Mobilität
Der E-Bike-Verleih zwischen Stein und Bad Säckingen kommt ins Rollen

Nachdem das grenzüberschreitende Projekt am 9. Juli gestartet ist, ziehen die Verantwortlichen jetzt eine erste und überwiegend positive Startbilanz. Doch dass zwei Länder eingebunden sind, stelle das Vorhaben auch vor besondere Herausforderungen. Durch den Abbau rechtlicher Hürden soll das Angebot noch flexibler werden.

Gerd Leutenecker
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Alexander Guhl, Udo Engel und Iris Schneider (von links) sehen das E-Bike-Sharing zwischen Stein und Bad Säckingen positiv.

Alexander Guhl, Udo Engel und Iris Schneider (von links) sehen das E-Bike-Sharing zwischen Stein und Bad Säckingen positiv.

Gerd Leutenecker (20. August 2021)

Rund sechs Wochen nach dem Start des E-Bike-Verleihs zwischen Stein und Bad Säckingen ziehen die Verantwortlichen jetzt eine überwiegend positive Bilanz. Doch gerade der grenzüberschreitende Aspekt des Angebots bedeute auch eine besondere Herausforderung. Das unterstrichen Bad Säckingens Bürgermeister Alexander Guhl, Udo Engel, Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Säckingen, und Projektleiterin Iris Schneider bei einem Pressegespräch.

Bürgermeister Alexander Guhl: «Noch Arbeit vor uns»

Grund sind vor allem die unterschiedlichen rechtlichen Vorgaben an der EU-Aussengrenze, damit die Velos an den jeweiligen Bahnhöfen in Stein und Bad Säckingen geparkt und ausgeliehen werden können. «Da haben wir noch etwas Arbeit vor uns», sagte Guhl. «Da ist nicht am Markt vorbeigeplant worden und das Sharing-Modell hat die Initialzündung jetzt hinter sich», führte er aus. Engel erklärte:

«An sich müsse für das E-Bike jedes Mal eine Aus- und Einfuhrbescheinigung beantragt werden.»

Weil das nicht praktikabel sei, müsse das Velo momentan noch immer in dem Land zurückgegeben werden, in dem es auch ausgeliehen worden ist. Es in Stein anzumieten und in Bad Säckingen abzugeben, ist demnach noch nicht möglich. Engel sieht die Bausteine moderner Mobilität in Bad Säckingen als noch nicht ausgereizt an. «Das geht fliessend weiter», sagte er.

Die ersten Nutzungszeiten der E-Bikes sprechen aber für sich, so Engel. Im Schnitt werde ein Elektrovelo auf deutscher Seite für etwa vier und auch Schweizer Seite für circa zweieinhalb Stunden ausgeliehen, können die Verantwortlichen aus den Nutzerzahlen nach mehr als einem Monat Betrieb herauslesen. Engels Zwischenfazit:

«Die Sache kommt ins Laufen.»

Bürgermeister Guhl pflichtete dem bei. «Wir haben etwas aufgebaut und über das Angebot die Nachfrage generiert», sagte er. Federführend ist das Unternehmen In-Tech aus München.

Offen für weitere Partner in der Region

Für weitere Partner und weitere Standorte zeigen sich die Projektverantwortlichen offen und haben dabei die gesamte Region im Visier. Hotels, Tourismusquartiere und Reha-Kliniken hätten ihr Interesse schon signalisiert. Der grenzüberschreitende E-Bike-Verleih zwischen Stein und Bad Säckingen sei eine einfache Art der Mobilitätsverbesserung und ein Angebot, mit dem die Region zu grösseren Städten in Deutschland aufschliessen könne, hiess es. «Da muss man nicht nach Freiburg oder Tübingen schauen, wir machen das genauso gut, wenn nicht sogar besser», sagte Guhl. Bad Säckingens Bürgermeister kehrt die Vorteile für die Stadt nach vorne.

Lauter Piepton schützt vor Diebstahl

Beim Thema Diebstahlschutz sei im E-Bike-Sharing auf Erfahrungen gesetzt worden. «Das in den Velos eingebaute Alarmsystem wird sehr laut und der Piepton hält lange durch», führte er aus. Ausserdem trage die elektronische Schlossöffnung weiter zur Sicherheit bei – auch für Engel eine gute Sicherheitslösung.

Die moderne Palette von E-Mobilität in der Stadt werde weitergedacht, deuteten Engel und Guhl an. Zukünftig wird ihren Informationen nach in die Wohnquartiere expandiert, vorzugsweise mit neuen öffentlichen Ladestationen.

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