Spitex oberes Fricktal
Mitglieder haben alles in der Hand

Ein Verein ist schnell gegründet. Die statutenkonforme Auflösung aber ist einiges anspruchsvoller – vor allem dann, wenn es um viel Geld geht, wie das Beispiel des Spitexvereins Oberes Fricktal zeigt. Kommentar von Brugg-Ressortleiterin Claudia Meier

Claudia Meier
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Eine Spitexmitarbeiterin besucht einen Klienten. Symbolbild/archiv

Eine Spitexmitarbeiterin besucht einen Klienten. Symbolbild/archiv

Keystone

Dass die Mitglieder an der ausserordentlichen Generalversammlung ihren Entscheid vom Mai umgekrempelt haben und das Vereinsvermögen sowie das Legat Gisi auch künftig im oberen Fricktal verwaltet und verwendet haben wollen, hat mehrere Gründe: Einerseits überzeugten die Beschwerdeführer mit gut nachvollziehbaren Argumenten. Andererseits versteckte sich der Präsident hinter einem juristischen Gutachten.

Er und der Vorstand schienen selber nicht mehr richtig von ihrem Antrag überzeugt zu sein. Jedenfalls konnten und wollten sie ihren Meinungswandel sowie die Absichten dahinter nicht plausibel erklären. Diese Unsicherheit dürften auch einige Unentschlossene gespürt haben. Anders ist das deutliche Abstimmungsresultat kaum zu erklären.

Wie nachhaltig dieser Entscheid für eine neue Vereinsgründung und die lokale Mittelverwendung ist, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Entscheidend ist, wie gross der Zuspruch aus der Bevölkerung ist, wie die Mittel zur Unterstützung der ambulanten Pflege eingesetzt werden, ob sich genug Vorstandsmitglieder finden und sich auch künftig Spenden oder Legate generieren lassen.

Die über 400 ehemaligen Mitglieder des aufgelösten Spitexvereins Oberes Fricktal sollten sich nun gut überlegen, ob sie beim parallel zur Spitex Fricktal AG gegründeten Spitex-Förderverein Fricktal, dem im nächsten Jahr entstehenden Nachfolgeverein oder bei beiden ihren Jahresbeitrag einbezahlen wollen.