Möhlin

Modellfluggruppe plant neue Piste nahe der A3

Die rund 165 Meter lange Piste verfügt über einen Rasenbelag. Im Zentrum der Piste ist ausserdem ein Kalandersieb vorgesehen – ein Gewebe aus Kunststoff, das den Flugzeugen das Starten und Landen erleichtert. (Themenbild)

Die rund 165 Meter lange Piste verfügt über einen Rasenbelag. Im Zentrum der Piste ist ausserdem ein Kalandersieb vorgesehen – ein Gewebe aus Kunststoff, das den Flugzeugen das Starten und Landen erleichtert. (Themenbild)

Ihr altes Flugfeld mussten sie verlassen, jetzt haben die Fricktaler Modellflieger eine neue Heimat gefunden. Eigentümer der Parzelle ist ein Landwirt aus dem Dorf, der die benötigte Fläche dem Verein verpachtet.

Für die Fricktaler Modellflieger bahnt sich ein «Happy End» an. Zwei Jahre, nachdem sie ihr Flugfeld im Rheinfelder Gebiet Grossgrüt aufgeben musste, hat die Modellfluggruppe Fricktal womöglich eine neue Heimat gefunden. Auf der Gemeinde Möhlin jedenfalls liegt derzeit ein Baugesuch für einen neuen «Modellflugplatz» auf.

Rückblick: Jahrelang lieferte sich die Gruppe einen Rechtsstreit mit der Stadt Rheinfelden um die Start-und-Lande-Piste im Gebiet Grossgrüt, der damaligen Heimat der Flieger. Die Modellfluggruppe hatte die Piste 1969 eröffnet und laufend erweitert. Unter anderem 2010 mit einer Materialkiste neben dem Flugfeld. Dafür verlangte der Stadtrat damals eine Baubewilligung. Gegen das Baugesuch gingen dann allerdings verschiedene Einsprachen ein, unter anderem von Vogelschützern und Jägern. Das Gesuch wurde von der Stadt abgewiesen und im Zuge dieses Entscheids auch die Schliessung des Platzes bis Ende 2014 verordnet.

Die Modellflieger wollten sich das nicht gefallen lassen, zogen bis vors Bundesgericht. Anfang 2016 dann der Entscheid: Das Bundesgericht lehnte die Beschwerde der Modellfluggruppe ab – das Flugfeld Grossgrüt musste geschlossen und rückgebaut werden. Die Modellflieger hatten nicht nur eine Bruchlandung erlitten, sie standen auch ohne Heimat da.

Neubau geplant

Jetzt scheint aber wieder Bewegung in die Sache zu kommen. Geplant ist gemäss Baugesuch eine neue Start-und-Lande-Piste auf einer Parzelle im Gebiet Langacher in Möhlin, auf einem gut 13'000 Quadratmeter grossen Streifen Land in der Landwirtschaftszone nahe der A3. Eigentümer der Parzelle ist ein Landwirt aus dem Dorf, der die benötigte Fläche dem Verein verpachtet.

«Der neue Modellflugplatz soll dem ehemaligen Flugplatz in dessen Ausführung entsprechen», heisst es im Projektbeschrieb im Baugesuch. Die rund 165 Meter lange Piste verfügt über einen Rasenbelag. Im Zentrum der Piste ist ausserdem ein Kalandersieb vorgesehen – ein Gewebe aus Kunststoff, das den Flugzeugen das Starten und Landen erleichtert. Daneben werde auf bauliche Nebenanlagen verzichtet, heisst es im Baugesuch. Geplant sind lediglich eine Materialkiste sowie ein WC-Häuschen. Die Kosten für den Bau des Platzes belaufen sich auf 10'000 Franken.

Flugverbotszone über Siedlung

Von der Modellfluggruppe Fricktal mochte am Montag niemand zum Projekt Stellung nehmen. Ein Blick ins Baugesuch zeigt aber, wie viel Aufwand hinter der neuen möglichen Lösung steckt. So hat eine vereinsinterne, 14-köpfige Arbeitsgruppe von Anfang 2016 bis Ende 2017 eine Standortevaluation erarbeitet. Dem Baugesuch ist ein 128-seitiger Evaluationsbericht beigelegt. Im Umkreis von 15 Kilometern um Möhlin wurden demnach 40 mögliche Standorte festgehalten und geprüft. Miteinbezogen wurden dabei unter anderem Natur- und Vogelschutzvereine sowie Jagdgesellschaften. «Bis zur Fertigstellung der Standortevaluation hat die Arbeitsgruppe rund 2000 Mannstunden Arbeitszeit gebraucht», heisst es im Bericht.

«Die Gruppe möchte ihren aktiven Mitgliedern ein Modellflugfeld zur Verfügung stellen, wo ein für die Öffentlichkeit sicherer und geregelter Betrieb stattfinden kann», schreibt die Modellfluggruppe. Dabei soll auch auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht genommen werden: Der Verein hat einerseits ein Flugplatzreglement erstellt, in dem die Piloten angewiesen werden, etwa auf Spaziergänger, Reiter und Velofahrer Rücksicht zu nehmen. Und er hat andererseits auch einen Flugraum um die Piste definiert. Eine Flugverbotszone gibt es unter anderem über dem Wohnquartier Hofacker inklusive entsprechender Pufferzone.

Geht das Baugesuch durch – es wäre nach der Bruchlandung ein wahrer Höhenflug für die Modellflieger.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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