Nun ist es offiziell: Die Gemeinde Frick bewirbt sich als Mittelschulstandort. Damit buhlen insgesamt vier Gemeinden sowie das Oberstufenzentrum Fischingertal in Mumpf um die Kantonsschule, die das Fricktal voraussichtlich 2028 bekommen wird. Neben Frick möchten Stein sowie Rheinfelden und Möhlin, die sich zusammen mit einem Areal beim Bahnhof Möhlin bewerben, die Mittelschule in ihre Gemeinde holen.

In Frick liegt das Areal unmittelbar neben dem Oberstufenzentrum Ebnet, dort, wo heute die Firma K. Studer AG ihren Sitz hat. Kommt Frick zum Zuge, würde man für das Unternehmen mit seinen 90 Mitarbeitenden einen Ersatzstandort suchen, heisst es in einer Medienmitteilung der Gemeinde. Bekommt Frick die Kantonsschule, wird der Kanton das Land erwerben.

Einen konkreten Ersatzstandort für das Traditionsunternehmen kann die Gemeinde noch nicht benennen. «Die Frage kommt zu früh», sagt Gemeindeammann Daniel Suter auf Anfrage der AZ. «Klar ist jedoch: Innerhalb der Gemeinde Frick und der näheren Umgebung gibt es verschiedene geeignete Areale, die infrage kommen.»

Knapp unter der Vorgabe

Mit 29 000 Quadratmetern erfüllt das Areal die Vorgaben des Kantons von 30 000 Quadratmetern knapp. Suter verweist auf das angrenzende Oberstufenzentrum und die nahen Sport- und Freizeitanlagen und sieht hier ein «Synergiepotenzial, das andere Standorte nicht bieten können». Dies wirke sich günstig auf den Flächenbedarf aus.

Gleichzeitig fordert der Kanton eine Reservefläche von 10 000 Quadratmetern. Diese will die Gemeinde im Oberstufenareal bereitstellen. «Wenn nur schon die oberirdisch angelegten Parkfelder bei der Schule Ebnet in eine Tiefgarage verlegt würden, könnten die geforderten Reserveflächen bereits gestellt werden», sagt Suter.

Das vorgeschlagene Areal befindet sich aktuell in der Arbeitszone und müsste folglich umgezont werden. Hier kommt der Gemeinde gelegen, dass die Gemeindeversammlung im letzten November einen Kredit für eine Teilrevision der Nutzungsplanung gesprochen hat. «Diese Umzonung kann im gleichen Verfahren abgewickelt werden», sagt Suter. Das Wichtigste sei ohnehin, dass der Standort innerhalb der Bauzone liegt und erschlossen ist. «Diese Voraussetzungen sind erfüllt.»

Suter ist überzeugt, dass Frick mit seiner Bewerbung gute Chancen hat. Als Vorteile führt er die zentrale Lage im Fricktal, die verkehrstechnische Erschliessung, die Nähe zum Bahnhof und zum Dorfzentrum sowie das Synergiepotenzial mit dem Oberstufenzentrum ins Feld. «Der Bahnhof, die Freizeitanlagen und auch das Zentrum liegen allesamt in bequemer FussDistanz», so Suter.

Aktuell besuchen rund 660 Fricktaler eine Kantonsschule. 160 davon im Aargau, vorab die Kantonsschule in Aarau. Die restlichen 500 Schüler gehen im Baselbiet, insbesondere in Muttenz, und in Basel-Stadt zur Schule. Davon wiederum stammen fast 85 Prozent aus Rheinfelden, Möhlin oder einer umliegenden Gemeinde.

«Kaum längere Reisezeiten»

Das ist für Suter aber kein Argument, das gegen Frick als Standort spricht. «Die grosse Nähe des Fricker Areals zum Bahnhof führt dazu, dass der Grossteil der Schülerinnen und Schüler aus dem unteren Bezirk kaum längere Reisezeiten ‹von Türe zu Türe› hätte als bei einem Standort im Bezirk Rheinfelden.» Der Bahnhof von Frick sei sowohl von Rheinfelden und Möhlin als auch von Brugg aus in rund 15 Minuten erreichbar.

Damit spielt Suter auf die Option an, dass eine Mittelschule im Fricktal auch für Schüler aus der Region Brugg attraktiv sein könnte – sollte Brugg nicht selber Standort werden. Bislang ist nur bekannt, dass es zwei neue Mittelschul-Standorte geben soll und dass der eine der beiden im Fricktal liegt. Der andere ist «im Gebiet Aarau, Brugg, Baden, Lenzburg» geplant.

Für Schüler aus Rheinfelden, Möhlin, Kaiseraugst und Magden ändere sich zudem mit Frick an der Reisezeit gegenüber heute, wo die meisten von ihnen nach Muttenz reisen, nichts, sagt Suter. «Dagegen liegt Frick für die Mittelschüler aus dem oberen Fricktal, die bisher nach Aarau reisten, deutlich günstiger.»

Suter ist überzeugt, dass eine Mittelschule der ganzen Region Vorteile bringt. «Für die Gemeinden im Fricktal wäre eine Mittelschule ein grosser Gewinn an Standortattraktivität.» Zudem könne die vorhandene Infrastruktur so «optimal ausgelastet werden».