Möhlin
8 wollen, 5 können: Die Ausgangslage bei den Gemeinderatswahlen ist so spannend wie lange nicht mehr

Am 26. September haben die Stimmbürger in Möhlin viel Auswahl: Gleich acht Kandidaten wollen auf einem der fünf Sitze im Gemeinderat Platz nehmen – und mit Markus Fäs, Karl Eiermann und Pit Sägesser buhlen drei um den Chefsessel; jeder der drei will Ammann werden.

Thomas Wehrli
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So spannend wie in Möhlin ist es im Fricktal in diesem Wahlherbst nur noch in Laufenburg, wo der heutige Vizeammann Meinrad Schraner (SVP) den amtierenden Ammann Herbert Weiss (Die Mitte) vom Thron stürzen will. In Möhlin kann das zwar nicht passieren, denn Fredy Böni (SVP), ein zoon politikon, wie er im Buche steht, tritt nicht mehr zu den Wahlen an – was ihm nun prompt einen nicht sehr geistreichen, anonymen Flyer eingebracht hat, in dem der Absender oder die Absenderin Gott dafür dankt, dass Böni geht. Nun, danken müsste der Schreiber oder die Schreiberin ja wenn schon Böni, denn er hat das selber entschieden.

Aber eben: Die Wahlen versprechen doch Spannung pur, denn nicht weniger als acht Kandidaten wollen auf einem der fünf Sessel im Gemeindehaus Platz nehmen. Eine Prognose, wer die Wahl schafft, wäre deshalb auch gewagt. Nur die eine Prognose sei gewagt: Der neue Gemeinderat wird, wie der alte, ein reines Männergremium sein, denn nicht eine Frau stellt sich offiziell zur Wahl. Als letzte Frau sass Bernadette Kern im Gremium; sie trat 2017 nicht mehr zu den Wahlen an.

Dafür wollen gleich drei auf Böni’s Chefsessel Platz nehmen. Als erster meldete Markus Fäs (SP) seine Ambitionen an. Fäs gilt als integrierend und dossierfest. Ob und wie weit sein rotes Parteibuch in der SVP-Hochburg Möhlin ein Handicap ist, wird unterschiedlich beurteilt. Viele trauen Fäs allerdings das Amt durchaus zu – und das bis weit ins rechte Spektrum.

Als zweiter meldete etwas später Karl Eiermann (FDP) seine Ambitionen an. Eiermann gilt als Macher, hat aber im letzten Jahr mit dem Präsidium des Vereins «Wohnen im Alter Möhlin» eine heisse Kartoffel übernommen. Denn im Wohn- und Pflegezentrum Stadelbach in Möhlin rumort es schon eine ganze Weile. Erst neulich sind Vereinsmitglieder, Angehörige und Mitarbeitende an die AZ herangetreten und haben über ein schlechtes Arbeitsklima, eine schlechte Kommunikation und auch Mängel in der Zentrumsleitung geklagt.

Als dritter betrat kurz vor dem offiziellen Anmeldeschluss Pit Sägesser die Ammannbühne. Der Parteilose muss dafür allerdings zuerst in den Gemeinderat gewählt werden, ist aber kein Unbekannter: Sägesser ist unter anderem für sein Engagement in der IG Zukunft Möhlin bekannt, in der er sich 2016 gegen den Verkauf des alten Sportplatzes Riburg einsetzte. Ausserdem war er bis 2020 in der Baukommission tätig.

Der grosse Abwesende bei der Ammannwahl ist der heutige Vizeammann Lukas Fässler (SVP). Dem versierten, dossierfesten Finanzpolitiker würden viele den Ammannjob zutrauen – nur: Fässler will lieber Vizeammann bleiben. Er begründete dies im Frühling gegenüber der AZ so:

«Das Amt ist mit meinen beruflichen Verpflichtungen schlicht nicht vereinbar.»

Die Ammannwahl verspricht damit Spannung pur – die Gemeinderatswahlen ebenso. Die vier Bisherigen, die erneut antreten, sind ein eingespieltes Team und haben in den letzten Jahren – bei allen politischen Monsterdebatten, die einfach zu Möhlin gehören – keinen schlechten Job gemacht. Da eine Abwahl stets eine hohe Hürde ist, sind die Chancen deshalb intakt, dass sie wiedergewählt werden.

Und die SVP will natürlich den durch den Rücktritt von Böni frei werdenden Sitz im Gemeinderat halten. Dazu schickt sie mit Stephan Müller einen erfahrenen Mann ins Rennen. Müller ist seit 2014 Schulpflegepräsident und hat in dieser Funktion viel zur positiven Entwicklung der Schullandschaft beigetragen. Im Doppelpack treten Hans Metzger und Loris Gerometta an. Sie wurden in der – teils hitzigen – Debatte um die Entwicklung des Gebiets Leigruben und Rüttenen politisiert. Nun wollen sie ihre Sicht von Nachhaltigkeit in den Gemeinderat tragen – damit Möhlin, so formuliert es Metzger, «auch in Zukunft für die Weizengarbe einsteht, welche auf dem Gemeindewappen zu sehen ist».

Was finden Sie an Möhlin cool?

Markus Fäs, Gemeinderat, SP, kandidiert neu als Ammann.

Markus Fäs, Gemeinderat, SP, kandidiert neu als Ammann.

zvg

Markus Fäs, Gemeinderat, SP, kandidiert neu als Ammann: «In meiner Wahrnehmung ist Möhlin ein lebendiges Dorf mit vielen Freizeitmöglichkeiten (Bsp.: Schwimmbad, aktive Vereine), einem kleinen, aber feinen Kulturangebot, einer guten Einbettung in die Natur und trotzdem mit guten Verkehrsverbindungen. Wer will, findet hier leicht Kontakt und Anschluss.»

Karl Eiermann, Gemeinderat, FDP, kandidiert neu als Ammann: «Möhlin ist Heimat und Bürgerort. Cool ist die Badi, die Storchenstation, unser Waldhaus, die vielen Grillstellen, die Naturschutzgebiete, der Sonnenberg und natürlich eine coole Schule. Unsere drei Kirchen, das Dorfmuseum und der jährliche Garteneisenbahn-Event passen auch zu Möhlin. Unsere Fasnacht, unser Vereinsleben sind im ganzen Fricktal legendär.»

Pit Sägesser, kandidiert neu als ­Gemeinderat und zugleich als Ammann, parteilos: «Cool finde ich, dass sich Möhlin seinen Charakter bewahrt hat und seine Einwohner eine kämpferische Seite zeigen, wenn ihnen etwas nicht passt. Dies hat ein bisschen etwas von unseren Gründungsvätern, welche mit ihren Hellebarden ihre Unzufriedenheit und letztendlich auch ihre Freiheitsliebe zum Ausdruck gebracht haben.»

Lukas Fässler, Vizeammann, SVP: «Möhlin hat generell sehr viel zu bieten. Ich schätze besonders die vielen aktiven Vereine, das grosse Naherholungsgebiet, die modernen Sportanlagen und das sehr schöne Schwimmbad. Das Schulraumangebot macht das Dorf für Familien mit Kindern attraktiv. Letztlich schätze ich auch die Nähe und gute Verkehrsanbindung zur Stadt Basel.»

Thomas Freiermuth, Gemeinderat, parteilos: «Das umfangreiche Vereinsleben und Anlässe von über 100 Vereinen, die dazu beitragen, dass das Dorf lebt und nach aussen wahrgenommen wird. Ebenso gefallen mir die Infrastruktur sowie Einkaufsmöglichkeiten, der Anschluss an den ÖV und das Naherholungsgebiet vom Sonnenberg bis zum Rhein.»

Stephan Müller, kandidiert neu als Gemeinderat, SVP: «Möhlin hat alles! Unser Dorf verfügt über ein breites Angebot an Gewerbe und Dienstleistern, Freizeit und Kultur, ÖV sowie eine gut ausgebaute Infrastruktur. Gleichzeitig haben wir rund ums Dorf ein riesiges Naherholungsgebiet mit Wald, Fluss, Wiesen etc., sodass für jeden etwas dabei ist.»

Hans Metzger, kandidiert neu als Gemeinderat, parteilos: «Als aktiver Landwirt habe ich einen besonderen Bezug zum Boden, er ist fruchtbar, ertragreich und einfach zum Bewirtschaften. Weiter schätze ich unser sonniges Klima, sowie direkte Begegnungen mit der Bevölkerung, aus denen interessante Gespräche entstehen, was wiederum gut ist für den Zusammenhalt im Dorf.»

Loris Gerometta, kandidiert neu als Gemeinderat, parteilos: «Möhlin ist cool» – sei es unsere sehr gute Infrastruktur, ein vielfältiges Angebot an lokalem Gewerbe, Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten, Landwirtschaft, Vereinsleben, Schulen, die geografische Lage im Fricktal mit der Nähe zu Basel und Zürich, der öffentliche Verkehr sowie unsere wundervollen Naherholungsgebiete. Was wollen wir mehr!»

Was stört Sie an Möhlin, wo drückt der Schuh?

Karl Eiermann, Gemeinderat, FDP, kandidiert neu als Ammann.

Karl Eiermann, Gemeinderat, FDP, kandidiert neu als Ammann.

zvg

Markus Fäs: «Wie viele andere Gemeinden hat sich Möhlin in den letzten 20 Jahren stark gewandelt: starkes Wachstum, stark gestiegene Immobilienpreise, mehr Verkehr, weniger Parkplätze. Diesen Veränderungen müssen wir klug begegnen.»

Karl Eiermann: «Die Schuldenlast drückt buchstäblich.»

Pit Sägesser: «Momentan stört mich der grosse Graben zwischen der Gemeindeführung und der Bevölkerung von Möhlin. Zukünftig müssen die Einwohner wieder das Gefühl bekommen, dass die Gemeindeführung ihre Interessen vertritt und dabei Parteiendiktat und persönliche Bedürfnisse keine Rolle spielen dürfen.»

Lukas Fässler: «Zum Teil bestehen sehr unterschiedliche Auffassungen in der Bevölkerung betreffend der bisherigen und auch weiteren Entwicklung im Dorf. Das Wachstum der Gemeinde wurde in der Vergangenheit sehr heftig diskutiert. Mit transparenter, offener Informationspolitik und respektvoller Diskussionskultur erhoffe ich mir wieder etwas mehr Ruhe im Dorf.»

Thomas Freiermuth: «Wie in jeder Gemeinde drückt immer irgendwo ein Schuh. Das ist normal, aber wir sind ja dazu da, zusammen mit der Bevölkerung den Schuh ein wenig oder ganz drucklos zu machen.»

Stephan Müller: «Die teilweise schlechte und gehässige Stimmung im Dorf, die sich vermehrt an den Gemeindeversammlungen und in den sozialen Medien gezeigt hat. Oft fehlt es am Respekt vor dem Gegenüber, anderen Meinungen und am Verständnis für die Demokratie – das hat auch viele Menschen davon abgehalten, an Gemeindeversammlungen teilzunehmen».

Hans Metzger: «Das Dorf lebt, daraus ergaben sich innerhalb der Bevölkerung unterschiedliche Sichtweisen, Prioritäten und Handlungsfelder. Ein wichtiger Aspekt für mich ist die Zufriedenheit der Bevölkerung sowie aller Beteiligten zu erkennen und zu fördern. Das starke Wachstum der Gemeinde Möhlin hat in der Vergangenheit den «Dorf-Frieden» arg strapaziert.»

Loris Gerometta: «Ich wünsche mir eine Konsolidierung, welche Ruhe ins Dorf bringt! Die Vorstellungen unserer vielschichtigen Bevölkerung sind teilweise kontrovers. Eine transparente Politik am Puls der Bevölkerung baut das nötige Vertrauen in den Gemeinderat auf. Dann wird «der Schuh nicht mehr drücken» und der gemeinsame Weg lässt sich ohne «Schmerzen» gehen.»

Welches Projekt muss 2022 unbedingt angegangen werden?

Pit Sägesser kandidiert neu als Gemeinderat und zugleich als Ammann, parteilos.

Pit Sägesser kandidiert neu als Gemeinderat und zugleich als Ammann, parteilos.

Zvg / Aargauer Zeitung

Markus Fäs: «Ich glaube, es ist wichtig für das Dorf, vorläufig keine neuen Grossprojekte zu starten, sondern in Ruhe das fortzuführen, was gerade am Laufen ist (z.B. diverse Schulhaus- und Strassensanierungen). Wir haben aber in einigen Verwaltungszweigen räumliche Engpässe; wenn sich günstige Gelegenheiten ergeben, diese zu beheben, packen wir dort sicher an.»

Karl Eiermann: «Die bestehenden Projekte, wie die Renovationen der zwei Fuchsrainschulhäuser, erfolgreich zum Abschluss zu bringen.»

Pit Sägesser: «Die berühmten ersten 100 Tage werden dafür da sein, dass sich neue Mitglieder in ihre Ressorts eingewöhnen können und dass eine gemeinsame Strategie entwickelt wird. Ich möchte in allen Bereichen eine Verbesserung initiieren, dass wir jeweils von den besten lernen (Methode Benchmarking) und ausserdem das Projekt «Agenda 2030» gestartet wird».

Lukas Fässler: «Die Neuorganisation der Schule Möhlin nach Abschaffung der Schulpflegen und die Sanierungen der beiden Schulhäuser im Fuchsrain werden uns sicherlich fordern. Mit dem Start der neuen Legislatur werden wir auch das Legislaturprogramm neu festlegen müssen.»

Thomas Freiermuth: «Es gibt viele Projekte, die angegangen werden müssen. Wichtig ist sicher die Gründung der neuen Uvek (Umwelt-, Verkehr- und Energiekommission), aber die Prioritäten muss dann der neu gewählte Gemeinderat setzen.»

Stephan Müller: «Kein Projekt, aber die bekannten Probleme im Wohn- und Pflegezentrum Stadelbach sind zu lösen. Wenn Bewohner/innen und Mitarbeitende sich dort nicht wohlfühlen, stimmt grundlegend etwas nicht. Die Gemeinde muss im Rahmen ihrer Möglichkeiten dafür sorgen, dass diese Probleme gelöst werden und Ruhe einkehrt.»

Hans Metzger: «Momentan sind diverse von der Gemeinde genehmigte Grossprojekte (Sanierung Schulhäuser Fuchsrain, Strassensanierungen, Erschliessung Leigrube) in der Umsetzung oder in Planung und werden Möhlin bis über das Jahr 2022 hinaus beschäftigen. Neue, weitreichende Projekte sollen unter Einbezug der Bevölkerung gemeinsam erarbeitet werden.»

Loris Gerometta: «Aktuell sind für 2022 bereits diverse, grössere Projekte aufgegleist oder befinden sich in der Realisierung. Es gilt diese Projekte im Einklang mit allen Beteiligten und den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde, wohlüberlegt umzusetzen. Mehrheitsfähige Politik spart Planungskosten, verhindert Fehlinvestitionen und erhöht die Akzeptanz.»

Wenn Sie 5 Mio. Steuerfranken fürs Dorf zur freien Verfügung hätten – was würden Sie tun?

Lukas Fässler, Vizeammann, SVP

Lukas Fässler, Vizeammann, SVP

Zvg / Fricktal

Markus Fäs: «Ich würde den Gemeindehausplatz so umgestalten, dass er für Vereine und private Organisationen einfacher zu benutzen wäre als heute, zum Beispiel durch die Einrichtung fester Installationen (Wasser, Abwasser, Strom, Wetterschutz). Die unbefriedigende Situation am Bahnhof (Vandalismus an Fahrrädern) würde ich ebenfalls gerne angehen. Und: Schuldenabbau.»

Karl Eiermann: «Reduzieren der Schulden.»

Pit Sägesser: «Diese fünf Millionen würde ich vollumfänglich innerhalb der Gemeinde einsetzen, um entstandene Defizite bei Kleinunternehmern resp. Härtefällen in privaten Haushalten, durch Corona bedingt, zu mildern und gleichzeitig damit den wirtschaftlichen Aufschwung in der Gemeinde zu unterstützen.»

Lukas Fässler: «Zwei Drittel würde ich in nachhaltige Projekte – zum Beispiel in Photovoltaik, nachhaltige Wärmeerzeugung – investieren oder Projekte finanziell unterstützen, die die Attraktivität und/oder Lebensqualität in Möhlin verbessern. Ein Drittel würde ich zum Abbau von Schulden einsetzen.»

Thomas Freiermuth: «Schuldenabbau.»

Stephan Müller: «Ich würde dieses Geld für Bildung und Jugendförderung einsetzen. Es wäre jedoch vermessen, wenn ich diese Millionen einfach nach meinem Gutdünken ausgeben könnte; es müsste ein demokratischer Entscheid über die Verwendung erfolgen, da es sich um Steuergelder handelt.»

Hans Metzger: «Möhlin ist bereits neuzeitlich und fortschrittlich aufgestellt. Deshalb sehe ich den sinnvollsten Nutzen darin, diese fünf Millionen Steuerfranken für den Schuldenabbau einzusetzen und somit einen ausgeglichenen Finanzhaushalt anzustreben. Gesunde Gemeindefinanzen schaffen den nötigen Spielraum für benötige Investitionen.»

Loris Gerometta: «Aus heutiger Sicht würde ich mich primär dafür einsetzen, dass wir im Sinne unserer künftigen Generationen und unserer Bevölkerung mit diesen fünf Millionen Steuerfranken einen fortlaufenden Schuldenabbau erreichen. Damit dürfte längerfristig eine Steuersenkung realisierbar sein, welche gleichzeitig die Attraktivität unserer Wohngemeinde fördert.»

Weshalb sind Sie in der/wollen Sie in die Politik?

Thomas Freiermuth, Gemeinderat, parteilos.

Thomas Freiermuth, Gemeinderat, parteilos.

Zvg / Fricktal

Markus Fäs: «Ich bin in einem politisch sehr interessierten Elternhaus aufgewachsen. Meine Impulse, mich aktiv politisch zu engagieren, haben sich immer aus der Überzeugung heraus ergeben, dass es nicht reicht, einfach gegen etwas zu sein, sondern man muss sich engagieren, mitarbeiten, die Probleme von innen kennen lernen und zu lösen versuchen.»

Karl Eiermann: «Als Möhlemer ist es Ehre und Pflicht gleichermassen, meine Lebenserfahrung im Gemeinderat einzubringen. »

Pit Sägesser: «Die Erfahrung aus anderen Gemeinden zeigt, dass eine parteilose Führung besser auf die Interessen der Bevölkerung eingehen und durch das Fehlen des Parteiendiktats freier agieren kann. Als Organisator habe ich jahrelange Erfahrung als Vermittler zwischen den Interessen verschiedener Parteien und möchte dies zum Wohl der Gemeinde einsetzen.»

Lukas Fässler: «In einer Gemeinde geht es um konkrete Projekte wie den Bau und Unterhalt von Schulhäusern, Sportanlagen, Strassen etc., die Unterstützung von Vereinen oder die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden. Die Aufzählung ist natürlich nicht vollständig, gibt aber einen Eindruck zur Vielfältigkeit des Aufgabenspektrums. Diese Vielfalt fasziniert mich.»

Thomas Freiermuth: «Ich war und bin noch immer hoch motiviert, an vorderster Front mitzuarbeiten, etwas zu bewegen, mitzuentscheiden und unser Dorf weiter zu entwickeln.»

Stephan Müller: «Motzen oder die Faust im Sack machen kann jeder. Verantwortung übernehmen und sich einbringen hingegen wollen nur wenige. Ich möchte Verantwortung übernehmen und etwas gestalten, etwas bewegen; das habe ich in den letzten Jahren mit der Schule Möhlin bereits bewiesen. Es ist eine Möglichkeit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.»

Hans Metzger: «Als Landwirt strebe eine nachhaltige und ressourcenschonende Entwicklung an. Möhlin soll auch in Zukunft für die Weizengarbe auf dem Gemeindewappen einstehen. Wenn möglich, habe ich mich für den Schutz und Erhalt des Kulturlands eingesetzt. Nach einigen Jahren in der Opposition ist es an der Zeit, meinen Beitrag direkt im Gemeinderat zu leisten.»

Loris Gerometta: «Durch die Erfahrungen bei der Debatte Leigrube wurde ich aus der reaktiven Opposition ­politisch aktiv. Meine Kommissionstätigkeiten (Fachkommission Kernzone, Bau-, Finanz- und Geschäftsprüfungskommission) haben mir gezeigt, es besteht Handlungsbedarf. Es gilt, Verantwortung zu übernehmen und der Bevölkerung das nötige Gehör zu verschaffen.»

Das Smartphone/Handy ist für mich ...

Stephan Müller, SVP, kandidiert neu als Gemeinderat.

Stephan Müller, SVP, kandidiert neu als Gemeinderat.

zvg / Aargauer Zeitung

Markus Fäs: «In den Ferien und am Wochenende vergesse ich immer noch oft, es überhaupt einzuschalten. Ansonsten ist es für mich ein wichtiges Kommunikations- und Informationswerkzeug geworden, das ich nicht mehr missen möchte.»

Karl Eiermann: «ein nützliches Arbeits- und Kommunikationsmittel.»

Pit Sägesser: «in erster Linie ein wirklich nützliches Arbeitsmittel. Konkret für Terminplanung, Kommunikation, Kontaktbewirtschaftung, Notizen erstellen, Recherchen betreiben, Navigationstool u.v.m. Etwas Spass darf auch sein: Musik hören, Fotos schiessen, Videos drehen etc.»

Lukas Fässler: «meine externe Festplatte. Ich finde dort fast alle Informationen, die ich im Alltag, im Geschäft oder eben auch in der Politik brauche und nutze.»

Thomas Freiermuth: «ein notwendiges Instrument, manchmal auch ein notwendiges Übel.»

Stephan Müller: «ein Arbeitsinstrument und notwendiges Übel, das einem zahlreiche Informationen überall zur Verfügung stellt, aber auch dazu führt, dass man rund um die Uhr erreichbar ist.»

Hans Metzger: «ein notwendiges Übel, welches mir erlaubt, mit meinem beruflichen und privaten Umfeld zu kommunizieren. Zum einen schätze ich die schnelle Erreichbarkeit unabhängig des Standorts, andererseits finde ich es wichtig, bewusst Momente ohne Handy zu geniessen.»

Loris Gerometta: «ein Instrument, welches mir erlaubt, ortsunabhängig und jederzeit meinen beruflichen, privaten Verpflichtungen nachzukommen und diese zu organisieren. Wichtig ist es aber, das Handy auch bewusst zur Seite zu legen, um das Leben der Familie und Freunden zu widmen, zu geniessen und daraus die nötige Energie zu tanken.»

Braucht Möhlin ein ­Dorfzentrum, wie muss es sein?

Hans Metzger, kandidiert neu als Gemeinderat, parteilos.

Hans Metzger, kandidiert neu als Gemeinderat, parteilos.

Zvg / Aargauer Zeitung

Markus Fäs: «Möhlin ist ein historisch gewachsenes Strassendorf und hat als solches kein Zentrum und braucht auch nicht unbedingt eines. Das Zentrum ist dort, wo sich die Leute treffen und etwas zusammen machen. Das könnte auch auf einem etwas belebteren Gemeindehausplatz sein – womit wir dann doch eine Art Zentrum hätten.»

Karl Eiermann: «Möhlin ist ein Strassendorf mit zwei Zentren in Riburg und in Mehli.»

Pit Sägesser: «Die aktuelle Gestaltung unseres Dorfes lässt eigentlich rein geografisch kein eigentliches Dorfzentrum zu. Allerdings bin ich der Meinung, dass man ein kulturelles Dorfzentrum z.B. rund um die Gemeindeverwaltung mit einfachen Mitteln und der Organisation kultureller Anlässe und Events aufwerten könnte.»

Lukas Fässler: «Wir haben im Gemeinderat festgestellt, dass die Realisierung eines Zentrums in Möhlin schwierig umzusetzen ist. Möhlin ist und bleibt ein sehr langgezogenes Dorf mit durchaus kleinen «Zentren» z.B. beim Café Maier, dem Restaurant Sonne, rund um den Coop oder im «Zentrum Ryburg» mit dem neu eröffneten Volg und der neu eröffneten Apotheke.»

Thomas Freiermuth: «In Möhlin/Ryburg ein Dorfzentrum zu realisieren, ist äussert schwierig, da das Dorf zu langgezogen ist. Es wurde schon vieles versucht, aber bis jetzt noch kein sichtbarer Erfolg verbucht. So hat halt jeder Einwohner seine eigene Definition für ein Zentrum.»

Stephan Müller: «Möhlin braucht ein Dorfzentrum, damit es lebt und kein Schlafdorf ist. Das Zentrum hat Platz und Angebot für alle, für Familien, für Kinder und Jugendliche, fürs Gewerbe, für Senioren, für Singles etc. Ein Zentrum wird sich aufgrund der negativen Entscheide der Stimmbürger/innen derzeit nicht realisieren lassen, so dass dies eine Träumerei bleibt.»

Hans Metzger: «Geografisch und historisch gesehen ist es durch den Zusammenschluss mehrerer kleiner Weiler nicht möglich, dass Möhlin ein typisches Dorfzentrum aufweist. Deshalb sind im Laufe der qualitativen Entwicklung bereits mehrere Begegnungsorte entstanden. Schön wäre es, wenn im Verlaufe der nächsten Jahre noch weitere Treffpunkte hinzukommen würden.»

Loris Gerometta: «Möhlin und Ryburg sind historisch zusammengewachsen und bilden ein langgezogenes Dorf. Jüngste, qualitative Entwicklungen, welche wir im Dorf erleben (Volg Ryburg, Rössli, Café Maier), schaffen belebte Begegnungsorte mit Angebot. Ein sehr wichtiger Beitrag zu einem belebten Dorfleben, welches sich mit viel Charme von Ryburg bis Möhlin zieht.»

Ist für Sie Möhlin ein Dorf oder eine Stadt?

Loris Gerometta, kandidiert neu als Gemeinderat, parteilos.

Loris Gerometta, kandidiert neu als Gemeinderat, parteilos.

Zvg / Aargauer Zeitung

Markus Fäs: «Definitiv ein Dorf.»

Karl Eiermann: «Ein Dorf mit einem Angebot wie in einer kleinen Stadt.»

Pit Sägesser: «Möhlin ist ja eigentlich per Definition eine Stadt. Ich bin aber der Meinung, dass der Entscheid, ein Dorf zu bleiben, der absolut richtige für Möhlin ist, da wir uns den Charakter des Dorfes bewahren und erhalten sollten. Heisst aber nicht, dass man als Dorf innerhalb der Verwaltung und Führung nicht auch professionell agieren kann.»

Lukas Fässler: «Obwohl Möhlin bereits auf über 11000 Einwohner gewachsen und dadurch sicher auch anonymer geworden ist, bleibt Möhlin für mich ein Dorf».

Thomas Freiermuth: «Für mich ist Möhlin immer noch ein Dorf – zwar grösser, seit ich hier geboren bin, aber eben immer noch ländlich genug, um ein Dorf sein zu dürfen.»

Stephan Müller: «Was für eine Frage. Möhlin ist und bleibt ein Dorf, egal wie viele Einwohner/innen es hat.»

Hans Metzger: «Aufgrund der Einwohnerzahl müsste ich Möhlin als Stadt bezeichnen. Für mich persönlich ist Möhlin ein Dorf. Es hat viele alteingesessene Einwohner, die den Dorfcharakter von Möhlin mitprägen.»

Loris Gerometta: «Möhlin ist und soll für mich ein Dorf bleiben – Einwohnerzahlen repräsentieren statistische Werte und würden Möhlin zu einer Stadt zählen. Was aber zählt, ist wie wir als Bevölkerung Möhlin wahrnehmen, erhalten und gemeinsam entwickeln wollen.»

Wächst Möhlin zu schnell?

Markus Fäs: «Nein. Das hektische Wachstum der vergangenen Jahre hat sich deutlich beruhigt. Inzwischen sind wir bei einem Wachstum von 40 bis 50 Einwohnern pro Jahr.»

Karl Eiermann: «Nein, Möhlin wächst nur noch moderat.»

Pit Sägesser: «Im Vergleich lag Möhlin in den letzten 10 Jahren mit 11 Prozent genau gleich hoch wie das gesamtschweizerische Wachstum. Grundsätzlich müssen wir das zukünftige Wachstum an einen sinnvollen, zukunftsweisenden und nachhaltigen Ausbau der Infrastruktur anpassen, ohne dabei die Interessen der Einwohner und Ressourcen zu vernachlässigen.»

Lukas Fässler: «Ich kann mit Blick auf die Entwicklung in den letzten Jahren sehr wohl nachvollziehen, dass ein Teil der Bevölkerung das Wachstum in Möhlin als zu hoch empfindet. Mit einem durchschnittlichen Wachstum von ca. 50 Einwohnern pro Jahr liegen wir aktuell unter den max. 80 Einwohnern pro Jahr, wie es in der Zonenplandiskussion 2011 mehrheitlich gefordert wurde.»

Thomas Freiermuth: «Nein, in meinen Augen nicht. In den letzten fünf Jahren betrug der Zuwachs 40 bis 70 Einwohner. Das ist absolut verträglich, denke ich.»

Stephan Müller: «In den letzten Jahren hat das Wachstum abgenommen. Dieses lässt sich durch politische Entscheide nur wenig beeinflussen. Wichtig ist, dass das Ansehen und die Attraktivität unseres Dorfes nicht schwinden, nur weil man natürliches Wachstum verhindern will.»

Hans Metzger: «Durch die rege Bautätigkeit ist Möhlin schnell gewachsen. Für die Zukunft strebe ich ein qualitatives Wachstum an, welches auf das Bevölkerungswachstum, die Verkehrsinfrastruktur und -sicherheit abgestimmt ist. Gemeinsam treffen wir sinnvolle und nachhaltige Entscheidungen für eine mehrheitsfähige Entwicklung im Sinne und am Puls der Bevölkerung.»

Loris Gerometta: «Eine Frage des Blickwinkels. Wachstum ist ein grosses Schlagwort in Möhlin. Erfahrungswerte zeigen, quantitativer Wachstum ist kein Erfolgsfaktor in Bezug auf Finanzlage und Steuerfuss. Ich setze mich lieber mit der abgestimmten Entwicklung von Möhlin auseinander. Dabei gilt es, qualitativ und nicht quantitativ zu denken und mehrheitsfähig zu handeln.»

Weshalb soll ich Sie wählen, was zeichnet Sie aus?

Markus Fäs: «Ich bin in diesem Dorf geboren und aufgewachsen und habe den grössten Teil meines Lebens hier verbracht. Ich glaube, ich weiss, was die Menschen hier bewegt und kann meinen Teil dazu beitragen, in ihrem Sinn zu wirken. Ich setze mich gerne intensiv alleine und im Team mit Problemen auseinander; wenn dann ein Entscheid gefallen ist, stehe ich dazu.»

Karl Eiermann: «Ich bin zielorientiert, integrativ, ehrlich und ein Teamplayer. Ich bin liberal, freisinnig.»

Pit Sägesser: «Als Parteiloser bin ich loyal und unabhängig. Ich möchte mein Fachwissen aus langjähriger Praxiserfahrung und Ausbildung dafür einsetzen, die Interessen der Bevölkerung von Möhlin wahrzunehmen, unsere Gemeinde voranzubringen und die Meilensteine für die nächsten Jahre zu bestimmen, damit wir eine gesunde und nachhaltige Zukunft geniessen können.»

Lukas Fässler: «Ich argumentiere klar, konkret und sachlich. Neben Themen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Kommunikation sind mir auch gesunde Finanzen ein Anliegen. Ich kann mit meiner Erfahrung, Sachkenntnis und konstruktiven Art mithelfen die Gemeinde nachhaltig und mit aktiver Einbindung der Bevölkerung weiter zu entwickeln.»

Thomas Freiermuth: «Ich denke, es braucht Leute, die hier geboren sind, das Dorf kennen und mögen, und versuchen, das Bestmögliche für alle herauszuholen. Auch wenn das natürlich nicht immer gelingt und nicht alle immer derselben Ansicht sind. Das macht es ja auch liebens- und lebenswert.»

Stephan Müller: «Ich engagiere mich seit Jahren als Schulpflegepräsident und verfüge über fundierte Kenntnisse im Bildungswesen. Dank der Zusammenarbeit kenne ich die Abläufe und die Ansprechpersonen der Gemeinde. Ich arbeite sachlich und lösungsorientiert. Dank meiner beruflichen Erfahrung verfüge ich über Durchsetzungsvermögen sowie Führungskompetenz».

Hans Metzger: «Mir ist es wichtig, dass der Wille der Bevölkerung mehr Gehör erhält und weitsichtige Entscheidungen getroffen werden. Ich habe ein Gespür für die Anliegen des Volkes und möchte diese im Gemeinderat einbringen. Ich stehe für Bodenständigkeit, Nachhaltigkeit, Sachpolitik und möchte aktiv mitgestalten sowie Verantwortung übernehmen.»

Loris Gerometta: «In Möhlin setze ich mich für eine nachhaltige Entwicklung, eine transparente, weitsichtige Strategie und einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen ein. Keine Persönlichkeits- oder starre Parteipolitik, sondern eine Politik am Puls der Bevölkerung. Altersbedingt vertrete ich auch die Anliegen der jüngeren Generation.»

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