Rheinfelden
Müll-Management nun in Frauenhand

Die Zeininger Gemeinderätin Gisela Taufer ist die neue Chefin vom Gemeindeverband Abfallbewirtschaftung Unteres Fricktal (GAF). Der Verband stellt sich den Herausforderungen der Zukunft.

Peter Rombach
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Neu im GAF-Vorstand (von links): Daniel Mahrer für das Gewerbe, Präsidentin Gisela Taufer und Baustadtrat Oliver Tschudin. ach

Neu im GAF-Vorstand (von links): Daniel Mahrer für das Gewerbe, Präsidentin Gisela Taufer und Baustadtrat Oliver Tschudin. ach

Die Ära Scholer ging zu Ende, neu steht die Zeininger Gemeinderätin Gisela Taufer als Präsidentin an der Spitze des Abfallverbandes (GAF). An der Abgeordnetenversammlung vom Mittwochabend in Arisdorf wurde sie einstimmig gewählt. Willi Kaufmann aus Wallbach als Gewerbevertreter hatte neben Scholer ebenfalls seine Demission eingereicht, um eine «Blutauffrischung» zu ermöglichen. Neu in den GAF-Vorstand kamen Rheinfeldens Baustadtrat Oliver Tschudin und Daniel Mahrer aus Möhlin als Gewerbevertreter.

Der Noch-Präsident Peter Scholer lieferte seinen letzten Jahresbericht ab, ging auf die geschichtliche Entwicklung und die heutige Aktionsvielfalt des GAF ein. Wegen Littering seien künftig noch mehr Aktionen erforderlich, der GAF müsse an vielen Veranstaltungen präsent sein, hielt Scholer zum Abschied fest. Kunststoff-Recycling erachtete er als «wahnsinnig wertvolle Zukunftsaufgabe» für den Verband.

Kehricht-Entsorgung bringt Geld

Die Jahresrechnung 2011 zu genehmigen, stellte reine Formsache dar, nachdem Finanzchefin Gisela Taufer die wichtigsten Eckdaten erläutert hatte. Mit einem Volumen von knapp 4,3 Millionen Franken gab es einen neuen Rekordwert. Allein aus dem Vignetten-Verkauf für die Kehricht-Entsorgung flossen fast 3,4 Millionen Franken in die GAF-Kasse. Auf der Ausgabenseite standen in diesem Sektor für Einsammeln und Verbrennen rund 2,2 Millionen.

Die neuerdings hoch gepriesene Grüngut-Entsorgung, an der mittlerweile alle GAF-Gemeinden angeschlossen sind, bleibt ein Defizit-Betrieb. Den Gebühreneinnahmen von rund 410000 Franken standen im vergangenen Jahr Kosten von 510176 Franken gegenüber. Für den Verband ist das eine «Quersubventionierung», die er sich auch in den Bereichen Kompostberatung (1851 Franken) und Häckseldienst (80422 Franken) im Sinne von Recycling und Umweltschutz etwas kosten lässt. Davon profitieren weiterverarbeitende Unternehmen in der Region.

Da die Preise für Altpapier und Karton wieder angezogen hatten, ergab sich entgegen dem im Budget 2011 erwarteten Defizit in der Rechnung mit rund 263000 Franken fast ein Nullsummenspiel hinsichtlich Aufwand und Ertrag. Für die von den Gemeinden durchzuführenden Reinigungen der Sammelstellen zahlte der GAF immerhin 305000 Franken. Unter dem Strich schloss die Jahresrechnung 2011 mit einem Plus von rund 187000 Franken. Kommentar einer glücklichen Gisela Taufer, die seit nunmehr zehn Jahren im GAF-Vorstand wirkt: «Wir hatten wirklich ein supergutes Jahr.»

Scherz und sanfte Ironie konnte sich der scheidende Präsident Peter Scholer nicht verkneifen: «Sie ist eine wunderbare Köchin für den Zahlensalat.» Nach ihrer Wahl zur GAF-Präsidentin bekannte dann Gisela Taufer, dass es «eine nicht einfache Aufgabe» sei, Scholer zu ersetzen. «Dank eines engagierten Teams werden wir das Schiff weiterhin schaukeln», zeigte sie sich optimistisch.

Die neue Präsidentin vollzog auch den Akt der offiziellen Verabschiedung von Scholer, skizzierte dessen Werdegang vom Protestler gegen das Atomkraftwerk Kaiseraugst bis hin zur Einführung der ersten Bioklappe im Rumpel in Rheinfelden. Highlight war die Ernennung von Peter Scholer zum GAF-Ehrenpräsidenten.