Es hat einige Monate länger gedauert, als geplant. Im April 2009 stimmte die ausserordentliche Gemeindeversammlung der Umzonung von zwei Parzellen am östlichen Dorfrand von Obermumpf zu. Darauf sollte das neue Produktionsgebäude der Metzgerei Bernet entstehen. Nach der Umzonung aber wurde es in der Öffentlichkeit still um den Neubau.
Nicht etwa, weil es sich die Metzgerei Bernet anders überlegt hatte. Nein: Der Betrieb war sich mit den Planern und Architekten uneinig. Die Ideen entwickelten sich finanziell in eine Richtung, die die Metzgerei nicht tragen wollte. Als auch eine abgespeckte Version nicht den Vorstellungen entsprach, zogen Bernets die Reissleine. Nach zwei Jahren fingen sie noch einmal bei Null an.

Flexible Wände

Von da an ging es vorwärts. Im Sommer 2012 lag das Baugesuch auf, Ende Jahr wurde die Baubewilligung erteilt und im Januar 2013 fand der Spatenstich statt. Rund 1300 Quadratmeter umfasst der Neubau für die Fleischverarbeitung und -lagerung. Der Ausbau der Räumlichkeiten ist an den späteren Ablauf von Produktion und Verarbeitung der über 1700 Fleischerzeugnisse angepasst. Ein Teil der Halle steht zurzeit noch leer. Er sei für allfällige Anpassungen oder Umbauten vorgesehen, sagt Bernet. Die Wände im Innern des Neubaus sind verschiebbar. «So können wir uns an die Anforderungen des Marktes anpassen.»

Die Temperatur im Gebäude wird konstant bei 2 bis 3 Grad liegen, im Tiefkühler bei -25 Grad. Die 12 Personen, die hier arbeiten werden, gelangen nur durch eine Hygiene-Schleuse an den Arbeitsplatz. «Die Hygiene im Betrieb wird einem Operationssaal im Spital gleichkommen», sagt Bernet. Das ist auch der Grund, weshalb statt eines Tags der offenen Tür im fertigen Bau ein Aufrichtungsfest vor Fertigstellung gefeiert wurde. «Wir hätten nicht alle Besucher in die Spezialkleidung einkleiden können», sagt Bernet.

Alter Standort bleibt

Die Kosten für den Neubau liegen im einstelligen Millionenbereich. Im Januar soll der erste Arbeitstag im neuen Produktionsgebäude sein. Die stressige Weihnachtszeit wird noch komplett im bestehenden Gebäude bewältigt, bevor ein Teil der insgesamt 27 Mitarbeiter die Einarbeitungsphase am neuen Ort beginnen. «Wir haben jetzt so lange auf den Neubau gewartet - jetzt können wir auch noch ein paar Wochen länger warten.»