Gmeind
Möhlin wird den Schulkreisvertrag Möhlintal kündigen

Die Gemeinde Möhlin wird den Schulkreisvertrag Möhlintal (Regos) kündigen. Die 446 anwesenden Stimmberechtigten an der Gemeindeversammlung am Donnerstagabend genehmigten diesen Schritt – allerdings erst nach einer ausführlichen Diskussion und einiger Kritik.

Nadine Böni
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Die Möhliner Gmeind gibt die Zusage zur Kündigung des Schulkreisvertrags Möhlintal.

Die Möhliner Gmeind gibt die Zusage zur Kündigung des Schulkreisvertrags Möhlintal.

Daniel Vizentini

Der Vertrag schreibt aktuell unter anderem fest, dass Möhlin rund 40 Sek-Schülerinnen und -Schüler nach Wegenstetten schickt, damit dort die Mindestanforderung von sechs Abteilungen erfüllt werden kann. «Das führte in den vergangenen Jahren in Möhlin zu einem Abbau von Klassen», sagte Gemeinderätin Bernadette Kern.

Vor dem Hintergrund der anstehenden Veränderungen in der Fricktaler Schullandschaft – Stichwort: Oberstufenstandorte – möchte auch der Möhliner Gemeinderat die Schulraumplanung überdenken. «Wir wollen uns von den Fesseln des Vertrages befreien, um alle Lösungen anschauen zu können», sagte Kern und betonte zugleich: «Wir streben weiterhin eine Zusammenarbeit mit den Talgemeinden an.»

Wie reagiert Wegenstetten?

Ein Punkt, den die Schulpflegen Wegenstetten-Hellikon, Zuzgen und Zeiningen anzweifeln. Sie fürchten um den Standort Wegenstetten, das machten sie vergangene Woche in einer Mitteilung deutlich. Ein in Möhlin wohnhafter und in Wegenstetten tätiger Lehrer bestätigte die Unsicherheit: «Auch ich weiss langsam nicht mehr, was ich glauben soll.»

Der Lehrer tönte an, dass man im Tal womöglich auch nach Rheinfelden schiele. Die dortige Kreisschule wird voraussichtlich um die Gemeinden des Fischingertals und um Stein erweitert. Für Möhlin wäre der Verlust des Standorts in Wegenstetten allerdings höchst ungünstig – der Gemeinde fehlt bekanntlich Schulraum, gerade auf Primarstufe. «Wie wir wissen, könnten wir uns aber einen Neubau kaum leisten», sagte ein Votant. «Wir brauchen Wegenstetten als Standort also.» Auch weitere Votanten äusserten Kritik am Vorhaben.

Die Kritik rief Martin Frana von der Möhliner Schulpflege auf den Plan. Er stellte sich hinter den Gemeinderat: «Wir wollen uns lösen – aber nicht von der Zusammenarbeit», betonte er. Es gehe vielmehr darum, eine Lösung zu finden, die für alle Partner passe.

Arbeitsgruppe übernimmt

Die Stimmberechtigten genehmigten schliesslich den Antrag des Gemeinderats. Mit 250 Ja- zu 133 Nein-Stimmen fiel das Resultat relativ deutlich aus. Somit wird der Schulvertrag vorsorglich auf das Ende des Schuljahres 2018/2019 gekündigt.
Eine Arbeitsgruppe wird sich nun daran machen, mögliche Lösungen für die Schulraum-Problematik aufzuzeigen. Involviert ist auch die Schulleitung von Wegenstetten. Bis im Herbst sollen erste Resultate vorliegen.

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