Möhlin
Nach dem Knatsch um Rendite und das Ortsbild: Der Gemeinderat hebt die Baukommission auf

Anfang Jahr kam es in der Baukommission Möhlin zum grossen Knall: Gleich vier langjährige Mitglieder gaben gemeinsam ihren Rücktritt bekannt – weil sie sich vom Gemeinderat nicht ernst genommen gefühlt hatten. Jetzt stellt der Gemeinderat den Bereich neu auf. Wichtig wird künftig die Fachkommission Kernzonen.

Nadine Böni
Merken
Drucken
Teilen
Bei Bauprojekten wird in Möhlin künftig die Fachkommission Kernzonen ihre Meinung abgeben.

Bei Bauprojekten wird in Möhlin künftig die Fachkommission Kernzonen ihre Meinung abgeben.

Claudio Thoma
(13. November 2018)

Nach dem Knatsch um die Möhliner Baukommission hat der Gemeinderat an seiner Klausurtagung eine Neuorganisation in diesem Bereich beschlossen. Die verbleibenden drei Mitglieder der Baukommission werden demnach mit der Fachkommission Kernzonen zusammengeführt. «Damit sind die eigentliche Baukommission und die monatlichen Sitzungen ‹aufgehoben›», sagt Gemeindeschreiber Marius Fricker.

Unstimmigkeiten in der Zusammenarbeit

Rückblick: Anfang Jahr hatten vier langjährige Mitglieder der Kommission gemeinsam ihren Rücktritt verkündet – weil sie sich vom Gemeinderat zu wenig ernst genommen gefühlt hatten.

Hintergrund waren offenbar unterschiedliche Vorstellungen über die baulichen Entwicklungen im Dorf. Eines der abtretenden Mitglieder bemängelte:

«Unsere Bedenken und Anliegen wurden kaum einmal beachtet und ernst genommen.»

Stattdessen würden etwa «Renditegelüste einzelner Bauherren» vom Gemeinderat höher gewichtet. Die Gemeinde räumte ebenfalls Unstimmigkeiten in der Zusammenarbeit mit der Kommission ein. Sie verwies dabei auf die Herausforderungen, die das Bauen gerade in Kernzonen bringe:

«Das ist eine schwierige Angelegenheit, da es um viel Geld geht und sehr gegensätzliche Interessen aufeinanderprallen.»

Die Fachkommission Kernzonen begleitet seit einiger Zeit komplexe Projekte im Dorf. Die erste Sitzung der erweiterten Kommission findet nun am 31. Mai statt. «Die Abteilung Bau und Umwelt ist beauftragt, auf den Legislaturwechsel einen Kurzbericht zu den getätigten Erfahrungen zu machen. Im Anschluss an diesen Bericht und die getätigten Erfahrungen wird das weitere Vorgehen entschieden», so Fricker.