Schupfart

Müllberg am Strassenrand: Der dümmste Abfallsünder erhält eine Busse, die weh tut

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Ein Täter hinterlässt 800 Liter Abfall an der Strasse – und seine Anschrift: Der Gemeinderat macht kurzen Prozess.

Pizzaschachteln, Dosen, Elektroschrott – Andi Buchser, Hauswart in Schupfart, staunte nicht schlecht, als er vor dem grossen Müllberg am Strassenrand «im Tal» stand. «Es sah aus, wie in einem Slum, irgendwo in Afrika», beschreibt Buchser den Anblick.

Für den Abfallsünder hat er nicht mehr als ein Kopfschütteln übrig: «Den allermeisten Müll hätte man doch einfach gratis abgeben können», ärgert er sich. Rund zweieinhalb Stunden braucht Buchser um die 800 Liter Müll auf seinen Anhänger zu laden, zu trennen und im Werkhof zu entsorgen.

Dabei macht er eine erstaunliche Entdeckung, die seinen Ärger verfliegen lässt: Irgendwo, zwischen Papierabfällen und Bierdosen, findet er im Unrat ein Dokument mit der Adresse des Übeltäters: «Ich konnte kaum glauben, wie blöd man sein kann», sagt Buchser mit breitem Grinsen.

Eine Kurzschlusshandlung

Buchser gibt die Anschrift des Müllsünders an den Gemeinderat weiter. Dieser reagiert umgehend und schickt dem Umweltverschmutzer eine Verfügung mit den Kosten für die Müllentsorgung plus einer Busse nach Hause. «Die Höhe der Busse liegt in unserem Ermessensspielraum und wurde so festgelegt, dass sie wehtat», sagt Gemeindeammann René Heiz.

Gleichzeitig zur Verfügung gewährte der Gemeinderat dem Müllsünder rechtliches Gehör: «Der Täter zeigte sich einsichtig und hat sich für seine Tat entschuldigt», sagt Heiz. Auch zu den Beweggründen der Tat nahm der Müllsünder Stellung: Er stand unter Zeitdruck, weil er den Unrat in einem geliehenen Auto stapelte, das er kurz vor der Tat wieder an den Besitzer zurückgeben musste.

«Die Tat war wohl nicht geplant, sondern eine Kurzschlussreaktion. Anders ist dies nicht zu erklären», sagt Heiz.

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