Wegenstettertal

Möhlin will Schulkreisvertrag kündigen – Schulpflegen sind in Sorge

Im Tal herrscht Enttäuschung über das womögliche Aus des Oberstufenstandorts Wegenstetten. AZ/Archiv

Im Tal herrscht Enttäuschung über das womögliche Aus des Oberstufenstandorts Wegenstetten. AZ/Archiv

Die Schulpflegen Wegenstetten-Hellikon, Zuzgen und Zeiningen hoffen, dass Wegenstetten Oberstufenstandort bleibt – und, dass Möhlin den Schulkreisvertrag nicht kündigt.

Die Schulpflegen im Wegenstettertal sind in Sorge. Der Grund: Der Gemeinderat Möhlin beantragt an der Gemeindeversammlung die Kündigung des Schulkreisvertrags. In diesem ist geregelt, dass Möhlin Schüler nach Wegenstetten in die Oberstufe schickt, damit dort die Mindestanzahl von sechs Abteilungen gebildet werden kann. Der Standort Wegenstetten werde durch die beabsichtigte Kündigung des Schulkreisvertrags durch Möhlin infrage gestellt, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung der drei Schulpflegen.

Nötig für Auslegeordnung

Möhlin sagt, die Kündigung auf Ende des Schuljahres 2018/19 sei notwendig, um allen Vertragsparteien Zeit und Handlungsfreiheit zu verschaffen, um gemeinsam die Zukunft der Oberstufe planen zu können. «Es geht um eine Auslegeordnung», erklärt der Möhliner Ammann Fredy Böni, «die Kündigung des Kreisschulvertrages heisst nicht zwangsläufig, dass der Standort Wegenstetten geschlossen wird.»

Bei Stefan Hasler, Präsident der Kreisschulkommission (Schulpflege) Wegenstetten-Hellikon, stösst dieses Vorgehen auf wenig Verständnis. «Innerhalb des Tals existiert auf verschiedenen Ebenen eine partnerschaftliche Zusammenarbeit. Existieren Probleme und neue Herausforderungen, sucht man unter Partnern eine gemeinsame Lösung und kündet nicht einfach einseitig einen Vertrag», sagt er. Nach einer Kündigung sei es schwieriger, einen neuen Vertrag auszuarbeiten, als einen bestehenden abzuändern, befürchtet er. Deshalb mache er sich grosse Sorgen um den Weiterbestand der Oberstufe in Wegenstetten.

Appell für Status quo

Für die Schulpflegen aus dem Wegenstettertal ist klar: Wenn Möhlin ab August 2019 keine Schüler mehr nach Wegenstetten schickt, würde dies das Ende der eigenständigen Sekundarschule bedeuten. «Müsste die Oberstufe Wegenstetten ihre Tore schliessen, wären in Wegenstetten und Hellikon Schulräume ungenutzt sowie bereits getätigte Investitionen in Millionenhöhe hinfällig, während Möhlin diese wiederum für Millionen erstellen müsste», schreiben die drei Schulpflegen.

Und selbst wenn Wegenstetten als Nebenstandort der Schule Möhlin erhalten bleibt, befürchten sie Nachteile, da dies in einem politischen Prozess entschieden würde. «Die damit einhergehende Unsicherheit könnte in Wegenstetten zu Kündigungen bewährter Lehrkräfte führen», heisst es in der Mitteilung.

Hasler betont: «Nur als eigenständige Schule können wir die bisherige Schulqualität und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden, aber auch unserer Schüler und deren Eltern garantieren.» Er hofft deshalb, dass die Gemeindeversammlung Möhlin den Schulkreisvertrag nicht kündigen wird. Der bestehende Vertrag könnte ohne weiteres den neuen Bedürfnissen angepasst werden.

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