die Laufenburger Ortsbürgerkommision hat sich, im Hinblick auf die beiden Gemeindeversammlungen, zum Sanierungs- und Erweiterungsprojekt für das Museum geäussert.

Sowohl die Laufenburger Einwohner- als auch die Ortsbürgergemeindeversammlung befindet über Beiträge an das Sanierungs- und Erweiterungsprojekt für das Museum Schiff. Der Gemeinderat beantragt bei den Einwohnern als Einmalbeitrag 500 000 Franken und bei den Ortsbürgern 850 000 Franken, bei beiden wiederkehrende Jahresbeiträge von 20 000 Franken.

Im Vorfeld der Gemeindeversammlungen und der Infoveranstaltung vom kommenden Donnerstag meldet sich nun die Ortsbürgerkommission mit einem Communiqué zu Wort. Der Museumsverein als Eigentümer und Betreiber des Museums habe ein Konzept für bauliche Massnahmen und den Betrieb erarbeitet. Gemäss Kostenschätzung wird mit einer gesamten Investition von 4,1 Millionen Franken und jährlichen Betriebskosten von 86 000 Franken gerechnet.

Für die Ortsbürger ist dieses Engagement «eine riesige Herausforderung». Die Ortsbürgerkommission habe sich seit der ersten Präsentation des Projekts 2017 als man noch von 3,1 Millionen Franken Gesamtinvestitionen ausgegangen sei, «intensiv damit beschäftigt und wichtige Fragen zur Kostenreduktion und betreffend Museumsbetrieb gestellt», schreibt die Kommission. Der heutige Umfang mit einer Steigerung auf 4,1 Millionen Franken, plus Betriebskosten, sei erst im Frühjahr 2019 präsentiert worden.

«Im Juni 2019 hat der Gemeinderat dem Museumsverein im Alleingang die traktandierten Beträge schriftlich zugesichert und dies anschliessend der Ortsbürgerkommission mitgeteilt», schreiben die Kommissionsmitglieder weiter. Die Aufteilung der Beitragssummen werde mit finanzpolitischen Überlegungen begründet.

Durch die hohe Verschuldung der Einwohnergemeinde könne das Projekt nur mit der Unterstützung der Ortsbürgergemeinde realisiert werden. Ortsbürgerkommission und Vereinsleitung haben an einer gemeinsamen Sitzung die Differenzen und Bedenken der Ortsbürger beraten, heisst es weiter.

Die Ortsbürger hätten dabei die Einsetzung einer Task-Force für die Beantwortung der offenen Fragen und eine externe Prüfung des Projektes empfohlen. Das nun vorliegende externe Gutachten würdige die Qualität und die Potenziale des Projektes. «Gleichzeitig macht es auf die Grösse, die Anforderungen an die Projektorganisation und -abwicklung sowie vor allem auf die hohen Anforderungen an die Betriebsführung aufmerksam.»

Das Museumsprojekt sei aktuell auf Stufe Vorprojekt, so die Ortsbürgerkommission. Eine Freigabe des Beitrags könne aus ihrer Sicht nur erfolgen, wenn die Gesamtfinanzierung gesichert ist.

«Weiter müssen die Investitionsgelder mit dem Gebäudeeigentum gesichert und der Betriebsbeitrag auf eine bestimmte Dauer limitiert werden.» Für die Zukunft des Museums müssten zudem die persönlichen ehrenamtlichen Ressourcen weiter bestehen und gefördert werden.

Die Kommission betont zum Schluss, sie stehe seit Jahrzehnten zu ihrem kulturellen Auftrag und unterstütze jährlich viele Einzelprojekte. Dazu gehöre auch das Museum Schiff. Sie stehe dem Projekt für die Zukunft des Museums positiv gegenüber. Mit dem eigenen Projekt «Haus am Schlossberg» im Umfang von 5,2 Millionen und Beiträgen an die neue Forstorganisation seien die Ortsbürger jedoch stark gefordert. (az)

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