Pro Kopf fallen in der Schweiz rund 700 Kilogramm an Siedlungsmüll an. Knapp 100 Kilogramm davon sind Verpackungsmüll. Hierzu zählen auch die Raschelsäckchen, in die Kunden das Obst im Supermarkt eintüten oder in denen das Fleisch vom Metzger landet. Diese Tüten werden in der Regel nur einmal verwendet und landen dann im Abfall. Doch wer der Umwelt etwas Gutes tun möchte, kann Fleisch und Obst auch plastikfrei mit nach Hause nehmen, wie eine Anfrage bei Fricktaler Metzgern und Supermärkten zeigt.

Ernst Blaser, Inhaber der gleichnamigen Metzgerei in Frick sagt, dass er damit kein Problem hat, wenn Kunden den Wunsch äusserten, sich die Fleischwaren in ihr mitgebrachtes Gefäss einpacken zu lassen. «Ich befürworte es, wenn der Kunde an die Umwelt denkt», sagt er. Allerdings gebe es nur vereinzelt Kunden, die mit einem eigenen Gefäss in seiner Metzgerei auftauchten.

Gegen den Verpackungswahn

Ähnliches weiss Urs Müller, Inhaber der Dorfmetzg Gebrüder Müller in Stein, zu berichten. «Rund ein Prozent der Kunden bringt ihren eigenen Behälter mit», sagt er. Diese täten dies vor allem, weil ihnen der generelle Verpackungswahn sauer aufstosse. Zwischen 10 und 15 Prozent der Kundschaft verzichten auf die Plastikverpackung und lässt sich die Fleischwaren lediglich in Papier einpacken. «Solche Kunden füllen die Ware meistens zu Hause in ein Plastikgeschirr um oder vakuumieren sie ein», sagt Müller.

Im Fricker Bioladen Biopeter hat der Kunde die Möglichkeit, sich etwa Käse in sein eigenes Gefäss einpacken zu lassen. «Diese Möglichkeit nutzt jedoch kaum jemand», sagt Betreiber Manuel Schmutz. «Vielen Kunden ist nicht bewusst, dass man das machen kann», schiebt er nach. Hingegen gebe es einige Kunden, die ihr Waschmittel immer wieder in den gleichen Kanister abfüllen, sobald dieser leer sei, so Schmutz, der auf biologische abbaubare Säcke aus Maismehlstärke zurückgreift, in die sich seine Kunden Obst und Gemüse eintüten können.

Ungewohnt für Mitarbeiter

Coop betreibt im Fricktal Supermärkte in Frick, Kaiseraugst, Laufenburg, Magden, Möhlin, Rheinfelden und Stein. An der Fleisch- und Käsetheke sind die Mitarbeiter so geschult, dass Kunden ihre eigenen Behälter mitnehmen und an den bedienten Theken nach Wahl füllen lassen können, sagt Coop-Sprecher Markus Eugster. «Für einzelne Mitarbeiter wäre dies jedoch eine ungewohnte Situation, da aktuell noch wenige Kunden von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.» Dies sei unter anderem so, weil die Möglichkeit eigene Gefässe mitzubringen, bei den Kunden zu wenig bekannt sei. «Prinzipiell können Kunden für alle Produkte, die im Offenverkauf angeboten werden, eigene Behälter verwenden», sagt Eugster.

Auch in den Migros-Filialen in Frick, Kaiseraugst, Rheinfelden und Stein haben die Kunden die Möglichkeit, sich Fleisch und Käse in ihr eigenes Gefässe einpacken zu lassen. «Bisher wird dies jedoch von den Kunden kaum genutzt», sagt Migros-Sprecherin Andrea Bauer. Falls ein Kunde diese Möglichkeit in Anspruch nehme, so müsse das Gefäss sauber sein und sich auf der Waage tarieren lassen. Eugster fügt hinzu, dass aus Sicherheitsgründen keine bruchfähigen Behälter – etwa aus Glas oder Keramik – verwendet werden dürfen.

Des Weiteren bietet Migros für Gemüse, Früchte und Nüsse Stoffbeutel an, die man kaufen und immer wieder verwenden kann, so Bauer.