50. Jubiläum

Möhlin war eine der ersten Storchenstationen der Schweiz: Heute werden die Vögel dort vor allem gepflegt

Ein Storch der Möhliner Storchenstation.

Ein Storch der Möhliner Storchenstation.

Die Storchenstation in Möhlin feiert dieses Jahr ihren 50. Geburtstag – wenn auch ohne Fest. Dafür ist man auf der Suche nach einer Frau, für den Storch versteht sich. Aber auch wer helfen will, ist in Möhlin immer willkommen.

Die Erfolgsgeschichte beginnt mit elf Störchen, die am 12.Dezember 1970 ihre Gehege in der Storchenstation in Möhlin beziehen. Sie sind Teil des Wiederansiedlungsprojekts für Weissstörche, das der Solothurner Max Blösch einige Jahre zuvor gestartet hatte. Möhlin wird zu einer der ersten Storchenstationen der Schweiz. 50 Jahre ist das nun her.

Mitglieder des Vereins Natur- und Vogelschutz, heute noch Trägerverein der Station, erbauten damals in über 1000Stunden Fronarbeit die Gehege und Volieren. Mit dabei war auch Hansruedi Böni, heutiger Co-Präsident des Vereins. «Es halfen viele hervorragende Handwerker mit, sonst hätte das nicht funktioniert – auch finanziell nicht», erinnert er sich.

Anfangs wurden die Störche in den Gehegen gehalten mit gestutzten oder arretierten Flügeln, um ein Wegfliegen zu verhindern. Später wurden die geschlechtsreifen Jungtiere in die Freiheit entlassen. Sie sollten sich in der Region niederlassen – was tatsächlich klappte. Es war die Rückkehr von Meister Adeba. Inzwischen sind Hunderte Jungstörche in Möhlin herangewachsen. «Erst vor wenigen Wochen konnte der 1000. Möhliner Jungstorch beringt werden», freut sich Böni. Mittlerweile gibt es nicht nur die festen Horste in der Station, sondern auch zig auf Bäumen darum herum oder auf Dächern im Dorf.

Die Störche leben frei und werden in der Station auch nicht mehr gefüttert. «Sie kehren auf Grund ihres Instinkts immer wieder auf die Horste bei der Storchenstation zurück», sagt Hansruedi Böni. So ist die Station heute zwar noch immer als Storchenstation bekannt – aber eigentlich ist sie inzwischen eine Vogelpflegestation. «Freiwillige kümmern sich das ganze Jahr über um verletzte oder kranke Vögel», sagt Böni. Derzeit ist die Station auf der Suche nach weiteren Helferinnen und Helfern.

Das Fest zum 50-Jahre-Jubiläum musste derweil corona­bedingt abgesagt werden. Es soll im Zeitraum der Storchenberingung im nächsten Jahr nachgeholt werden. «Und», sagt Böni mit einem Lächeln, «wir haben da noch etwas in petto. Ein Projekt, das bald öffentlich gemacht wird.» Mehr soll dazu derzeit nicht verraten werden. Dafür aber das: Seit einigen Monaten lebt in der Flugvoliere Schwarzstorch Coronero. «Wir möchten ihm eine Frau finden», sagt Böni. Vielleicht hat in der Storchenstation also bereits die nächste Erfolgsgeschichte ihren Anfang genommen. «Vielleicht tut der Schwarzstorch es seinen Artgenossen gleich und wird in Möhlin irgendwann heimisch.»

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