In Rheinfelden hält die Digitalisierung auch auf Parkplätzen Einzug. Die Stadt ermöglicht auf den Parkplätzen «Drei-Könige» an der Ecke Zürcherstrasse/ Magdenerstrasse sowie beim Schulhaus Engerfeld ab sofort das Bezahlen der Parkgebühr über das Smartphone. Das gaben Hansueli Loosli, Chef der Regionalpolizei unteres Fricktal, sowie Stadtrat Walter Jucker am Dienstagmorgen an einer gemeinsamen Medienkonferenz bekannt.

Die Parkuhren auf den beiden Anlagen wurden demnach mit einem sogenannten QR-Code ausgerüstet. Dieser kann mit der Smartphone-Kamera gescannt werden. Auf der Smartphone-Applikation Twint lässt sich danach die gewünschte Parkdauer einstellen und die anfallende Gebühr begleichen – mit wenigen Klicks und ganz ohne zusammengeklaubtes Münz. Auch die Parkgebühr-Apps «Parkingpay» und «Easypark» können dazu genutzt werden.

«Anpassung an den Zeitgeist»

An der Medienkonferenz stellten Loosli und Jucker das neue System vor – und führten auf ihren Smartphones gleich selber vor, wie und vor allem dass es funktioniert. «Die Strategie der Stadt ist es, die heutigen Möglichkeiten in den Bereichen Informationstechnik und Elektronische Datenverarbeitung zu nutzen. So können wir einerseits eine neue Dienstleistung für die Bevölkerung anbieten und andererseits auch eine Effizienzsteigerung auf der Verwaltung erreichen», sagte Jucker.

Er sprach weiter von einer Anpassung an den Zeitgeist. Unter anderem die steigenden Nutzerzahlen von «Twint» würden zeigen, dass das bargeldlose Bezahlen über Applikationen in der Schweiz an Akzeptanz gewinne, so Jucker. «Gerade bei den jüngeren Altersgruppen ist das inzwischen verbreitet.» Genau sie möchte die Stadt mit dem Angebot unter anderem ansprechen. Der Standort beim Schulhaus Engerfeld wurde auch aufgrund dieses Gesichtspunkts ausgewählt.

«Mindestens ein halbes Jahr» möchte die Stadt hier und auf dem «Drei-Könige»-Parkplatz laut Jucker testen, wie das Angebot tatsächlich ankommt und wie häufig es genutzt wird. Jucker betonte allerdings, dass das Bezahlen mit Münz weiterhin möglich sein wird. Bei einer erfolgreichen Testphase soll geprüft werden, ob und welche anderen Parkplätze ebenfalls mit dem neuen System ausgerüstet werden. Der Stadtrat selber rechnet mit einer gewissen Angewöhnungsphase. «Ich denke aber, dass das die Zukunft ist.»

Kleiner Mehraufwand für Polizei

Die Digitalparking AG, die hinter der App «Parkingpay» steht, wird künftig mit 4,5 Prozent Provision an den über ihre App bezahlten Parkgebühren beteiligt. Für die Regionalpolizei ändert sich an der Bewirtschaftung derweil kaum etwas. Beim Bezahlen per App wird vorübergehend die Autonummer registriert statt die Parkplatznummer. Künftig müssen neben den gelösten Parktickets am Automaten deshalb auch noch die registrierten Autonummern überprüft werden. «Das bringt allerdings nur einen kleinen Mehraufwand», sagt Loosli. Die Daten sind über eine App abrufbar.

Langfristig soll der Aufwand für die Polizei dank des bargeldlosen Bezahlens gar leicht kleiner werden: Dann, wenn die Parkuhren weniger oft geleert werden müssen. «Funktionskontrolle und Reinigung sind dann weiterhin nötig, aber die Frequenz könnte verlängert werden», sagt Loosli.