Wahlen
Möhlin wird von fünf Männern regiert - die FDP verteidigte ihren Sitz

Karl Eiermann ist gewählt – Ammann Fredy Böni kassiert einen Denkzettel.

Nadine Böni
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Karl Eiermann (links) und Fredy Böni.

Karl Eiermann (links) und Fredy Böni.

az

Möhlin wird in Zukunft von fünf Männern regiert. Die FDP verteidigt den Sitz von Bernadette Kern, die nicht mehr antrat, mit ihrem neuen Kandidaten Karl Eiermann. Er erreichte 1579 Stimmen und lag damit 210 Stimmen vor der einzigen Kandidatin, Margreth Borer (SP, neu). Mit ihren 1369 Stimmen lag zwar auch Borer deutlich über dem absoluten Mehr von 1040 Stimmen, ist aber als Überzählige nicht gewählt. «Klar spüre ich nun auch Enttäuschung», sagte Borer kurz nach Bekanntwerden der Resultate gegenüber der AZ. «Ich hätte mich über eine Wahl natürlich sehr gefreut.»

Fäs mit Glanzresultat

In die Enttäuschung mischte sich aber schon am Sonntagnachmittag auch Stolz. Stolz einerseits, so viele Stimmen und das absolute Mehr erreicht zu haben. «Ich war mir bewusst, dass es keine einfache Aufgabe wird als zweite SP-Kandidatin in Möhlin – egal, ob nun als Mann oder Frau», so Borer. Stolz andererseits auf den zweiten SP-Kandidaten, Markus Fäs, und dessen Glanz-Resultat. Der bisherige Gemeinderat wurde mit dem besten Ergebnis für die nächste Amtsperiode gewählt. Er erreichte 1988 Stimmen und damit 180 mehr als der zweitbeste Gemeinderat, Lukas Fässler (SVP).

Einen Denkzettel erteilten die Stimmberechtigten Fredy Böni (SVP). Der Gemeindeammann schaffte zwar mit 1606 Stimmen die erneute Wahl in den Rat – dies aber mit dem schlechtesten Ergebnis aller bisherigen Gemeinderäte. Der Ammann ist mit dem Resultat denn auch nicht ganz zufrieden. «Das ist ein kleiner Dämpfer, klar, aber ich habe es eigentlich so erwartet», sagte Böni.

Er spricht damit unter anderem das vergangene Jahr an. Ein Jahr, das in Möhlin von teils heftigen politischen Auseinandersetzungen geprägt war – Stichwort Gebiet Leigrube oder Schulraumplanung. «Als Ammann stehe ich im Fokus, Negatives wird daher an mir festgemacht», so Böni.

Deutliche Ammann-Wahl

Trotzdem spüre er nach wie vor das Vertrauen der Stimmbürger, sagt der 62-Jährige. Schliesslich läge er deutlich über dem absoluten Mehr und sei noch deutlicher als Ammann wiedergewählt worden. Mit 1369 Stimmen erreichte Böni hier zwar nicht mehr ganz die Glanzresultate von 2009 und 2013. Er lag aber gut 900 Stimmen vor dem zweitbesten Kandidaten, Markus Fäs. Der SP-Mann erhielt 466 Stimmen. «Das stärkt mir den Rücken und schafft eine Basis für die Zukunft», sagte Böni. Er freue sich auf die Zusammenarbeit im neuen Gremium.

Dazu gehört seit gestern auch Karl Eiermann. Seine Frau Manuela war die erste Gratulantin – sie hatte das Telefon von der Gemeinde entgegengenommen und konnte die frohe Kunde gleich mit ihrem Mann teilen. «Die Freude ist da», sagte Eiermann mit einem breiten Lachen. «Gerade für die Partei freut es mich. Es ist wichtig, dass die FDP weiterhin im Gemeinderat vertreten ist.»

Ein Auge auf die Finanzen

Schön sei, dass das Resultat so deutlich ausgefallen sei. Eiermann erhielt 210 Stimmen mehr als SP-Kandidatin Borer. «Damit ist meine Wahl kein Zufalls-Mehr», so der Neu-Gemeinderat. Er könne mit Borer mitfühlen. Gelegenheit, ihr das zu sagen, hatte er prompt: Die SP-Kandidatin gehörte wie Gemeindeammann Fredy Böni am Sonntagnachmittag zu den Gästen auf seiner Wahlfeier.

Im Gemeinderat will Eiermann den Schwerpunkt auf die Finanzen richten. «Die grösste Herausforderung der kommenden Jahre wird sicherlich, die Gemeindefinanzen wieder ins Lot zu bringen», so Eiermann.