Möhlin
Nur nicht nochmals absagen: Die Möhliner tun alles, um ihre Fasnacht zu retten

Letztes Jahr musste die Möhliner Fasnacht wegen Corona abgesagt werden. Die Organisatoren wollen alles geben, damit sich das nicht wiederholt.

Nils Hinden
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Die Möhliner Fasnacht soll endlich wieder stattfinden.

Die Möhliner Fasnacht soll endlich wieder stattfinden.

Charlotte Fröse/ «Aargauer Zeitung»

Fast den ganzen Tag sei er auf den Beinen gewesen, um dann schliesslich erst um halb drei Uhr Freitagmorgens ins Bett zu gehen, sagte Steve Krebs. Am Donnerstag, dem 11. 11., war die Fasnacht in Möhlin festlich eingeläutet worden.

Das sah man ihm, dem Präsidenten der Fasnachtzunft Ryburg, aber überhaupt nicht an. So sass er einige Stunden später fit und in voller Fasnachtsmontur neben dem abtretenden Möhliner Gemeindeammann Fredy Böni und dem Vorstandsmitglied der Fasnachtsgesellschaft Meler Galgevögel, Daniel Ryser, im Gemeinderatszimmer Möhlin. Dort hatten sich die drei versammelt, um die Presse über die kommende Möhliner Fasnacht zu informieren.

Fasnächtler sollen Zepter übernehmen

«Der Gemeinderat will endlich wieder für ein paar Tage die Verantwortung für Möhlin an die Fasnächtler abgeben», mit diesen Worten begann der Gemeindeammann Fredy Böni die Medienkonferenz.

Die Botschaft ist klar: Die Fasnacht soll auf keinen Fall noch einmal ausfallen, nicht wie letztes Jahr. Um das zu verhindern, wollen alle drei Anwesenden ihr Bestmögliches tun. Ryser sagt: «Die Möhliner Fasnacht soll so normal wie möglich stattfinden, dafür kämpfen wir.» Das sei man den zahlreichen Fasnachtsbegeisterten in der Region schuldig.

Flexibilität ist gefordert

Da niemand sagen kann, wie die Coronasituation im Februar aussieht, erfordert die Planung Flexibilität von den Organisatoren. So seien in wechselseitiger Zusammenarbeit mit der zuständigen Coronataskforce mehrere Pläne entstanden. Krebs sagt:

«Wenn es irgendwie möglich ist, wollen wir die Fasnacht mitsamt den Umzügen durchführen.»

Dabei sei aber weder eine Durchführung mit Zertifikat nur für die Umzugsteilnehmenden, noch eine Durchführung mit Zertifikatspflicht für alle Fasnächtler realisierbar. Trotzdem habe der Kanton signalisiert, dass man die Umzüge mit jeweils bis zu 15'000 Besucherinnen und Besuchern auch ohne Zertifikat noch nicht ganz abschreiben müsse.

Die Organisatoren halten aber auch eine Alternative ohne Umzüge bereit. «Wenn Umzüge nicht möglich sind, dann wollen wir eine Beizenfasnacht durchführen. Dann würden die Guggenmusikgruppen frei herumlaufen», sagt Krebs und fügt an:

«Das wäre aber schade, da die Umzüge der Motor der Fasnacht sind.»

Als man das Vorhaben am Mittwoch den über 100 Mitgliedern der Galgevögel kommuniziert habe, sei die Euphorie spürbar gewesen, so Ryser. «Wir merken, dass es in Möhlin viele hat, die auf die Fasnacht ‹blangen›.»

Krebs berichtet von seiner Zunft: «Wir trafen uns vor Corona mehrmals wöchentlich. Viele sind enorm engagiert. Ohne Fasnacht treffen wir uns auch weniger.» Man habe zwar beispielsweise dem Forstteam geholfen und an zwei Arbeitstagen über 500 Bäume gepflanzt, um die Gesellschaft zu pflegen. Aber: «So viel Spass das auch gemacht hat, sind wir froh, wenn wir uns endlich wieder unserer geliebten Fasnacht widmen können.»

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