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Möhlin erhält am meisten Geld

Neun Gemeinden müssen in den Finanzausgleich zahlen, 23 bekommen Geld

Thomas Wehrli
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Die Pharma trägt viel dazu bei, dass es Kaiseraugst finanziell gut geht. Entsprechend zahlt die Gemeinde auch am meisten in den Finanzausgleich ein. zvg

Die Pharma trägt viel dazu bei, dass es Kaiseraugst finanziell gut geht. Entsprechend zahlt die Gemeinde auch am meisten in den Finanzausgleich ein. zvg

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Auf diese Post aus Aarau haben die Fricktaler Gemeinden gewartet: Der Kanton hat ihnen in diesen Tagen mitgeteilt, wie viel Geld sie 2018 aus dem neuen Finanzausgleich zwischen den Gemeinden erhalten – oder wie viel sie in den Topf einzahlen müssen. 23 der 32 Gemeinden gehören zu den Profiteuren: Sie erhalten Geld. Neun zahlen ein.

Am meisten muss Kaiseraugst bluten; netto zahlt die Gemeinde 2,653 Millionen Franken. Der errechnete Finanzausgleich liegt sogar noch deutlich höher, nämlich bei 3,018 Millionen Franken. Kaiseraugst profitiert aber – wie viele Kommunen – von einem Übergangsbeitrag. Diesen erhalten jene Gemeinden während vier Jahren, deren Finanzhaushalt durch den auf 2018 vollzogenen Systemwechsel um mehr als zwei Steuerfussprozente belastet wird.

Dieser Übergangsbeitrag ist gerade für kleinere und finanzschwächere essenziell. So erhält beispielsweise Wölflinswil statt dem eigentlichen Finanzausgleich von 720'000 Franken effektiv 901 000 Franken ausbezahlt – das sind 24 Prozent mehr. Bei Schwaderloch liegt der Betrag, den die Gemeinde inklusive Übergangsbeitrag erhält, sogar um 253 Prozent über dem eigentlichen Finanzausgleich von 123'000 Franken.

Umgekehrt müssen aber auch acht der neun Gemeinden, die in den Finanzausgleich zahlen, dank den Übergangsbeiträgen weniger abliefern. Am deutlichsten fällt die Differenz bei Stein aus: Statt 1 093 000 Franken zahlt die Gemeinde 624'000 Franken, also nur 57 Prozent des vollen Betrages.

In absoluten Zahlen ist Kaiseraugst die drittgrösste Netto-Zahlerin im Kanton; nur Baden und Aarau müssen mehr Geld abliefern. Rechnet man den Betrag pro Kopf um, zahlt Kaiseraugst pro Einwohner 475 Franken. Auch hier liegt die finanzstarke Gemeinde klar an der Spitze der Fricktaler Kommunen.

Insgesamt liefern 13 Gemeinden netto mehr als eine Million Franken ab. Darunter befindet sich mit Rheinfelden eine zweite Fricktaler Kommune; die Zähringerstadt liefert netto 1,758 Millionen Franken ab. Stein und Magden gehören zwar finanzausgleichtechnisch ebenfalls in den «Millionärsklub» der Zahler, müssen aber dank dem Übergangsbeitrag deutlich weniger als eine Million abliefern.

Möhlin erhält am meisten

Fast dreimal so lang ist die Liste jener Fricktaler Gemeinden, die 2018 Geld aus dem Finanzausgleich erhalten. Spitzenreiter ist hier Möhlin, das just eine Million Franken erhält. Die Gemeinde ist damit die einzige in der Region, die einen siebenstelligen Betrag erhält. Kantonsweit am meisten Finanzausgleich bekommt Aarburg: 4,732 Millionen Franken.

Im Fricktal profitieren neben Möhlin auch Wölflinswil (901'000 Franken), Oberhof (865'000), Mettauertal (763'000) und Hornussen (706'000) kräftig vom Finanzausgleich.

Rechnet man die Beträge pro Kopf um, schwingt Oberhof mit 1446 Franken pro Einwohner weit obenaus; den zweithöchsten Pro-Kopf-Betrag erhält Wölflinswil mit 894 Franken, gefolgt von Hellikon mit 814 und Hornussen mit 753 Franken. Blickt man auf alle Aargauer Gemeinden, liegt Oberhof mit seinen 1446 Franken pro Kopf an vierter Stelle. Kantonaler Spitzenreiter ist hier Böbikon: Die Zurzibieter Gemeinde erhält 2213 Franken pro Kopf.

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