Mittleres Fricktal
Mittleres Fricktal: Die Tür zur Fusion ist wieder einen Spalt weit offen

Der Gemeinderat von Obermumpf will das Projekt Mittleres Fricktal beerdigen. Doch die Gmeind verlangte ein Mitspracherecht. Nun braucht es zunächst eine Auslegeordnung. Mumpf, Stein und Schupfart signalisieren Gesprächsbereitschaft.

Marc Fischer
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Am 6. September findet in Obermumpf ein Workshop statt, bei dem die Ergebnisse der Arbeitsgruppen diskutiert werden. archiv

Am 6. September findet in Obermumpf ein Workshop statt, bei dem die Ergebnisse der Arbeitsgruppen diskutiert werden. archiv

An der Obermumpfer Gemeindeversammlung gingen die Wogen hoch, als unter dem Traktandum Verschiedenes das Projekt Mittleres Fricktal zur Sprache kam. Nachdem der Obermumpfer Gemeinderat einen Zusammenschluss abgelehnt hatte, erklärte Projektleiter Markus Leimbacher das Projekt für «beerdigt».

Die Obermumpfer Stimmberechtigten allerdings verlangen nun Mitspracherecht. «Der Gemeinderat wird beauftragt, an der nächsten Gemeindeversammlung das Geschäft 'Zukunft der Gemeinden des Mittleren Fricktals' zu traktandieren und abstimmen zu lassen, in welche Richtung das Projekt weiter verfolgt werden soll», lautete der Antrag aus der Versammlung, der einstimmig angenommen wurde (die Aargauer Zeitung berichtete).

Weiteres Vorgehen offen

Doch was heisst dieser Entscheid aus Obermumpf nun wirklich für das Projekt? Wie ist das weitere Vorgehen? Noch ist einiges unklar, wie eine Umfrage bei Projektleiter Markus Leimbacher und den drei anderen beteiligten Gemeinden Stein, Mumpf und Schupfart zeigt. Alle Beteiligten haben den Obermumpfer Beschluss zur Kenntnis genommen. «Wir haben aber bisher erst die Informationen aus den Medien, direkten Kontakt gab es seit dem vergangenen Freitag keinen», gibt etwa der Schupfarter Gemeindeammann Bernhard Horlacher zu Protokoll.

Ähnlich äussern sich auch Horlachers Amtskollegen Jürg Müller (Mumpf) und Hansueli Bühler (Stein). Deshalb habe man sich in Mumpf auch noch keine detaillierteren Gedanken gemacht, so Müller. Und Hansueli Bühler ergänzt: «Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen, was das für das weitere Vorgehen im Projekt heisst, wir müssen nun zunächst einmal eine Auslegeordnung machen.»

Projektleiter Markus Leimbacher gibt zu Protokoll, es mache für ihn wohl wenig Sinn, die Obermumpfer Gemeindeversammlung zu kommentieren. «Die Projektleitung wird an ihrer nächsten Sitzung das weitere Vorgehen beraten.» Diese Sitzung sei für Mitte Juni geplant.

«Was soll vorgelegt werden?»

Allerdings ist für Bühler fraglich, wie Obermumpf den Entscheid der Gemeindeversammlung umsetzen will. «Mir ist im Moment nicht klar, was der Obermumpfer Gemeinderat den Stimmberechtigten vorlegen will», so Bühler. Einen eigentlichen Zusammenschlussvertrag gebe es ja zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Und weiter: «Der Obermumpfer Gemeinderat hat explizit Nein gesagt und behauptet, ein Zusammenschluss sei so nicht umsetzbar.» Dadurch hätten auch die übrigen Gemeinden – insbesondere Stein als reichste Gemeinde – Probleme, den Bürgern einen Zusammenschluss als Ideallösung zu unterbreiten.

Bühler betont allerdings auch, dass die Türe für Obermumpf nicht ganz zu sei. «Unter Nachbarn ist die Türe nie ganz zu», so Bühler, «und nun ist sie wieder einen Spalt weiter aufgegangen.» Auch Jürg Müller ist für weitere Gespräche offen. «Ein Ausschluss von Obermumpf wäre nicht im Sinne des Projekts und auch nicht im Sinne der Einwohner von Obermumpf», so der Mumpfer Gemeindeammann. Und auch Bernhard Horlacher ist offen für weitere Gespräche – auch wenn dies unter Umständen weitere Verzögerungen mit sich bringt. «Wir in Schupfart wären froh, wenn der Obermumpfer Gemeinderat umdenken würde.» Er betont allerdings auch: «Der Gemeinderat müsste dann wirklich hinter dem Zusammenschlussprojekt stehen.»