Solarenergie

Münchwilen hat nun sein eigenes Kraftwerk

Stehen unter Strom: Gemeindeammann Willy Schürch, Gemeindeschreiber Marius Fricker, Gemeinderat Roland Oeschger, Solarbauer Valentin Schmid, Gemeinderat Bruno Tüscher und Architekt Walter Winter.

Stehen unter Strom: Gemeindeammann Willy Schürch, Gemeindeschreiber Marius Fricker, Gemeinderat Roland Oeschger, Solarbauer Valentin Schmid, Gemeinderat Bruno Tüscher und Architekt Walter Winter.

Die Photovoltaikanlage auf dem Schulhausdach in Münchwilen ist in Betrieb – eine «Investition in eine nachhaltige Zukunft».

«Das Kraftwerk von Münchwilen ist am Netz», freut sich Gemeindeammann Willy Schürch, blickt zum Himmel – und reibt sich zufrieden die Hände. Denn der wolkenlose Himmel sorgte am gestrigen Präsentationstag dafür, dass das gemeindeeigene Kraftwerk – eine 300 Quadratmeter grosse Photovoltaik-Anlage auf dem Schulhausdach – kräftig Strom produzierte: 183 Kilowattstunden Energie erzeugte die Anlage gestern bis 16 Uhr; das entspricht, so veranschaulichte es eine webbasierte Übersicht, einer Co2-Ersparnis von 648 Autokilometern.

Bereits in wenigen Tagen können alle Münchwiler über die Homepage der Gemeinde auf diese Leistungsübersicht der neuen Anlage zugreifen – und so live mitverfolgen, wie viel Strom die Anlage gerade produziert. Geplant ist zudem ein Bildschirm bei der Schulanlage, der jederzeit detailliert Auskunft über Sein und (Sonnen-)Schein gibt.

45 000 Kilowattstunden Strom

Im Jahr liefert die Anlage mehr als 45 000 Kilowattstunden Strom – das entspricht dem Jahresverbrauch von rund 12 Haushaltungen und ist gut die Hälfte der Energie, welche die Gemeinde für den Betrieb von Schule, Turnhalle, Zivilschutzanlage und Werkhof benötigt. Bis der Bund die Fördermittel spricht – die Anlage ist auf der Warteliste für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) – nutzt die Gemeinde den Strom selber. Vereinfacht gesagt läuft der Stromzähler im Keller der Schulanlage in der Zeit, in der die Anlage Strom produziert (also tagsüber), langsamer oder gar rückwärts. Später wird die Gemeinde für den eingespeisten Strom vom Bund mit rund 24 Rappen pro Kilowattstunde entschädigt.

Die Photovoltaikanlage auf dem sanierten und erweiterten Schulhausdach sieht die Gemeinde als «Investition in eine nachhaltige Zukunft» und als «Fortsetzung einer konsequenten Umweltpolitik der Gemeinde». Ihr war es denn auch wichtig, dass die Solarmodule in der Schweiz produziert und von einer Firma aus der Region verbaut werden. Die 270 Solarmodule, die von der Meyer Burger AG aus Thun stammen, hat die Richard Schmid Elektrofachgeschäft AG aus Zeihen eingebaut. Durch diesen Fokus auf möglichst kurze Wege konnte die «graue Energie» – also die Energie, die für Herstellung, Transport und die spätere Entsorgung benötigt wird, tief gehalten werden. «So sind wir auf der guten Seite», meinte Gemeinderat Roland Oeschger beim Presserundgang. In zwei bis drei Jahren habe man die «graue Energie» wieder drin – «und von da an läuft die Anlage Co2-frei.» Bei einer Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren kann so «eine Menge» Co2 eingespart werden.

150 000 Franken investiert

Der Aufbau der Photovoltaikanlage, die es auf eine maximale Leistung von 53,5 Kilowatt-Peak bringt, verlief laut Solarbauer Valentin Schmid problemlos. Es sei wichtig, dass bei einem solchen Projekt alle beteiligten Handwerker Hand in Hand arbeiten – «und das war hier der Fall».

Investiert hat die Gemeinde in die Solaranlage rund 150 000 Franken. Das sei doppelt gut investiertes Geld, ist der Gemeinderat überzeugt. Zum einen sei es «unser Beitrag zum Umweltschutz». Zum anderen zahlt sich die Investition auch finanziell aus: Die Anlage wird nach 12 bis 15 Jahren amortisiert sein – und danach schwarze Zahlen schreiben.

Während auf dem Schulhausdach bereits alles unter Dach ist, sind die Arbeiten im neuen Schulhaustrakt noch in vollem Gang. Vor einem Jahr hatte die Gemeindeversammlung 3,64 Millionen Franken für die Schulhaussanierung mit Ergänzungsbau sowie für die provisorischen Unterrichtsräume gesprochen. Bis Ende Juni sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, damit ab dem kommenden Schuljahr in und auf dem neuen Schulhaus für Leistung gesorgt wird.

Meistgesehen

Artboard 1